Sie sind die Top-Entwickler der Zukunft. Sie forschen am Vitamin C-Gehalt von Orangen und an modularen PV-Speichern. „Jugend forscht“ fasziniert aber nicht nur die Macher.
Die Firma Boysen aus Altensteig steht für Technik und Technologie. Und sie steht für Standorttreue. Und deswegen ist es nur logisch und folgerichtig, dass sich das Unternehmen seit vielen Jahren für den Regionalwettbewerb Nordschwarzwald von „Jugend forscht“ als maßgeblicher Sponsor engagiert. Und das nicht nur am Stammsitz in Altensteig, sondern auch in Nagold. Die beiden Städte wechseln sich jährlich in der Ausrichtung des Regionalwettbewerbs ab.
Für Boysen gebe es fast nichts Wichtigeres als sich für solche Projekte zu engagieren, machte Till Scharf, Geschäftsführer bei Boysen, bei der Vorstellung des Wettbewerbs 2026 im Altensteiger Rathaus deutlich.
In diesem Rahmen arbeite man an der Ausbildung von zukünftigen Entwicklern, investiere in die klügsten jungen Köpfe und in echte Ingenieurskunst, so Scharf, der aber auch klar machte, dass der Weg zum Erfolg nicht nur über Neugier, sondern auch über Durchhaltevermögen führe. Das einst hochgeschätzte Label „Made in Germany“ stehe aktuell auf der Kippe. Und man könne die Krise nicht mit „Chillen“ und „Work-Life-Balance“ lösen.
42 Unternehmen engagieren sich für den Wettbewerb
Die Wertschätzung von „Jugend forscht“ gehört bei Boysen fast schon zur DNA. Aber inzwischen zieht die Begeisterung dafür auch in der Wirtschaft der Region weite Kreise. So engagieren sich 42 Unternehmen für den Regionalwettbewerb im Nordschwarzwald, der in diesem Jahr am 26. und 27. Februar in Altensteig stattfindet. Die Bandbreite der Sponsoren und Unterstützer reicht von der Sparkasse Pforzheim Calw bis Fischer in Waldachtal, von der Planungsgruppe Schnepf in Nagold bis Essig Catering in Spielberg und zur Wild Line in Bad Wildbad.
Auch die Politik in Person der Rathauschefs Jürgen Großmann (Nagold) und Oliver Valha (Altensteig) schwört auf „Jugend forscht“. Valha, der in diesem Jahr seine Premiere beim Wettbewerb feiert, freut sich riesig auf die Tage in seinem Altensteig. „Wenn man Kinder arbeiten lässt, dann entstehen tolle Dinge“, so der Bürgermeister.
„Jugend forscht“-Familie zieht an einem Strang
Für Jürgen Großmann ist der Wettbewerb ein „Invest in die Zukunft“. Er zeigte sich davon begeistert, wie die „Jugend-forscht“-Familie in der Region um Wettbewerbsleiter Klaus Gerlinger und die diesjährige Patenbeauftragte Petra Rauser „an einem Strang“ ziehe.
Nicht nur die Bandbreite der Sponsoren nimmt zu, auch die Bandbreite der teilnehmenden Schulen. Ein aufgehender Stern dabei ist die Gemeinschaftsschule Neubulach, die sieben Projekte an den Start bringt, ebenso viele wie das gewohnt stark vertretene Nagolder Otto-Hahn-Gymnasium. Der Lokalmatador Christophorus-Gymnasium Altensteig und das Gymnasium Balingen sind mit sechs Projekten dabei. Auf das Enztal-Gymnasium Bad Wildbad (fünf Projekte) folgen das Maria von Linden-Gymnasium Calw und die Schule mit der weitesten Anreise, die Grimmelshausenschule in Renchen im Ortenaukreis.
Bei 25 Projekten ist das Jugendforschungszentrum dabei
Insgesamt werden Schüler aus Schulen in Altensteig, Balingen, Calw, Dornstetten, Freudenstadt, Horb, Jettingen, Nagold, Neubulach, Renchen, Rottenburg, Tübingen und Wildberg in Altensteig antreten. Die Einrichtung mit der größten Teilnehmerzahl ist aber eigentlich keine Schule, sondern das Jugendforschungszentrum Schwarzwald-Schönbuch. Insgesamt 25 der 56 Projekte wurden dort erstellt oder von Mitarbeitern des Zentrums betreut.
Insgesamt werden 108 junge Forscherinnen und Forscher in der Altensteiger Eichwaldhalle ihre Ergebnisse erst einer Fachjury und am nächsten Tag dem Publikum präsentieren. Der Anteil der Teilnehmerinnen liegt insgesamt bei 43,5 Prozent. Besonders erstaunlich ist die Verteilung beim Alter der Forscher. 89 von ihnen, also 82 Prozent, ist unter 15 Jahre alt und geht deshalb in der Kategorie „Jugend forscht junior“ an den Start. Der Rest startet in der klassischen Kategorie „Jugend forscht“.
Die jüngste Teilnehmerin ist erst neun Jahre alt
Die jüngste Teilnehmerin ist die neunjährige Rosa Schwenker von der Gemeinschaftsschule Neubulach, die im Fachgebiet Chemie mit dem Experiment „Der Orangensaft-Check: Wie viel Vitamin C steckt in Orangensaft?“ antritt. Der älteste Teilnehmer ist der 19-jährige Julian Günther vom Katholischen Freien Gymnasium St. Meinhard in Rottenburg. Er präsentiert das Projekt „Modularer PV-Speicher“.
Dass die Teilnehmer immer jünger werden, ist nach Ansicht der Wettbewerbsmacher eine Folge von G8. Deshalb werde diese Verteilung nach der Wiedereinführung von G9 wieder weniger krass ausfallen, sind sie sich sicher.