Die Staatsgalerie Stuttgart. Foto: dpa

Zuschüsse sollen um 20 Prozent gekürzt werden – Ministerin: mehr finanzielles Privatengagement.

Stuttgart - In der Kulturfinanzierung kann man schon mit geringen Kürzungen viel zerstören. Das war Konsens im Land – bisher. Jetzt überrascht die Landesregierung mit massiven Einsparvorschlägen.

Baden-Württemberg muss und will sparen. Aktuell sucht eine Haushaltsstrukturkommission nach möglichen Einsparfeldern. Ins Visier genommen haben die Fahnder auch die Kultur. Die unserer ­Zeitung vorliegenden Vorschläge des SPD-geführten Finanzministeriums sehen unter anderem vor, die Zuschüsse für die staat­lichen Museen um jeweils 20 Prozent zu ­kürzen. Insgesamt 11,8 Millionen Euro ­sollen so 2013 eingespart werden, 2014 ­rechnet man mit 11,94 Millionen eingesparten Euro.

Streichen will man auch bei den ­Großen Landesausstellungen, bisher zentrales In­strument der Museen, die für das ­Be­su­cherinteresse wichtigen Sonderausstellungen überhaupt möglich zu machen. Das Finanzministerium geht hier für 2013 von Einsparungen in Höhe von mindestens 500.000 Euro aus. Nicht nur finanz­po­li­ti­schen Zündstoff birgt schließlich der Vorschlag, „die Landesbühne Bruchsal könnte mit der Württembergischen Landesbühne Esslingen verschmelzen“. Mehr noch aber: „Das Landestheater Tübingen wird in ein Kommunaltheater umgewandelt.“

„Die Förderung der Kunst hat nicht von oben ­herab zu erfolgen“

Am Donnerstagabend hatte Theresia Bauer (Grüne), Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst, mit dem Hinweis überrascht, „die Förderung der Kunst hat nicht von oben ­herab zu erfolgen“. Bei der Eröffnung der Neupräsentation der Schausammlung des Landesmuseums Stuttgart unter dem Titel „Legendäre Meisterwerke“ forderte Bauer eine Neuausrichtung der ­Museen im Land. „Die Häuser“, so die Ministerin, „müssen als kulturelle Dienstleister gleichermaßen für ihre Besucher und für Partner aus der ­Wirtschaft interessant sein.“

Jährlich investiert das Land Baden-Württemberg 343 Millionen Euro in die Förderung der Kultur. Dies entspricht einem Prozent des Landeshaushalts. Die Ministerpräsidenten Stefan Mappus und Günter Oettinger (beide CDU) hatten in den vergangenen Jahren wiederholt vor einem Missverhältnis von Einsparpotenzial und Zerstörungskraft im Kulturbereich gewarnt.

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