Ende November kam Schnee gerade recht für die ersten Adventsmärkte. Aktuell ist davon nichts mehr übrig. Was bedeutet das für das Wetter an Weihnachten?
Die Frage „weiße Weihnachten oder nicht“ könne man noch nicht eindeutig beantworten, sagt Meteorologe Oliver Klein vom Wetterstudio in Bad Dürrheim im Gespräch mit der Redaktion. Aber: Ab dem vor uns liegenden Wochenende werde es bei uns in der Region wieder etwas kälter.
Das bedeutet laut Klein Temperaturen tagsüber um die null Grad und nachts Frost. Große Hoffnungen auf nennenswerten Schneefall an den kommenden Feiertagen macht er trotzdem nicht. Denn es komme darauf an, ob sich ein Tief bilde, das Niederschlag auch in Form von Schnee bringt. Selbst wenn das der Fall ist, sei nur mit geringem Schneefall zu rechnen. Das reicht vielleicht für die Anmutung von weißer Weihnacht, aber nicht für mehr. Wer in den Weihnachtsferien Wintersport treiben will, müsse beispielsweise in die Höhenlagen der Alpen reisen.
Der November gestaltete sich im Rückblick wesentlich winterlicher – mit Schnee und Eisglätte vor allem in der zweiten Monatshälfte. Das machte nicht nur Autofahrern zu schaffen sondern sorgte für Stürze, die die Notaufnahmen der Krankenhäuser zusätzlich füllten. Wintersportmöglichkeiten eröffneten sich in der Region. Zum Beispiel auf dem Feldberg, wo Ende November mehr als einen halben Meter Schnee lag. Das meiste davon ist allerdings wieder weg.
Kaum Schnee auf dem Feldberg
„Kleine weiße Überraschungen kann es geben, aber es bleibt in nächster Zeit wohl mäßig kalt und überwiegend trocken“, erläutert der Meteorologe. Unter Wetterexperten ist man sich einig, dass der Klimawandel eine Entwicklung hin zu durchschnittlich wärmeren Wintern mit weniger Schnee vor allem in den mittleren Lagen begünstigt. Dadurch werde weiße Weihnachten in weiten Regionen von Baden-Württemberg unwahrscheinlicher. Statistisch Gesehen bieten Freudenstadt im Nordschwarzwald und Westerheim auf der Schwäbischen Alb die höchste Schneesicherheit an Weihnachten im Ländle.
Dass der Hochnebel sich in den vergangenen Tag so hartnäckig auch tagsüber halten konnte, erklärt Oliver Klein mit wenig Wind und einem niedrigen Sonnenstand. Solche Wetterlagen kenne man im Donautal und am Bodensee. „Wenn einmal der Deckel drauf ist, bewegt sich wenig.“ In der kommenden Woche könne es böigen Wind geben mit einem Sonne-Wolken-Mix. Der Winterdienst sollte sich trotzdem für Einsätze auch an den Feiertagen bereit halten, „denn es kann nochmal kippen“.
Zu wenig Niederschlag
Bislang sei der Dezember mit Blick auf das langjährige Mittel für diesen Monat in weiten Teilen deutlich zu trocken. Das könne Auswirkungen beispielsweise für das Pflanzenwachstum im Frühling haben, wenn nicht ausreichend Niederschlag für die nötige Wasserversorgung zur Verfügung stand.
Die Sonnenscheinbilanz fiel im Dezember laut des Deutschen Wetterdienstes sehr ungleich aus. „Während manche Regionen die Sonne ungewöhnlich häufig zu Gesicht bekamen, stecken andere Regionen seit Wochen im Dauergrau.“ Besonders häufig schien die Sonne am Alpenrand und in den höheren Lagen von Schwarzwald, Schwäbischer Alb und Bayerischem Wald. Diese schauten aus dem „Nebelmeer“ heraus. Als Ergebnis gab es dort meist 40 bis 70 Sonnenstunden. Die hiesige Region gehörte eher zur Kategorie „Dauergrau“. Größtenteils gab es Nebel- oder Hochnebel, wenn man sich in Lagen unterhalb von 600 bis 800 Meter befand. Auffrischender Süd- und Südwestwind führt in nächster Zeit dazu, dass sich die Sonne wieder öfter durchsetzen kann. Zumindest das macht Hoffnung auf – wenn schon nicht weißes – dann immerhin angenehmes Weihnachtswetter.