Die jüngsten Reiter zeigten ihr Können auf Ponys und hatten sich dafür verschiedene Kostüme überlegt. Foto: Hofmann

Beim Festabend anlässlich des 100-jährigen Bestehens ließen sich die Gäste des Reitervereins Ichenheim die gute Laune von den heftigen Regenschauern nicht verderben. Ein paar Vorführungen wurden zwar abgesagt – dafür gab es aber eine Überraschung.

Flexibel wurde das Abendprogramm aufgrund des schlechten Wetters angepasst. Auch wenn nicht alle geplanten Schaunummern anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Reitvereins Ichenheim gezeigt werden konnten, sorgten Kindern mit ihren Ponys und eine spontane Schaueinlage von Neurieds Bürgermeister Tobias Uhrich und der Präsidentin des Pferdesportverbandes, Iris Keller, für viel Heiterkeit. Von ihnen und auch anderen Rednern gab es großes Lob für den Verein und seine herausragenden Turniere.

 

Am Nachmittag musste aufgrund des zeitweiligen Dauerregens eine zweieinhalbstündige Pause bei den Springprüfungen eingelegt werden. Weil befürchtet wurde, dass es abends immer noch regnen würde, wurden schweren Herzens die geplante Kür der Voltigiererin und die Fahrquadrille abgesagt. Es blieb am Abend jedoch trocken und zum Auftakt gab es Freibier – bis das Fass leer war.

Für gute Stimmung sorgte der Musikverein Ichenheim unter der Leitung von Ursula Oppermann mit einigen flotten Märschen. An die 100-jährige Geschichte des Vereins erinnerten Fotos aus dem Vereinsleben und von den Turnieren, die in einer Dauerschleife auf der großen Leinwand liefen, auf der sonst die Ergebnisse der Reiter angezeigt werde sowie eine interessante Talkrunde. Manfred Schäfer, der sympathisch und souverän durch das Programm führte, interviewte dabei zunächst Hans-Jürgen Schnebel, der 1979 das erste nationale Turnier mit dem damaligen Vorsitzenden Günther Nußbaum aus der Taufe gehoben hatte. Schnebel erinnerte daran, dass es bereits zuvor kleinere Turniere gab und dass der Verein das Wagnis mit dem „Nationalen“ dank der Unterstützung durch die Gemeinde Neuried und vieler Sponsoren angehen konnte, Nicht zuletzt zahlten die zahlreichen Besucher damals noch Eintritt, inzwischen ist der Turnierbesuch längst kostenlos.

Reinhard Schill, der heute einer der drei Vorsitzenden ist, erzählte, dass in den 1960er-Jahren der Verein noch keine eigene Reitanlage hatte und deshalb der Reitunterricht, an dem er damals als kleiner Junge teilnahm, in der Kiesgrube im Ort stattfand.

In einer Gesprächsrunde ging es um die Geschichte

Manfred Schäfer, der Vorsitzender von 1991 bis 2000 war, schilderte, wie Anfang der 1970er-Jahre Bäume gerodet werden mussten, damit die Waldreitanlage entstehen konnte. Volker Hürster, Vorsitzender von 2000 bis 2015, erinnerte an den mühevollen Bau der Photovoltaikanlage auf dem Reithallendach. Gerhard Reichenbach, heute einer der drei Vorsitzenden, betonte, dass der Verein stolz auf seine junge Mannschaft sein könne und auch ein hochkarätiges Dressurturnier ausrichte. Vorsitzender Klemens Zeil dankte den zahlreichen Helfern, die voll hinter dem Verein stehen. Für die besonders engagierten Helferinnen Luisa Röderer, Katrin Massé und Lauréanne Hoeltzel-Waldmann gab es Blumensträuße. Viel Lob erhielten der Verein und das Turnier von zwei Reitern, die schon jahrzehntelang hier teilnehmen: Andy Witzemann und Timo Beck. „Das ganze Turnier ist Spitzenlasse, hier ist es besonders schön“, hob Witzemann hervor.

Dass schon ganz kleine Kinder gerne auf dem Pferderücken unterwegs sind, zeigten sie bei einem „Zwergen-Springen“, bei dem ihre Ponys geführt wurden: Max Schill war dabei als Cowboy verkleidet, Rieke Teufel als Burgfräulein und Valentina Kölz im Fußballtrikot. Wesentlich flotter unterwegs waren die ebenfalls fantasievoll kostümierten Samuel Weingärtner, Anna-Lena Jerger, Marie Hofer und Mira Alshehab, die mit größeren Ponys fehlerfrei einen kleinen Parcours meisterten. Alle erhielten viel Beifall.

Uhrich probiert sich im Hobby-Horsing

Nachdem Hobby-Horsing-Kinder vom Kaiserstuhl eine beeindruckende Schaunummer mit Steckenpferden gezeigt hatten, wollte Bürgermeister Uhrich unbedingt einmal das Hobby-Horsing ausprobieren. Er zeigte dann zusammen mit Iris Keller eine kurze Schaueinlage mit den Steckenpferden, die viel Applaus vom begeisterten Publikum erhielt. Mit einer Disco mit DJ „Brudal“ klang dann der gelungene Abend aus.

Lob und Spende

Großes Lob, viel Dank sowie eine Spende an den Verein gab es für den Ortenauer Reiterring von Hans-Jürgen Schnebel, für die Gemeinde Neuried von Bürgermeister Tobias Uhrich und der Präsidentin des südbadischen Pferdesportverbandes, Iris Keller. „Wir können dem Verein und dem ganzen Mitarbeiterstab nicht genug danken für das, was hier geleistet wird“, betonte sie. Der Verein biete optimale Bedingungen, die ihresgleichen suchen und sie hoffe, dass er in den nächsten 100 Jahren noch die südbadischen Meisterschaften ausrichten werde.