Die Werkrealschule wird generalsaniert. Foto: Köncke

Die Altensteiger Werkrealschule wird generalsaniert. Die Gesamtkosten belaufen sich – inklusive Austausch des Schwingbodens in der Hohenberghalle, ein neues Dach im Fachklassenbau, Maler-, Bodenbelags- und weitere Arbeiten in der Friedrich-Boysen-Realschule – auf rund sechs Millionen Euro.

Altensteig - Die mehrgeschossige Werkrealschule wurde im Oktober 1965 eingeweiht. In den vergangenen Jahren mussten wiederholt Schäden am Dach beseitigt und Fenster teilweise zugeschraubt werden, weil es für die Beschläge keine Ersatzteile mehr gab.

Nach weiteren Missständen sieht sich die Stadt als Schulträger zum Handeln veranlasst. Dem Bau- und Umweltausschuss lag in der jüngsten Sitzung eine Entwurfsplanung vor, die von Architekt Michael Pfeifle vorgestellt und zusammen mit Hochbauamtsleiter Andreas Bayer erläutert wurde.

Vorgesehen ist, das südliche, ältere Gebäude komplett zu sanieren – von der Hülle und dem Austausch sämtlicher Installationen in den Innenräumen bis zur Instandsetzung von Wand-, Boden- und Deckenflächen sowie einer energetischen Ausstattung auf dem aktuellen Stand. Beim nördlichen Schulbau werden die Beschichtungen der Fassade erneuert, der Wandaufbau der Westfassade als Schutz vor dem Wetter nachgebessert und die Dachflächen aus Blech ausgetauscht.

Sporthalle erhält neuen Boden

Die Hohenberg-Sporthalle erhält einen neuen Schwingboden und die Fenster der Nordfassade im Erdgeschoss werden ersetzt. Beim alten Flachklassenbau will man das Flachdach über der Halle erneuern und bei beiden Technikräumen im Hanggeschoss Fenster und den Sonnenschutz auswechseln.

Außerdem werden in der nebenan gelegenen Friedrich-Boysen-Realschule Malerarbeiten durchgeführt sowie Bodenbeläge und Blechdachflächen ausgetauscht. Bei der Kostenschätzung im August 2021 wurde mit Aufwendungen von knapp fünf Millionen Euro gerechnet.

Inzwischen sind die Baupreise nach Angaben von Pfeifle um 20 Prozent gestiegen, weshalb jetzt mit knapp sechs Millionen Euro gerechnet werden müsse.

2,2 Millionen Euro Eigenanteil

Zur Finanzierung des Großvorhabens hat die Stadt Zuschussanträge aus den Töpfen Schulbauförderung und Ausgleichsstock sowie Mittel für stationäre, raumlufttechnische Anlagen gestellt – und zu 64 Prozent (3,79 Millionen Euro) bewilligt bekommen. Der Eigenanteil der Kommune beträgt somit noch rund 2,2 Millionen Euro.

Weil die Planungsleistungen den Schwellenwert von 215 000 Euro überschreiten, musste die Wettbewerbssteuerung europaweit ausgeschrieben werden. Vier Angebote gingen ein. Den Zuschlag erhielt das Planungsbüro Klotz und Partner aus Stuttgart zum Preis von 12 107 Euro.

Bei der anschließenden Diskussion wurden mehrere Themen angesprochen, unter anderem ein Aufzug bis zum obersten Stock. Dafür gebe es keine baurechtlichen Vorgaben, erklärte Bayer, bei körperlichen Einschränkungen von Schülern sei das aber notwendig. "Nicht nur für sie, auch aus der Perspektive von Lehrern" , meldete sich Hartmut Hobler aufgrund familiärer Verhältnisse zu Wort. Wegen relativ enger Aufgänge wurde der Einbau von Treppenliften verworfen. Mit einem Aufzug könnte man nicht die zwölf im hinteren, vor 30 Jahren errichteten Bau am Berghang der Hohenberghalle erreichen.

"Vielleicht gibt es dafür eine Lösung", hofft Bürgermeister Gerhard Feeß auf brauchbare Vorschläge.

Brandschutzkonzept ausgearbeitet

Im Vorgriff hatte das Hochbauamt ein Brandschutzkonzept ausgearbeitet. Sollte ein Treppenhaus verräuchert sein oder Feuer gefangen haben, könnte man auf anderen Wegen flüchten. "Wenn alles gut läuft, beginnen die Bauarbeiten Ende 2023", ist Bereichsleiter Bayer zuversichtlich. Der vorgelegte Entwurf wurde vom Bau- und Umweltausschuss einstimmig befürwortet, über die Umsetzung entscheidet der Altensteiger Gemeinderat in einer seiner nächsten Sitzungen.