Der vergangene April war rekordverdächtig. Foto: © magann – stock.adobe.com

Rekordwärme, kaum Regen und ungewöhnlich viel Sonne. Der vergangene Monat zählt in Furtwangen zum auffälligsten April seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Seit nunmehr drei Jahren war jeder einzelne Monat in Furtwangen überdurchschnittlich warm – so auch der April, dessen Mitteltemperatur Platz fünf in der bis 1979 zurückreichenden Statistik erreichte.

 

Zugleich waren die vergangenen Wochen extrem trocken und sehr sonnig. Der Durchschnitt der Temperatur lag im April bei 8,0 Grad und damit 3,0 Grad über dem langjährigen Mittelwert. Wärmer war der April bisher nur in den Jahren 2018 (9,6 Grad), 2007 (9,4), 2020 (9,2) und 2011 (8,1).

Vor der Jahrtausendwende hatte der wärmste April gerade bei 6,4 Grad gelegen. Der Höchstwert des vergangenen Monats war sehr moderat, er wurde am 8. April mit 20 Grad gemessen. Der Tiefstwert war dagegen sehr mild: Mit minus 3 Grad war es am 2. April am kältesten.

Nächte werden milder

Damit zeigte sich auch im vergangenen Monat eine Entwicklung, die sich aus den langjährigen Aufzeichnungen der Wetterstation auf dem Kussenhof gut herauslesen lässt: Die Mittagstemperaturen haben sich in den vergangenen Jahrzehnten weniger verändert als die Nachttemperaturen, die deutlich milder geworden sind. Durch den Temperaturanstieg erhöht sich auch die Zahl der Vegetationstage, die definiert sind als solche mit einer Tagesmitteltemperatur von mindestens fünf Grad.

Der zurückliegende April kam auf 24 Vegetationstage, im Mittel der vergangenen Jahrzehnte waren es 15 bis 16. Zugleich gab es nur sechs Frosttage, während 14 bis 15 im April der langjährige Durchschnitt sind.

Das Jahr 2026 liegt bei der Temperatur nach den ersten vier Monaten mit einem Plus von 2,4 Grad auf Platz drei der bisherigen Statistik. Wärmer waren zu diesem Zeitpunkt nur die Jahre 2024 (plus 3,3 Grad) und 2020 (plus 3,2 Grad).

Ungewöhnlich war im April auch die Trockenheit. Mit 29 Litern pro Quadratmeter wurde der langjährige Durchschnittswert lediglich zu 26 Prozent erreicht. Damit lag der zurückliegende Monat auf Platz drei der bisherigen Statistik: Nur in den Jahren 2007 (13 Liter) und 2020 (22 Liter) war der April noch trockener.

Der regenreichste Tag der vergangenen Wochen war der 12. April, doch auch der kam gerade auf 15,9 Liter pro Quadratmeter.

Das Jahr 2026, das Ende März bei den Niederschlägen noch um einen Hauch über dem Normalwert gelegen hatte, ist damit im April ins Minus gefallen. Mit 540 Litern pro Quadratmeter seit Jahresbeginn liegt das Jahr nun bei 89 Prozent des Sollwertes und damit rund 70 Liter im Defizit.

Schnee schwindet schneller

Schneereste gab es nur noch in den ersten Apriltagen. Am 1. April wurden an der Wetterstation noch 19 Zentimeter verzeichnet, doch drei Tage später waren nur noch Reste vorhanden. Im langjährigen Mittel wird der letzte Schnee in Furtwangen um den 20. April gemessen, wobei dieser Termin pro Jahrzehnt um eine Woche nach vorne gerutscht ist.

Über den ganzen vergangenen Monat berechnet ergab sich an der Wetterstation eine durchschnittliche Schneehöhe von gerade einem Zentimeter. Im historischen Vergleich war das wenig; der höchste Mittelwert bisher datierte auf den April 1984 mit fast 38 Zentimetern Schneedecke.

Überdurchschnittlich viel Sonne

Die Sonneneinstrahlung war unterdessen überdurchschnittlich. Mit 154 Kilowattstunden pro Quadratmeter lag der zurückliegende April 28 Prozent im Plus und damit auf Platz drei hinter den Jahren 2020 (169 Kilowattstunden) und 2007 (167).

Damit liegt das Jahr 2026 nach den ersten vier Monaten bei der eingestrahlten Solarenergie rund 15 Prozent über dem Normalwert. Der vergangene April hätte selbst einem Mai alle Ehre gemacht, der im Mittel auf 145 Kilowattstunden pro Quadratmeter kommt.

Inzwischen steigen die möglichen Einstrahlungswerte nur noch langsamer: Ende April bringt ein sonniger Tag bis zu 7,5 Kilowattstunden pro Quadratmeter, Ende Mai sind rund 8,5 Kilowattstunden möglich. Die Temperaturen steigen im Mittel von 5,0 Grad im April auf 9,4 Grad im Mai. Nach dem April, der sich als der trockenste Monat des Jahres herauskristallisiert hat (knapp gefolgt vom September), steigen die Regenfälle im Mai im Mittel auf 150 Liter pro Quadratmeter an.

Ein Blick in die bisherige Maistatistik ergibt außerdem noch eine Reihe an interessanten Extremwerten: Der 31. Mai 2000 brachte 114 Liter Regen pro Quadratmeter, am 4. Mai 1979 wurden 19 Zentimeter Schnee gemessen und am 3. Mai 1979 kühlte es bis auf minus 6,5 Grad ab. Die bisherige Höchsttemperatur von 27,5 Grad trat statistisch unterdessen bereits mehrfach auf.