Die Bilder kamen bei der Vernissage gut an. Foto: Baublies

Der Burgkegel mit der Ruine oberhalb des Schönbergs steht im Zentrum der Ausstellung „Geroldsecker Glanzlichter“. Zur Vernissage kamen viele Besucher.

Schäfer hat teils mit einer Drohne, teils mit seinen zwei Profikameras etwa drei Jahre zu allen möglichen Jahres- und Uhrzeiten Bilder der Ruine aufgenommen. Das Ergebnis, hochwertige Drucke, die der Autodidakt mit dem eigenen Plotter angefertigt hat, ist seit Mittwoch im Rathaus im ehemaligen Kreuzgang ausgestellt.

 

Bei der Vernissage war Bürgermeister Michael Moser über das große Interesse erfreut. In der Kultur- und Touristinfo, in der Schäfer mit einem Film seine Arbeiten auf einer Leinwand präsentierte, war kaum noch Platz.

Die Drucke sind teils auf Leinwand und teils in Rahmen ausgestellt

Schäfer nutzte die Gelegenheit und dankte der Gemeinde, namentlich Carla Singler und Partric Bohy, den Mitarbeitern der Kultur- und Tourist-Info. Ein weiterer Dank galt Ehefrau Sabrina, die eine gewisse Toleranz für die Zeiten aufbringen musste, die der Fotograf für das Gelingen seiner Aufnahmen benötigte. Ein Film mit vielen Bildschnitten, die mit einer Drohne aufgenommen wurden, verknappte die drei Jahre, die Schäfer an diesen Bildern gearbeitet hat, auf interessante sieben Minuten. Im Kreuzgang hängen die überwiegend großformatigen Drucke, die Schäfer teilweise auf Leinwand, teilweise in Rahmen ausstellt.

Die antike philosophische Erkenntnis „Alles fließt“ passt zu den Bildern. Es gibt sicher keine zwei Sonnenaufgänge, die sich ähneln. Daher sind etliche der Werke – viele aus der Luft –, die den Berg, die Ruine und die Umgebung am frühen Morgen abbilden, sehr unterschiedlich. Das gilt genauso für Bilder am Abend, während des Sonnenuntergangs oder der blauen Stunde.

Schäfer hat Bilder zu allen Jahreszeiten gemacht. So sind die Ruine und die Umgebung im Sommer genauso zu sehen wie im Winter, mitunter auch im Schnee. Die Farbenpracht des Herbstes gehört ebenso dazu wie die ersten Farben des Frühlings oder immer wieder Nebel und Wolkenstimmungen. Es gibt dazu in der Ausstellung auch einige Werke zu sehen, die der Fotograf von der Ruine aus gemacht hat, außerdem eine Luftaufnahme der Lützelhardt sowie der Kapelle an der Alten Landstraße.

Die Bilder sind alle echt. Schäfer hat für die Drucke weder Künstliche Intelligenz noch Montagen (neudeutsch „photoshoppen“) eingesetzt. Der Künstler, so erklärt er auf Nachfrage, hat für die Bilder regelmäßig auf die Wettervorhersagen geachtet.

In den Fotografien ist keine KI zum Einsatz gekommen

So sind die Bilder mit Polarlichtern kein Zufall, genauso wenig wie jene, die Schäfer mittels eines extremen Teleobjektivs von Biberach aus oder neben der Konradskapelle oberhalb des Steinbachs gemacht hat. Ein Zufall ist lediglich ein Passagierflugzeug auf einem Werk – dieses schneidet den runden Mond.

Der Fotograf mit seiner Frau Foto: Baublies

Ein anschauliches Beispiel, wie sich die Perspektive ändern kann, sind zwei Bilder, die im Gang links und rechts von einer der zwei Uhren hängen, die Schäfer mit eigenen Motiven versehen hat. Das eine Bild zeigt die Konradskapelle mit einem weiten Blick auf die Umgebung und den für Schäfer typischen Blick für Himmel und Wolken. Das andere zeigt die Geroldseck aus der Nähe mit einem flammenden Himmel. Die Perspektive ist hier ungewöhnlich, da er dafür keine Drohne eingesetzt hat. Die Erklärung: Beide Bilder hat Schäfer auf Höhe der Konradskapelle aufgenommen, das eine mit einem leichten Weitwinkel, das andere mit einem Teleobjektiv von 500 Millimetern.

Öffnungszeiten

Die Ausstellung „Seelbacher Glanzlichter“ ist zu den Öffnungszeiten des Seelbacher Rathauses zu besichtigen. Die Drucke hängen im Kreuzgang bis zum 30. Juni.