Einbrecher nutzen die Dunkelheit, um sich Zugang zu Haus und Wohnung zu verschaffen. Im Schwarzwald-Baar-Kreis gab es zuletzt schwankende Fallzahlen. (Symbolfoto) Foto: © Christian Delbert – stock.adobe.com

Mit der Winterbeginn geraten Wohnhäuser ins Visier der Einbrecher. Die Zahlen zeigen ein wechselhaftes Bild. Die Polizei erklärt, worauf Bürger achten sollten.

Mit dem Beginn der dunklen Jahreszeit werden Einbrecher wieder aktiver. „Diese Entwicklung ist keine neue“, sagt Daniel Brill, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Konstanz. Die früher einsetzende Dämmerung mache es Einbrechern einfacher, unentdeckt zu bleiben.

 

Einbrüche im Kreis Zuletzt hatte eine Einbruchsserie in Donaueschingen-Neudingen für Aufsehen gesorgt. Auf einer privaten Überwachungskamera wurde festgehalten, wie offenbar eine Frau versuchte, sich Zugang zu einem Auto auf einem Privatgrundstück zu verschaffen. Dabei handelte es sich nicht um einen Einzelfall. Am nächsten Morgen wurden noch weitere Fälle von aufgebrochenen Autos und gestohlenen Wertsachen in Neudingen bekannt.

Auch vergangenes Wochenende, zwischen Freitag, 14. November, und Sonntag, 16. November, trieben Einbrecher im Schwarzwald-Baar-Kreis ihr Unwesen. So wurde in Vöhrenbach in eine Tankstelle eingebrochen und Waren im Wert eines hohen dreistelligen Betrags entwendet. Auch in Donaueschingen wurde ein Firmengelände am Wochenende das Ziel von Einbrechern. Dort entwendeten die unbekannten Täter sieben Kabeltrommeln Kupfer.

Solche Taten sorgen für Unbehagen – besonders, wenn man daran denkt, dass Einbrecher auch vor Wohnungen und Häusern nicht Halt machen. Doch wie häufig kommt es im Schwarzwald-Baar-Kreis tatsächlich zu Wohnungseinbrüchen? Das haben wir beim Polizeipräsidium Konstanz nachgefragt.

Fallzahlen schwanken in den letzten Jahren

Einbrüche in Zahlen Während 2020 die Zahl der Wohnungseinbruchsdiebstähle im Schwarzwald-Baar-Kreis noch bei 96 lag, schwankte diese in den letzten vier Jahren. 2021 verzeichnete das Polizeipräsidium lediglich 45 Fälle – was wohl vor allem auf die Corona-Pandemie und die Tatsache, dass die Menschen viel zu Hause waren, zurückzuführen ist. 2022 nahm die Zahl mit 73 Fällen wieder zu, erhöhte sich 2023 auf 84 Fälle und nahm im vergangenen Jahr wieder leicht ab (78 Fälle). Der Zehn-Jahres-Mittelwert lag bei 98 Fällen.

Die Aufklärungsquote bewegte sich in diesem Zeitraum bei rund 20 Prozent, wobei es zwischen den einzelnen Jahren leichte Schwankungen gab.

Ein Blick auf die benachbarten Landkreise im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Konstanz zeigt: Der Schwarzwald-Baar-Kreis liegt bei den Wohnungseinbrüchen im oberen Drittel bewegt. Das ist insofern wenig überraschend, als er mit rund 214 000 Einwohnern nach dem Landkreis Konstanz und vor den Landkreisen Rottweil und Tuttlingen der zweitbevölkerungsreichste Kreis ist. Mehr Einbrüche wurden nur im Landkreis Konstanz verzeichnet, hier liegt der Zehn-Jahres-Mittelwert bei 143 Fällen. Am niedrigsten fällt dieser Wert mit 42 Fällen bei rund 145 000 Einwohnern im Landkreis Tuttlingen aus.

Zahlen stehen im Verhältnis zur Größe der Stadt

Wo wird am häufigsten eingebrochen? Die Fallzahlen im Schwarzwald-Baar-Kreis stünden zumeist im Verhältnis zur Größe der Kommune, teilt Brill mit. „Am häufigsten wird in der Doppelstadt Villingen-Schwenningen eingebrochen, was anhand derer Größe nicht verwunderlich ist“, teilt Brill mit. In einzelnen Jahren könne es vereinzelt auch „Ausreißer“ – nach oben wie unten – bei den Kommunen geben. Einzelne Ortsteile stachen in der Statistik zuletzt nicht hervor, so Brill.

Ob Einzeltäter oder organisierte Gruppen – dazu könne das Polizeipräsidium keine stichhaltige Aussage treffen. Auch die Lage in einer Grenzregion könne man nicht als problematisch bezeichnen, so Brill. Viel eher sei es eine infrastrukturelle Frage, sprich, wie Verkehrsanbindungen Einbrechern ihr Tun erleichtern.

Was Bewohner gegen Einbrecher tun können

Was die Polizei rät Um Einbrechern den Zugang zum Eigenheim so schwer wie möglich zu machen – oder gar nicht erst ins Visier zu geraten –, empfiehlt die Polizei mehrere grundlegende Maßnahmen. Denn „offen stehende Garagen, gekippte Fenster, geschlossene Rollläden und ähnliches machen den Tätern die Selektion einfacher“, weiß Brill.

„Die wichtigsten Maßnahmen umfassen in erster Linie sichere Fenster und Türen. Aber auch Lichtquellen und Bewegungsmelder sind tolle Möglichkeiten, um mögliche Einbrecher abzuschrecken“, sagt Brill. Ein gut beleuchtetes Grundstück lasse wenig Raum für unbemerkte Handlungen und auch Alarmanlagen – oder zumindest entsprechende Hinweisschilder – , oder Videoüberwachungen könnten abschreckend wirken.

Zuletzt empfiehlt er: Auch die Nachbarschaftshilfe könne eine große Rolle spielen. Wer auf das Grundstück des Nachbarn achtet und Verdächtiges zeitnah meldet, könne einen wirksamen Beitrag zur Prävention leisten.