Der weltweite Engpass bei Halbleitern führt bei Daimler zu Zwangspausen bei der Autoproduktion. Foto: picture alliance //Matthias Schrader

Der Autobauer Daimler muss die Kurzarbeit in den Werken Sindelfingen und Bremen um eine weitere Woche verlängern, weil weiterhin elektronische Bauteile fehlen. Einige Modelle sind betroffen.

Stuttgart - Der Mangel an Halbleitern zwingt den Autobauer Daimler zu einer Verlängerung der Kurzarbeit in zwei Werken. Die Produktion in Sindelfingen und in Bremen steht teilweise auch in dieser Woche still, teilte eine Sprecherin des Unternehmens mit. Damit dauert die Zwangspause an diesen beiden Standorten ebenso wie im Werk Rastatt mindestens zwei Wochen. Ursprünglich war für Sindelfingen und Bremen nur eine Woche geplant. Für das Werk im ungarischen Kecskemet war bereits eine Unterbrechung der Produktion für drei Wochen bis Mitte August geplant.

Enger Austausch mit Lieferanten

Die Sprecherin begründete den Stillstand mit dem weiterhin anhaltenden weltweiten Lieferengpass bei bestimmten Halbleiterkomponenten. Eine Prognose, wann der Engpass sich auflösen werde, sei derzeit nicht möglich. „Die Situation ist volatil. Wir fahren auf Sicht“, so die Sprecherin. Das Unternehmen sei in engem Austausch sowohl mit den direkten Zulieferern des Autobauers als auch mit den Halbleiter-Lieferanten.

Die Produktion von S-Klasse und EQS läuft weiter

In Sindelfingen betrifft der Stillstand vor allem die E-Klasse von Mercedes-Benz. Die Produktion in der Factory 56 läuft nach Angaben des Unternehmens uneingeschränkt weiter. In dieser neuen Fabrikhalle läuft die S-Klasse sowie deren elektrisches Pendant, der Mercedes-Benz EQS vom Band, die stark gefragt sind. Vor wenigen Wochen stand auch die Produktion in der Factory 56 kurz still. Erst vor kurzem war wegen der hohen Nachfrage nach der S-Klasse und dem EQS eine dritte Schicht in dieser Fabrikhalle eingeführt worden.

Die Zwangspause wird für Wartungsarbeiten genutzt

In Bremen werden vor allem die C-Klasse und der Geländewagen GLC produziert, das meistverkaufte Modell von Mercedes-Benz. Rastatt und Kecskemet sind Standorte für die kompakten Modelle, wie etwa die A-Klasse. Die Zwangspausen werden nach Angaben der Sprecherin auch für Wartungsarbeiten sowie zur Vorbereitung anstehender Fahrzeuganläufe genutzt.

 
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