Im Werkraum Schöpflin findet demnächst die Uraufführung eines Tanzstückes von Pilar Buira Ferre mit der Gruppe „Vis à vie“ statt.
Vier Frauen, ein Mann: Das ist die Compagnie „Vis à vie“, Tänzer im Alter über 50 Jahren, die generationenübergreifend agieren. Nach den Worten der Choreographin und künstlerischen Leiterin Pilar Buira Ferre würde die Qualität der Gruppe in ihrer Authentizität bestehen, gerade weil die Schönheit und Würde des Alters hier ausgedrückt werde.
Buira Ferre hat für ihre Compagnie das neue Stück „Stille in RosaRot“ choreographiert, das am 4. und 5. Dezember, jeweils 19.30 Uhr, im Werkraum Schöpflin in Lörrach-Brombach aufgeführt wird. Es erzählt von Leben und Tod, handelt von der Unabdingbarkeit, Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen.
Die neue Tanzperformance ist eine Allegorie für die heutige Zeit und stellt Fragen: Wie übernehmen wir für unser Dasein Verantwortung? Wer sind wir? Was will ich von mir? Wie nehmen wir bewusst wahr, was in der Welt passiert?
Es kommen Momente der Freude, der Trauer und der Lebendigkeit auf die Bühne. Das Stück suggeriert Bilder voller Poesie und Tiefe. Es nimmt auch Bezug in einer Allegorie auf Parzival und die Artus-Tafelrunde. Auch ein weißer Schwan spielt darin eine Rolle, der Vogel, der in der Antike und in der Mythologie für Licht, Reinheit und Lebensende steht.
In der Choreographie ist dieser Schwan präsent durch die weißen Kostüme, durch die Bewegung des Flügelschlags und des Fliegens – eine sehr poetische und symbolische Arbeit, die mit der Musik verschmilzt.
Die fünf Tänzer der Compagnie sind Susanna Schaub, Oliver Föhring, Gabi Bösch, Beate Fritz-Rudorf und Ines Berlanda. Für die Livemusik sorgt das bekannte Gesangsensemble „Trei“ mit Abelia Nordmann, Gizem Simsek und Mara Miribung. Dargeboten wird Weltmusik, Klänge aus Korsika, Katalonien, Georgien, Russland und Portugal.
Seit Mai laufen die Proben
Die Tanzgruppe „Vis à vie“ arbeitet seit 2018 zusammen, trifft sich zu wöchentlichen Proben und jedes Jahr entsteht eine neue Choreographie in unterschiedlichen Besetzungen. Seit Mai wird das aktuelle Stück, das etwa 50 Minuten dauert, im Rosenhof, dem Zentrum für Tanz, Choreographie und Performance in Schwand im Kleinen Wiesental, von Pilar Buira Ferre einstudiert. Die bekannte Tänzerin und Choreographin kann aus gesundheitlichen Gründen nicht wie geplant selber mittanzen, aber sie hat die Geschichte für und mit ihrer Gruppe entwickelt.
Zwei neue Bücher werden vorgestellt
An beiden Abenden werden auch zwei neue Bücher vorgestellt, deren Herausgeberin Pilar Buira Ferre und die Fondation Rosenhof sind. Das eine ist der Fotoband „Humus – Ein Tanz“ über Kultur in der Natur des Kleinen Wiesentals: die Dokumentation eines gleichnamigen Projekts, das die Verbundenheit von Mensch und Natur in Bewegung und Klang erforscht, aber bisher nie auf die Bühne kam.
„Humus“ versteht sich als eine neue Form, den Schwarzwald wahrzunehmen. Alle Fotos von Maria Cheilopoulou sind im Schwarzwald entstanden und werden als sinnliche visuelle Blätter in Poesie angekündigt. Das Buch hat 150 Seiten, Preis 58 Euro plus Versandkosten. (Bestellung unter pilarpilar@gmx.de).
Ebenfalls im Rosenhof-Verlag erschienen ist die zweite Publikation unter dem Titel „Geografie einer vergänglichen Geste“ mit Worten, Aphorismen und Gedanken von Pilar Buira Ferre.
Das Buch ist auf deutsch und spanisch verfasst. Zu erhalten ist es am Büchertisch bei der Aufführung von „Stille in RosaRot“ zum Preis von 25 Euro und es kann auch bestellt werden unter buecher@kulturraumrosenhof.de.
Näheres über das neue Tanzstück und die beiden Bücher, die in einer Auflage von je 100 Exemplaren erschienen sind, findet sich auf der Homepage des Rosenhofs.