In Schömberg war am Samstag, 6. Dezember, jede Menge geboten: Aus dem „Städtle“ wurde ein Weihnachtsdorf.
Wenn es auf dem Vorplatz der Zehntscheuer funkelt und nach Sauerkraut, Speck und Glühwein riecht, dann zieht’s die Schömberger, und mit ihnen viele Gäste aus der Nachbarschaft, ins „Städtle“. Das Weihnachtsdorf ist längst kein Geheimtipp mehr – besonders in der Dämmerung und am Abend tummeln sich die Massen, ganz nach dem Motto „Sehen und gesehen werden“.
Obwohl es regnete und windete, schlenderten aber schon am frühen Samstagnachmittag nicht wenige Marktbesucher über das Gelände, schließlich gab es einen kleinen offiziellen Teil mit Musik und einer Ansprache.
Die Stadtkapelle spielte, kurz nach dem 14-Uhr-Schlag der Kirchturmuhr, unter der Leitung von Ingo Mager die bekannten Klassiker. Weil das Weihnachtsdorf auf den Nikolaustag fiel, durften auch zwei Strophen von „Lasst uns froh und munter sein“ natürlich nicht fehlen.
Stadtchef zeigt sich begeistert
Bürgermeister Karl-Josef Sprenger war die Freude über die große Resonanz anzumerken, er schwärmte geradezu über die „wunderbare Kulisse“ und vor allem über den „Genussweg“, der kulinarisch keine Wünsche offenlasse. Da hatte der Stadtchef in der Tat recht, wer hungrig nach Hause gehen musste, dem war nicht zu helfen. So boten die Dartfreunde aus der „Kanone“ Gyros an, die 20er Flammbrot, die jungen Feuerwehrleute einen deftigen Bauerntopf, der Albverein die klassische „Fescht-Wurscht“, die Kicker Gulaschsuppe und die 19er Chili con Carne. Wem es eher nach etwas Süßem war, wurde ebenfalls fündig, und natürlich gab es auch jede Menge Flüssiges gegen klamme Hände, mit und ohne Alkohol.
Das Weihnachtsdorf bot auch wieder eine reiche Auswahl an Deko und Geschenken für den Gabentisch. Zum Beispiel bei der Boulegruppe, beim Häkeltreff aus Weilen u.d.R. und bei der „Rasselbande 362“, die zum ersten Mal am Start war. Hinter der „Rasselbande“ versteckt sich keine Krabbel- oder Kindergartengruppe, sondern ein Freundeskreis aus Hundehalterinnen, die zum großen Teil aus Schömberg stammen. Für was steht die 362? Zählt man das Alter der Tierfreundinnen zusammen und teilt das Ergebnis durch die Anzahl, kommt man auf diese Zahl. Einen Teil des Erlöses spenden sie dem Tierheim Norderstedt bei Hamburg.
Weitere Attraktionen waren das Glücksrad der 19er, das sich unaufhaltsam drehte, und vor allem der Besuch des Nikolaus. Der bärtige Himmelsbote kam mit vielen Geschenken, denn der Bürgermeister wusste schon bei der Eröffnung, „dass hier brave Kinder sind“. Deshalb hatte er schon ein bisschen Mitleid mit ihm und zitierte aus einem Gedicht: „Du musst Dich sicher plagen, den schweren Sack zu tragen.“
Schömberger Geschichte in der Bücherei
Nicht wenige Bummler steuerten die Bücherei an – nicht nur, um sich aufzuwärmen, sondern um in die Geschichte Schömbergs einzutauchen. Die Leiterin Ingrid Butz hatte alte Bilder und Dokumente zusammengetragen, unter anderem über die erste Apotheke, die man im Jahr 1833 im ehemaligen „Stäußle-Haus“ eingerichtet hatte, den Bau der „Neuen Straße“ im Jahr 1844, die heute noch als B 27 existiert, und die Übergabe der Eisenbahnstrecke von Schömberg nach Rottweil am 25. Oktober 1928, aus dessen Anlass eine Straße zur „Via Trumphalis“ wurde.
Aber auch an ein ganz dunkles Kapitel erinnerte die Ausstellung, den Stadtbrand, der sich am 9. Dezember zum 275. Mal jährt. Das Feuer legte fast ganz Schömberg in Schutt und Asche, 128 Gebäude brannten bis auf die Grundmauern nieder, lediglich vier Häuser blieben heil.