Das Theaterstück setzte die Planungen für ein neues Spital in Szene. Foto: Wolfgang Beck

Rund 350 Gäste kamen in die Sulzberghalle zum Spitalmahl – und genossen Essen, Musik und Tanz – und natürlich das Theaterstück von Walter Caroli.

Das 15. Spitalmahl des Fördervereins Spital Vital hat wieder mehr als 350 Gäste in die Sulzberghalle gelockt. Den Rahmen für die Benefizveranstaltung, deren Erlös dem Spital zugutekommt, bestimmten klassische Musik in der festlich illuminierten Kulturhalle, ein mehrgängiges Menü und das zur Tradition gewordene Theaterstück aus der Feder von Walter Caroli, dem Vorsitzenden des Fördervereins. Bei der Galaveranstaltung mit dabei war auch die Ballettschule Sonia Kmitta, die mit ihren Mädchen drei Auftritte auf das Parkett legte.

 

OB Markus Ibert und Sulz’ Ortsvorsteherin Nicole Baur übernahmen die Begrüßung zum Spitalmahl, das nach Worten Carolis die wohl letzte Veranstaltung dieser Art sein würde. An der Tradition eines lehrreichen Geschichtenspiels rund um das Spital wurde festgehalten: „Die Wiedereröffnung des Spitals und der vermeintliche Schatz im Schellischen Hof“ war der Titel der 13. Auflage von Caroli, der mit seinem Stück einmal mehr eine glanzvolle Aufführung aus der Geschichte des Spitals bot, das sich auf der Bühne als eine Mischung aus Dichtung und Wahrheit darstellte.

Bestens in Szene setzte sich einmal mehr das Theater-Ensemble, das aus neun Darstellern bestand und nach dem Menü für rund eine Stunde das Publikum bestens unterhielt. Was die Gäste erwarten durften, war einmal mehr der Auftritt von Hermann Burger, der als Vize des Fördervereins Spital Vital nicht nur die Roggentaler als Gaumenschmaus erwähnte, sondern auch das Spital, das als soziale Einrichtung für Bedürftige durch das Vermächtnis der Heilika von Finstingen, der Gemahlin des Geroldsecker Herrschers Walter I., große Bedeutung über Lahr hinaus erlangte.

Beifall ist Schauspielern in vielen Szenen gewiss

Burger führte auch in das Theaterstück ein, das in seiner Handlung später die Planungen für ein neues Spital in Szene setzte, wobei Philipp Ludwig Dreyspring ins Spiel kam, der als Verwalter des Stifts- und Spitalvermögens mächtig ins Schwitzen kam, bis der Schellische Hof gebaut werden konnte. Es hielt sich nämlich ein Gerücht in Lahr, dass ein Kelch und andere Silberlinge im Haus vor den räuberischen Franzosen versteckt worden seien, die später nicht als Mitgift für die Tochter der Spitaleltern Müller zum Einsatz kamen, sondern der Stadt Lahr gespendet wurden.

Es glitzerte kräftig auf der Bühne, Schwüre von Geistern wie jener von Heilika von Finstingen (Gabriele Bohnert) und Adelheid von Geroldseck (Dorothehee Granderath) verfehlten in dem Mehrakter ihre Wirkung nicht. Der Beifall war dem Ensemble in vielen der Szenen gewiss, bis das Haus für Arme, Kranke und Gebrechliche 1259 dann endlich geschaffen werden konnte. „Gib den Fund der Stadt, sein Erlös kommt dem Spital zugute“, hieß an einer Stelle des Theaterstücks, das einmal mehr eine gelungene Mischung aus historischen Fakten und fantasievoller Schreibkunst von Walter Caroli bot.

Zum Schluss gibt es eine Rikscha als Spende

Vorausgegangen war das Spitalmahl, das von rund 25 Mitarbeitern serviert wurde und den Beweis antrat, dass Kulinarik und Kultur eine gelungene Verbindung eingehen können. Der Galaabend, wie ihn der Fördervereinsvorsitzende bezeichnete, hatte sich in seiner 15. Auflage nicht verändert: Mit Stolz wurde darauf hingewiesen, dass es das verankerte Ziel sei, die Lebensqualität der Bewohner im Spital zu verbessern. Seit Bestehen habe der Förderverein dem Spital nützliche Einrichtungs- und Gebrauchsgegenstände im Wert von fast 100 000 Euro gespendet. Neben dem Rahmenprogramm, das in diesem Jahr durch Musik (Städtische Musikschule) und Tanz aufgewertet wurde, kam auch der kulinarische Klassiker beim Candle-Light-Dinner bestens an: Zum Drei-Gänge-Menü mit Roggentaler und Griebenschmalz wurde badischer Sauerbraten mit Serviettenknödel und Apfelrotkraut nebst Panna-Cotta-Nachspeise serviert.

Eine Rikscha für die Bewohner des Spitals gab es als Spende zum Schluss des Spitalmahls. Sie wird zwar erst im Januar des kommenden Jahres geliefert, doch ein Exemplar, über das das Spital bereits verfügt, konnte im Foyer der Halle bewundert werden. Der Fahrer Kurt Hockenjos wurde dazu eigens interviewt. Er berichtete über seine Erlebnisse bei den einzelnen Ausfahrten mit den Spitalbewohnern.

Die Mitwirkenden

Viel Beifall gab es nicht nur für die Bediensteten des Spitals, die ihre Freizeit für das Spitalmahl opferten, sondern auch für die Akteure des Ensembles: Es waren dies Sprecher Hermann Burger, Philipp Ludwig Dreyspring, Stiftsschaffner und Planer (Michael Ständer), sein Gehilfe Franz Meurer (Daniel Basler), Spitalschaffner Johannes Wohrer (Harry Herzog), Spitalvater Johann Jacob Müller (Reinhard Kattinger), Spitalmutter Maria Magdalena Müller (Andrea Junker), Tochter Salomea Anna (Alina Wentland), Schultheiß Samuel Georg Rothbauer (Stephan Müller), Geist der Heilika von Finstingen (Gabriele Bohnert), Geist der Adelheid von Geroldseck (Dorothee Granderath) sowie die Souffleuse Heike Wieseke, Pflegedienstleiterin im Spital.