Frühlingserwachen zum Monatsende lockte nicht nur die Menschen nach draußen. Foto: Florian Wiegand/dpa

Erst trüb und verregnet, dann fast frühsommerlich: Der Februar stellte in Balingen Wetterregeln auf den Kopf. An einigen Tagen fiel auch etwas Schnee.

Im Gegensatz zum vorausgehenden Januar fiel der diesjährige Februar viel zu warm, viel zu nass und auch zu dunkel aus. Zum Monatsende hin wurde es aber vorfrühlingshaft warm. Das Temperaturniveau schnellte dabei auf Werte, die klimatologisch eher der zweiten Aprilhälfte zuzuordnen sind.​

 

Zur Einordnung: Normalerweise ist es in der Eyachstadt im Februar 1,5 Grad warm, es fallen 42,1 Liter Niederschlag und es gibt 98,8 Stunden Sonnenschein. Durchschnittlich gibt es auch 18 Frosttage, 4 Eistage und 10 Tage mit einer geschlossenen Schneedecke. Das sind die Durchschnittswerte der ab 2021 gültigen 30-Jahre-Vergleichsperiode (1991- 2020).

15 Frosttage, kein einziger Eistag

In diesem Jahr kann der Februar aber eine sogenannte Mitteltemperatur von plus 4,6 Grad vorweisen und blieb damit um 3,1 Grad über dem Mittelwert der Periode 1991–2020. Es gab 15 Frosttage und nicht einen einzigen Eistag und auch nur 3 Tage mit einer geschlossenen Schneedecke, welche aber auf Stationshöhe nicht über 2 cm Gesamtschneehöhe hinaus wuchs. Beim Niederschlag geizte der diesjährige Februar aber nicht, denn es fielen 61,2 Liter pro Quadratmeter in Balingen. Damit wurde das Niederschlagssoll zu 145 Prozent erfüllt. Beim Sonnenschein dagegen hinkt der diesjährige Februar deutlich dem Durchschnittswert nach und erreicht mit nur 73 Stunden auch nur 74 Prozent des Sonnenscheinsolls.

Der diesjährige Februar begann trübe und mit Schneeresten aus dem Januar. Am 2. Februar ist Maria Lichtmess: An „Mariä Lichtmess, bei Tag zu Nacht ess“ lautet eine alte Redewendung, welche auf die zunehmende Tageslänge zu dieser Jahreszeit Bezug nimmt. Im hiesigen Gebiet blieb doch die Sonne an diesem Tag schon 9 Stunden und 30 Minuten über dem Horizont. Doch heuer gab es nichts zu messen – die Sonne schien an Lichtmess nur 14,4 Minuten. Es regnete, schneite und es war nebelig an diesem Tag.

Die Tage nach Lichtmess in diesem Jahr blieben weitgehend trocken, frostig in der Nacht und durchschnittlich 3 Grad warm. In den ersten 10 Februartagen wurde auch der kälteste Tag im Februar, der 5. Februar, mit minus 4,5 Grad registriert. Die DWD-Station Meßstetten meldete am selben Tag minus 9,2 Grad.

Trüb, trüber, am trübsten das zweite Monatsdrittel: Jeden Tag regnete es – an einigen Tagen fiel auch etwas Schnee. Eine geschlossene Schneedecke hielt sich aber nur stundenweise. Dazu windet es häufig in diesem Zeitraum. Die Sonne ließ sich vom 10. bis zum 20. Februar nur 6,4 Stunden blicken, dagegen fielen von der Niederschlagssumme von 61,2 Litern im gesamten Monat alleine 43,7 Liter pro Quadratmeter im zweiten Monatsdrittel.

Und dann das letzte Monatsdrittel. Zwischen einem umfangreichen Hoch über Westeuropa und dem Mittelmeerraum sowie einem Tiefdruckkomplex über dem Nordostatlantik hatte sich über Westeuropa eine großräumige Südwestströmung eingestellt. Mit dieser wurde milde Luft aus den Seegebieten zwischen den Azoren und den Kanaren nach Westeuropa geführt. Bei uns wurde es nun ebenfalls von Tag zu Tag sonniger und somit auch wärmer. Höhepunkt war schließlich der 27. Februar mit plus 21,1 Grad als Monatshöchsttemperatur. In der Eyachstadt ist dieser Tag aber nicht zum wärmsten Februartag im Beobachtungszeitraum geworden. Dies bleibt bis jetzt der 25. Februar 2021 mit plus 21,5 Grad Celsius.

Frühlingserwachen zum Ende

Doch die Sonne und die frühlingshaften Temperaturen weckten die Natur. Krokusse und andere Frühblüher schossen förmlich aus dem Boden und brachten den Bienen und Hummeln erste Nahrung. Die Menschen sehnten sich nach Sonne und Wärme und zogen ins Freie: Eisdielen öffneten, ebenso die Dächer der Cabriolets. Der Februar endete schließlich mit etwas Regen in der Nacht zum 1. März. Alle angeführten Werte wurden in Balingen-Heselwangen, 573 Meter über dem Meer registriert.