„Schön war’s!“ In einer emotionalen Feierstunde wurde am Dienstagnachmittag Ursula Schön als Rektorin der Werkrealschule in den Ruhestand verabschiedet.
Eine einmalige Laufbahn hat Ursula Schön als Rektorin der Hechinger Werkrealschule hingelegt. Seit 1991 war sie an der Schule tätig, ab dem Jahr 2002 als Konrektorin und schließlich ab 2014 als Schulleiterin. Am Dienstagnachmittag wurde sie im Rahmen einen Feierstunde in den Ruhestand verabschiedet. Schulamtsdirektorin Claudia Ostertag vom Staatlichen Schulamt Albstadt überreichte ihr die Urkunde, die den Eintritt in den Ruhestand dokumentiert.
Zuvor ging Ostertag jedoch auf das Wirken von Ursula Schön an der Werkrealschule ein. „Empathisch, offen, zuverlässig, ehrlich und mit hoher Fachkompetenz ausgestattet“ habe Ursula Schön die Hechinger Werkrealschule über Jahrzehnte geprägt. Zahlreiche Kultusministerinnen und -Minister habe sie miterlebt und ihren Karriere-Marathon in Hechingen „bravourös gemeistert“. Ab sofort könne sich Schön ihren Hobbys – dem Reisen im Camper und ihren Hunden widmen, wünschte Claudia Ostertag für die Zukunft nur das Beste.
Die langjährige Schulleiterin betonte in ihrer Abschiedsrede, dass das Lehrersein sie schon in ihrer Kindheit faszinierte. Nicht selten habe sie mit ihrem Bruder, ihrem Cousin und ihrer Cousine Zuhause Schule gespielt. „Und weil ich die Älteste war, kam mir eben die Rolle der Lehrerin zu.“
Und so nahm ihre Karriere nach dem Abitur auf dem Otto-Hahn-Gymnasium in Nellingen, einem Stadtteil von Ostfildern im Landkreis Esslingen, mit einem Lehramtsstudium an der PH Reutlingen weiter Fahrt auf. Das erste Staatsexamen hat Ursula Schön 1984, das zweite 1986 absolviert. Ihre Referendariatszeit führte sie nach Albstadt und Oberndorf. Aufgrund des damaligen Lehrkräfteüberschusses hatte sie allerdings nicht direkt eine Stelle an einer Schule erhalten; bis 1991 war sie bei Hugo Boss in Metzingen tätig. Dann hatte es aber endlich mit der Bewerbung an einer Schule geklappt – es sollte die Werkrealschule in Hechingen sein.
Hahn: „Gewinn für die Stadt Hechingen“
Zur Feierstunde gekommen war auch Bürgermeister Philipp Hahn. Er würdigte Ursula Schön als „Gewinn für die Stadt Hechingen“. Der Abschied der Schulleiterin betrübe ihn, bei aller Freude für Schön angesichts des nahenden Ruhestands. Das Stadtoberhaupt hob unter anderem die Leistungen von Ursula Schön im Bereich der Umweltpädagogik, konkret die jährlichen Pflanzaktionen im Irma-West-Hain am Martinsberg, hervor. Dazu habe sie viel Engagement zum Ausbau der Ganztagesbetreuung an der Werkrealschule, dem Programm „Lernen mit Rückenwind“ sowie die berufliche Orientierung der Schüler gezeigt.
Tränen kullern beim Videobeitrag der Kollegen
Tränen bei Ursula Schön kullerten spätestens, als ein Videobeitrag des Lehrerkollegiums eingespielt wurde. Die Werkrealschullehrer äußerten persönlich, was Ursula Schön besonders ausgemacht hat. Mehrmals war zu hören, dass bei Schön immer der Schüler im Mittelpunkt stand. Von einem „großen Herz“ und einer „Traumchefin“ war die Rede.
Das Amt von Ursula Schön wird ab dem kommenden Schuljahr in erfahrene Hände gelegt. Jens Ender, seit sechs Jahren Konrektor an der Werkrealschule Hechingen, übernimmt das Ruder. Schulamtsdirektor Bernhard Eisele betonte, dass mit dem in Hechingen aufgewachsenen Ender eine „kompetente, geeignete Nachfolge“ gefunden worden sei. Heutzutage sei das beileibe keine Selbstverständlichkeit.
Nach der Amtseinsetzung Enders sorgte erneut das Lehrerkollegium für einen emotionalen Moment. Mit dem Lied „Always Look on the Bright Side of Life“ wurde in den gemütlichen Teil der Veranstaltung übergeleitet. Die Gäste waren sich einig: Mit dem Abschluss des Schuljahrs endet eine Ära an der Werkrealschule.