2027 feiert der Schreibspuren-Wettbewerb in Rottweil 30. Geburtstag. Dabei waren die Herausforderungen wohl noch nie so groß wie jetzt.
Freud und Leid liegen bei den „Schreibspuren“ nah beieinander: Eigentlich sollte die Freude über das bevorstehende Jubiläum im Fokus stehen, stattdessen war das zentrale Thema bei der Hauptversammlung des gleichnamigen Vereins die Zukunft des Literatur-Wettbewerbs. Denn Themen wie Künstliche Intelligenz und die abnehmende Bereitschaft der Schüler, Zeit in das Verfassen von literarischen Texte zu investieren, stellen die Organisatoren vor große Herausforderungen.
Den Literaturwettbewerb Schreibspuren, an dem Schüler der drei allgemeinbildenden Gymnasien in Rottweil und seit 2002 auch Schüler der Realschule Rottweil teilnehmen dürfen, gibt es bereits seit 1997.
Die eingereichten Texte umfassen die Kategorien Prosa und Lyrik. Diese werden jedes Jahr, unterteilt nach Klassenstufen, von einer Jury, bestehend aus Lehrern der Gymnasien, einer Vertreterin des Buchhandels und einer Vertreterin des Schwarzwälder Boten, bewertet. Die Gewinner erhalten Buchgutscheine oder Buchpreise.
Verunsicherung und weniger Zeit
Beim diesjährigen Wettbewerb waren jedoch deutlich weniger Einsendungen eingegangen als in den Jahren zuvor. Das ist aus Sicht der Vereinsmitglieder auf verschiedene Faktoren zurückzuführen.
Zum einen sorge der zunehmende Einsatz von Künstlicher Intelligenz in allen möglichen Bereichen für Verunsicherung und sei sicherlich ein Hemmnis für die Schüler, etwas Eigenes zu Papier zu bringen, hieß es bei der Hauptversammlung. Zum anderen fehle zwischen Unterricht, Lernzeit und anderen Hobbys oftmals die Zeit – oder der Antrieb – die Gedanken in literarischer Form niederzuschreiben, so der Eindruck.
Bedürfnis ist da
Gleichwohl spüre man bei manchem eingereichten Beitrag, dass das Bedürfnis, sich literarisch auszudrücken, durchaus vorhanden sei.
Einig war man sich, dass der Wettbewerb eine Besonderheit in der Region darstellt und über die Jahre zahlreiche herausragende Texte hervorgebracht und das Talent vieler junger Autoren offenbart hat. Somit wäre es traurig, diesen aufzugeben, hieß es. Zumal er, einmal aufgegeben, wohl nicht mehr oder nur sehr schwer wiederzubeleben wäre.
Motto zum 30. Jubiläum
Bei der Hauptversammlung wurde nun beschlossen, dem Wettbewerb 2027 anlässlich des 30. Jubiläums ein Motto zu geben. Gefragt sind Erzählungen und Gedichte rund um die Zahl 30 – ob das nun Gedanken dazu sind, wie man mit 30 Jahren sein wird oder Geschichten von 30 Freunden: Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.
Zunächst gilt es aber, die Preisträger des diesjährigen Wettbewerbs auszuzeichnen. Die Preisverleihung wird am Donnerstag, 25. Juni, um 18 Uhr im Festsaal des Alten Gymnasiums in Rottweil stattfinden.
Vorstand ist komplett
In der Hoffnung, dass das Jubiläum den einen oder anderen jungen Autor zum Schreiben motiviert und neuer Schwung in den Wettbewerb kommt, ließen sich bei der Hauptversammlung alle Vorstandsmitglieder zur Wiederwahl aufstellen, die jeweils einstimmig erging.
Somit bleibt Anke Dietrich die Vorsitzende, Georg Fröhlich ihr Stellvertreter, Cathrin Stöhr Kassiererin und Sabina Kratt Beisitzerin. Mit Kim Hoffmann, die nun neu zur Schriftführerin gewählt wurde, ist der Vorstand auch wieder komplett. Jetzt geht es mit voller Kraft Richtung Zukunft der „Schreibspuren“.