Die Zahl der Verkehrsunfälle ist im Jahr 2020 gesunken. (Symbolfoto) Foto: dpa

Die Zahl der Verkehrstoten in Baden-Württemberg ist im Corona-Jahr 2020 auf einen historisch niedrigen Wert gesunken. "Die Unfallzahlen insgesamt waren stark rückläufig, mit zum Teil erheblichen Rückgängen in fast allen Bereichen", teilte Innenminister Thomas Strobl (CDU) mit. Doch wie sehen die Zahlen für das Verbreitungsgebiet des Schwarzwälder Boten aus?

Oberndorf - Die gute Bilanz des Landes spiegelt sich auch in der Region wieder. Während in den Landkreisen Calw, Freudenstadt, Rottweil und dem Schwarzwald-Baar-Kreis die Gesamtzahl der Unfälle im Jahr 2019 noch bei 15.386 lag, sind es 2020 nur noch 12.695. Das entspricht einem Rückgang von rund 17,5 Prozent. In 1607 Fällen entstand lediglich Sachschaden, in den anderen 11.088 Fällen wurden zudem Menschen verletzt.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Statistik lagen aus dem Zollernalbkreis noch keine Daten vor.

Tote und Verletzte

Bei den Todesfällen und Verletzten sieht die Entwicklung ähnlich aus: Die Zahl der insgesamt verletzten Menschen ist um 13,8 Prozent auf 2413 gesunken. Von ihnen wurden 51 (27,5 Prozent weniger) tödlich verletzt. Die Zahl der Leichtverletzten sank um 20 Prozent auf 1919. Eine Auffälligkeit bleibt jedoch bei der Zahl der Verletzten: Im Vergleich zum Vorjahr ist bei den Schwerverletzten ein Anstieg von 14,7 Prozent auf 443 zu verzeichnen.

Risikogruppen

Die Polizei unterscheidet bei Verkehrsunfällen drei Risikogruppen: Kinder bis 13 Jahre, junge Erwachsene zwischen 18 und 24 Jahren und Senioren ab 65 Jahren. Auch hier sind die Unfallzahlen gesunken. Während im Jahr 2019 noch in 2848 Fällen Menschen aus Risikogruppen beteiligt waren, zeigt die Bilanz für 2020 einen Rückgang von rund 16,5 Prozent auf 2377. Was jedoch auffällig ist: Während in allen Landkreisen die Zahl der beteiligten Kinder gesunken ist, ist sie im Kreis Freudenstadt um 50 Prozent gestiegen.

Im Jahr 2020 wurde ein Kind tödlich verletzt (Kreis Rottweil), bei den jungen Erwachsenen waren es dreimal so viele (Kreis Freudenstadt und Rottweil). Bei den Senioren nahmen die Verkehrsunfälle öfter ein böses Ende - in zwölf Fällen kam jede Hilfe zu spät (alle Landkreise).

Aufschlüsselung nach Verkehrsteilnehmern

Die Polizei unterscheidet zwischen verschiedenen Verkehrsteilnehmern, die - abgesehen von Autos - an Unfällen beteiligt sind. Bei den Fahrradfahrern ist ein Anstieg von 12,6 Prozent auf 372 zu verzeichnen. In drei Fällen endete der Unfall tödlich. Die Zahl der Pedelec-Fahrer wird nur in den Landkreisen Calw und Freudenstadt separat erfasst. Hier findet sich im Jahr 2020 sogar ein Anstieg um 22,7 Prozent auf 49. In einem Fall kam ein Pedelec-Fahrer ums Leben.

Die Zahl der Unfälle mit Kleinkrafträdern und Motorrädern ist nahezu konstant geblieben. Im Jahr 2019 lagen sie bei 363, 2020 dann bei 371. Um zehn Prozent gesunken ist die Zahl der Unfälle mit Lastkraftwagen (über 3,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht). Waren hier im Jahr 2019 noch 630 zu verzeichnen, sind es 2020 nur noch 561 gewesen. Die Zahl der beteiligten Fußgänger ist um 37,9 Prozent auf 121 gesunken. In allen anderen Fällen waren ausschließlich Autos beteiligt.

Alkohol und Drogen

Alkohol und Drogen sind oft Ursache für Verkehrsunfälle. Auch hier sind die Zahlen gesunken. Bei den Alkoholunfällen gab es einen Rückgang von 10,3 Prozent auf 243. Bei den Drogenunfällen waren es 40 Prozent weniger.

Die Zahl der Todesopfer bei Alkohol- und Drogenunfällen ist konstant geblieben. Bei den Schwerverletzten durch Alkoholunfälle ist ein Anstieg von 11,8 Prozent auf 38 festgestellt worden, bei den Drogenunfällen ein Rückgang von 66,6 Prozent.

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