Durchatmen, innehalten und abdrücken: Beim Sommerbiathlon mussten die Teilnehmer ein ruhiges Händchen beweisen, um ihre Ziele zu treffen. Foto: Schillinger-Teschner

Der Sommerbiathlon lockte zum 36. Mal viele Profi- und Hobbysportler nach Kippenheim.

Martina Schottmüller, Rudolf Herzog, Dominik Kopf und alle anderen vom Schützenverein Kippenheim, die an der Organisation beteiligt waren, begrüßten Teilnehmer und Zuschauer am Biathlon-Wochenende sichtlich strahlend in einem einheitlichen Outfit zum 36. Sommerbiathlon. Am Samstag wurden die Landesmeisterschaften Sommerbiathlon Luftgewehr im Sprint- und Massenstartwettbewerb ausgetragen. In beiden Disziplinen gingen sieben Teilnehmer an den Start. Mit einer guten Platzierung konnte man sich für die deutsche Meisterschaft im Sommerbiathlon mit dem Luftgewehr in Clausthal-Zellerfeld im Harz qualifizieren.

 

Bei den neun Jugendlichen des SV Kippenheim haben sich insbesondere Lisa und Leonie Zähringer hervorgetan. Leonie Zähringer hat sich in zwei Disziplinen – Luftgewehr-Drei-Stellung und Luftgewehr stehend – für die deutschen Meisterschaften qualifiziert. „Lisa muss noch etwas bangen und die finale Endauswertung abwarten“, erklärte Jugendwart Dominik Kopf.

Dem Nachwuchs wird früh Verantwortung beigebracht

Dem Vereinsnachwuchs werden frühzeitig verantwortungsvolle Aufgaben rund um den Wettbewerb übertragen. „Nur so können die Jugendlichen langsam in die Tätigkeit im Verein hineinwachsen“, führte Schottmüller aus.

Am Sonntag rückte neben dem Baden-Schwaben-Cup mit Einzelwettkämpfen in fünf Disziplinen ein Jedermann-Biathlon und ein Nordic-Walking-Biathlon in den Fokus. Die Wettkämpfe fanden lediglich mit Luftgewehr statt, da die elektronische Kleinkaliberanlage momentan vom Verein in Eigenregie neu angelegt und kalibriert wird. Das Teilnehmerfeld umfasste 55 Starter jeden Alters.

Hans Decoux, Jahrgang 1943, hat von den 36 veranstalteten Sommerbiathlonen bisher keinen versäumt und ist auch dieses Jahr wieder voll motiviert am Start. „Er nimmt auch wieder am Baden-Schwaben-Cup teil“, so Schottmüller über die sportlichen Fitness und Ausdauer von Decoux.

Lisa (links) und Leonie Zähringer haben gute Chancen, zusammen bei der deutschen Meisterschaft dabei zu sein. Foto: Schillinger-Teschner

„Jedes Jahr stellen wir mit Begeisterung fest, welchen Spaß es den Breitensportlern macht, an unserer Veranstaltung teilzunehmen. Sommerbiathlon ist wie Winterbiathlon. Eine Kombination aus Crosslauf und Schießen auf Klappscheiben – nur bei besserem Wetter“, erläuterte die Kippenheimer Biathlon-Wartin den Reiz des Wettbewerbs. Das Laufen, hier auf der 800 Meter langen Hausstrecke des Schützenvereins mit einem herausfordernden Anstieg beginnend, führt durch die Rebberge rund ums Vereinsgelände und zurück zum Schützenhaus. Hier gilt es dann, Puls und Atemfrequenz so weit wieder herunterzufahren, dass treffsicher fünf Mal auf die zehn Meter entfernte Schießscheibe abgefeuert werden kann. Wer nicht trifft, muss eine Strafrunde – 70 Meter je Fehlschuss – laufen.

Der Sportverein Kippenheim hatte mit einem Vierer-Team gemeldet. Philipp Herzog, Florian Hatt, David Silberer und Julian Berger haben ihren Lauf kurz vor der Mittagszeit absolviert und kamen erschöpft, aber strahlend und fast geschlossen – eine Strafrunde hat es gegeben – im Zieleinlauf an. Vor dem Wettkampf bestand noch die Möglichkeit zu einem Training mit dem Luftgewehr. Recht- und linkshändige Laienschützen erhielten jeweils entsprechend ausgeformte Auflagen für das Gewehr.

Teilnehmer kommen sogar aus der Pfalz

Rudolf Herzog und Andreas Strepenick waren dieses Jahr die einzigen Walker, die sich auf die Runde machten. Seit 2019 dürfen sich auch Nordic-Walker in den Reben und am Schießstand versuchen.

Volker Höfle kommt seit Jahren aus der Pfalz zum Kippenheimer Sommerbiathlon. Er trägt das Trikot des SGI Weisenheim, führt nach dem Lauf noch seinen Hund Gassi und berichtet von den langjährigen freundschaftlichen Beziehungen zum Kippenheimer Schützenverein. „Schottmüller ist ja auch Referentin für Sommerbiathlon in Südbaden und nimmt regelmäßig an unseren Wettkämpfen teil. Ich freue mich immer auf den Lauf und ein Wiedersehen“, betonte er – auch wenn er dieses Jahr etwas Pech gehabt und sich leicht gezerrt hatte. „Ich habe mich durchgekämpft und es durchs Ziel geschafft – das wird schon wieder“, meinte er positiv gestimmt. Der vor Ort anwesende Sanitätsdienst des Deutschen Roten Kreuzes hatte sich in diesem Fall entspannt zurücklehnen können.