Mindestens 16 Schülerinnen und Schüler sind nötig, um eine Klasse zu bilden – eine Grenze, um die die Werkrealschule in Schömberg jedes Jahr erneut bangen muss.
„Uns beschäftigt seit Jahren, ob wir jedes Schuljahr genügend Kinder zusammenbekommen, um die Werkrealschule weiterhin hier halten zu können“, erklärte Benjamin Resch, Leiter der Schömberger Grund- und Werkrealschule, den Bürgermeistern der Mitgliedsgemeinden des Gemeindeverwaltungsverbands Oberes Schlichemtal (GVV) während eines Überblicks über die aktuelle Situation an der Schule. In diesem Jahr haben sich 16 Fünftklässler an der Werkrealschule eingeschrieben – gerade genug, um eine eigene Klasse zu bilden.
Der Schulleiter vermutet, dass dies mit der Abschaffung der verbindlichen Grundschulempfehlung für die Realschule zusammenhängt. Dadurch entscheiden sich nach der vierten Klasse offenbar mehr Schülerinnen und Schüler für den Besuch der Realschule, auch solche, die den dortigen Anforderungen möglicherweise nicht gewachsen sind. Dies spiegele sich darin wider, dass die Klassen an der Werkrealschule im Verlauf der Schuljahre wieder anwachsen. So starteten die heutigen Sechstklässler im vergangenen Schuljahr mit 18 Schülerinnen und Schülern; inzwischen besuchen 24 Kinder diese Klasse.
Zehnte Klasse nicht immer sicher
Die Situation verschärft sich allerdings wieder, wenn es um die Bildung einer zehnten Klasse geht – denn um in der zehnten Klasse die Mittlere-Reife-Prüfung machen zu können, benötige es entsprechende Noten, die nicht alle erreichen. Andere verlassen die Schule mit dem Hauptschulabschluss und beginnen eine Lehre. „Oft entscheidet sich erst am Ende vom Schuljahr, ob es eine zehnte Klasse geben wird“, erklärt Resch. Daher seien die Schüler dazu angehalten, sich frühzeitig Gedanken zu machen, was sie wollen.
Diejenigen, die jetzt in der fünften Klasse sind, werden sich diese Gedanken nicht machen müssen. Denn sie werden nicht mehr die Möglichkeit haben, an der Werkrealschule Schömberg die Mittlere Reife zu erwerben.
Vorbereitung aufs Berufsleben
Der Schule liegt einiges daran, die Schüler auf das Berufsleben vorzubereiten. Neben verschiedenen Maßnahmen gibt es beispielsweise jährlich eine kleine Berufsmesse, bei der sich Firmen aus der Region vorstellen.
In der Grundschule hingegen sind die Zahlen stabil. In jedem Schuljahr kommen zwei Klassen zusammen. Während die Werkrealschule derzeit 115 Schüler in sechs Klassen besuchen, kommt die Grundschule auf 196 Kinder. Die meisten von ihnen kommen aus Schömberg und den Gemeinden des GVV, vereinzelt besuchen aber auch Kinder aus Rosenfeld und aus den Landkreisen Tuttlingen und Rottweil die Schule.
Unterrichtsversorgung „auf Kante genäht“
Derzeit unterrichten sowohl an der Grund- als auch an der Werkrealschule insgesamt 23 Lehrer, eine pädagogische Assistentin und zwei Vertragslehrkräfte, die sich um die Vorbereitungsklassen kümmern. In diesen werden Schüler unterrichtet werden, die noch Deutsch lernen müssen.
„Die Unterrichtsversorgung ist auf Kante genäht“, meinte Resch – eine Situation, die nicht nur die Grund- und Werkrealschule in Schömberg betrifft. Glücklicherweise sei man von längerfristigen Ausfällen verschont geblieben, kürzere Ausfälle bekomme man gestemmt.
Die Ganztagesbetreuung und die Schulsozialarbeit werden an der Schule vom Haus Nazareth sowie vom Kinder- und Jugendbüro übernommen – und finden großen Anklang bei Schülerinnen, Schülern und Eltern.
Handynutzung wird geregelt
Schulleiter Resch berichtete zudem, was sich in den vergangenen Monaten an der Schule getan hat: Der Verwaltungstrakt und das Lehrerzimmer wurden fertiggestellt, außerdem konnten die Klassenzimmer im Rahmen des Digitalpakts modernisiert werden.
Ein Thema, das die Schule weiterhin beschäftigt, sind Smartphones. Eine neue Handyverordnung des Landes soll deren Nutzung künftig deutlich strenger regeln. „Das wird eine große Herausforderung – für Kinder ebenso wie für Erwachsene“, betonte Resch.