Viel Sonne, Frost und wenig Regen gab es im April. Foto: Christian Charisius/dpa

Der Monat war mit seinem Auf und Ab bei den Temperaturen wieder ein Fall für Lagen-Look und für die Natur, den Obstanbau und die Landwirtschaft eine Herausforderung.

Gleich dem Vorjahr fiel der diesjährige April im Witterungsverlauf zu warm, überaus sonnig aber auch viel zu trocken aus. Der April hatte aber auch zeitweilig ein launisches Gesicht mit einem Auf und Ab bei der Temperatur, und es gab auch noch Schnee und Frost.​

 

Zur Einordnung: Im Durchschnitt der zur Zeit gültigen Vergleichsperiode (1991-2020) war es in der Region im April durchschnittlich 8,8 Grad warm, an Niederschlag in Form von Regen oder Schnee fielen durchschnittlich 58,0 Liter pro Quadratmeter, und die Sonne schien im Mittel 182,5 Stunden.

Der diesjährige April brachte es dagegen bei uns auf eine Mitteltemperatur von plus 9,8 Grad Celsius, also ein um gerade 1 Grad zu warmer April, nur 21,6 Liter Niederschlag (37 Prozent) und 270,9 Sonnenscheinstunden (148 Prozent des durchschnittlichen Sonnenscheins). Die Statistik: Als wärmster April, der aus dem Jahr 2018 mit einer Durchschnittstemperatur von 13,1 Grad – der trockenste April war im Jahr 2020 mit nur 5,3 Liter pro Quadratmeter, und der sonnigste ist bislang der aus dem Jahr 2007 mit 324,1 Sonnenscheinstunden.

Kaltstart

Zurück zu diesem April: Der diesjährige April begann mit einem Kaltstart. In der Nacht zum Monatsersten schneite es und zum Messtermin lagen an der Station drei Zentimeter Neuschnee – an der Station Meßstetten-Appental (900 m ü.NN) wurden 13 Zentimeter gemessen. Der Wintereinbruch endete aber damit auch schon wieder. Zwar waren die ersten drei Tage im Monat alle Frosttage, und am 2. April wurde die tiefste Temperatur dieses Monats mit minus 3,3 Grad registriert. Danach schnellte die Temperatur aber förmlich nach oben.

Am 5. April war Ostern in diesem Jahr – recht früh, denn Ostern richtet sich nach dem ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond. Vollmond war aber bereits am 2. April. Trotz des frühen Ostertermins gab es auch in diesem Jahr kein „Weihnachten im Klee – Ostern im Schnee“. Ganz im Gegenteil: Der Ostersonntag war ein warmer, sonniger Tag, an dem zum ersten Mal in diesem Jahr über 20 Grad Celsius – heuer 21,6 Grad – registriert wurden. Allerdings wehte am Ostersonntag auch ein recht unangenehmer böiger Wind. Übrigens: Die letzten weißen Ostern gab es bei uns im Jahr 2013 als eine geschlossene Schneedecke mit drei Zentimetern am 31. März (Ostersonntag) die Flur bedeckte. Hoch Quirin mit seinem Schwerpunkt über Nordfrankreich bestimmte um das diesjährige Ostern herum auch das Wetter bei uns und brachte verbreitet überwiegend freundliches und sonniges Wetter. Die Tiefs „Saskia“ und „Tamina“ leiteten dann einen merklich spürbaren Wetterumschwung ein. Abgesehen vom Monatsersten mit 0,3 Liter Niederschlag hatte es in den ersten zehn Apriltagen keinen Tropfen geregnet. Jetzt kam Regen auf und mit der Temperatur ging es erstmals deutlich zurück.

Kurz der klassische Monat

Am 11. April wurde noch die Monatshöchsttemperatur von 22,7 Grad Celsius registriert – einen Tag später zeigte das Thermometer nur noch 12,1 Grad als Maximum an und noch einen Tag später nur noch 8,5 Grad. Jetzt zeigte der April sein launisches Gesicht mit typischem Aprilwetter – Graupel und Regenschauer wechselten sich mit Aufhellungen ab.

Nach der Monatsmitte ging es mit der Temperatur wieder steil nach oben. Die Hochs „Tillmann“ und „Uli“ hatten nunmehr das Wetterkommando übernommen und hielten regenbringende Tiefdruckgebiete fern. Hochdruckeinfluss bestimmte auch weiterhin bis zum Monatsende hin das Wettergeschehen. Kein Tropfen Regen fiel mehr. Tagsüber war es sonnig und frühlingshaft warm – in den Nächten kühlte es aber bis in den Frostbereich ab. Die Differenz zwischen Tageshöchsttemperatur und Tagestiefsttemperatur war mehrmals um die 20 Grad Celsius.

Ganz am Monatsende bestimmte Hoch „Winfried“ auch das Wetter in Baden-Württemberg und brachte zum Abschied des Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann weiter sonniges, trockenes und tagsüber mildes Frühlingswetter und führte aber auch mit einem böigen Ostwind Wolken von Blütenpollen ins Land, welche alles gelblich überzogen und einfärbten.

Mehr ein lieblicher Frühlingsmonat

Abschließend betrachtet war der Monat mehr ein lieblicher als ein durch Aprilwetter geprägter Frühlingsmonat, in dem es allenthalben grünte und blühte. Der Frühling setzte in diesem Jahr rund eine Woche früher als üblich ein. Diese Beurteilung fußt auf der Beobachtung des Blütenbeginns eines Kirschbaumes in unmittelbarer Nähe der Wetterstation. Im Mittel seit mehr als 40 Jahren (seit 1982) öffneten sich die ersten Blüten am 10. April – in diesem Jahr an Karfreitag, 3. April.

Noch ein paar weitere Zahlen für die Statistik: Die Monatsdurchschnittstemperatur des April 2026 betrug plus 9,8 Grad Celsius. Vergangenes Jahr lag sie bei plus 10,0 Grad und im Durchschnitt der 30-jährigen Vergleichsperiode (1991 bis 2020) war es bei uns im April plus 8,8 Grad warm. Es wurden noch sechs Frosttage registriert – im Durchschnitt sind es 5,5 Frosttage. Sommertage mit 25 und mehr Grad gab es heuer noch keine. Regentage, mit einem oder mehr als einem Liter pro Quadratmeter, wurden nur vier gezählt und in der Summe kamen auch nur 21,6 Liter zusammen.

Ein Tag Nebel

Im Jahr 2025 regnete es im April nur geringfügig mehr – auch nur 24,5 Liter, und im Durchschnitt (1991-2020) fielen 58,0 Liter pro Quadratmeter an der Messstelle. Geschneit hat es auf Stationshöhe im diesjährigen April nur am Monatsersten. Nebel wurde ebenfalls nur an einem Tag registriert, und der Wind frischte an zwei von 30 Tagen bis auf Windstärke 6 (39 und mehr km/h) auf. Die Sonne schien an der Beobachtungsstation 270,9 Stunden. Vergangenes Jahr waren es 260,3 Stunden, und seit 1991 bis einschließlich 2020 schien die Sonne im April durchschnittlich 182,5 Stunden.