Der Wald hat in den letzten Jahren mit dem Klimawandel zu kämpfen. Dennoch haben Experten aus Sulz gute Neuigkeiten für den Gemeinderat und das Forstjahr 2025 in Sulz.
Borkenkäfer, Klimawandel und Schadholz wirken sich seit Jahren auf den Holzpreis aus. Gebietsleiter Joachim Bea vom Landratsamt Rottweil, Josephine Crocoll, Forstrevierleiterin im Bereich Vöhringen und Bergfelden, und Förster Karlheinz Mertes berichteten in der jüngsten Sulzer Gemeinderatssitzung von der aktuellen Entwicklung und geben einen Ausblick auf das kommende Jahr.
Mit der Witterung war man diesmal mehr als zufrieden, zeigt Bea mit Blick auf den Niederschlag in den vergangenen zwölf Monaten. Im September 2024 habe es fast doppelt so viel geregnet wie im Durchschnitt der Klimareferenzkurve.
Von Februar bis Mitte Mai hingegen sei es sehr trocken gewesen. So trocken, dass sie bereits besorgt gewesen seien. Mit dem Regen im Juni und Juli sei der Sommer aus ihrer Sicht dann aber noch gerettet worden, berichtet der Experte.
Forst mit Witterung zufrieden
Durch diese recht guten Witterungsverhältnisse habe der Forst planmäßig wirtschaften können. Temperaturtechnisch müsse man sich aber darauf einstellen, dass die meisten Monate – so wie in den vergangenen Jahren auch – über dem Durchschnitt liegen. Dadurch werde der Klimawandel im Forst sichtbar werden.
Wenn die Witterung so bleibe, könne bis zur ersten Jahreshälfte des kommenden Jahres aber planmäßig gewirtschaftet werden. Erfreulich sei zudem, dass es in diesem Jahr sehr wenig Schadholz und Käferbefall gegeben habe. Somit sei die so genannte zufällige Nutzung sehr gering gewesen. In Sulz liege diese derzeit bei etwa zehn Prozent, berichtet Bea.
Holzmarkt entwickle sich positiv
Auf den Holzmarkt wirke sich das positiv aus. Denn: Weniger Schadholz auf dem Markt bedeute eine Steigerung des Preisniveaus. So könne Stammholz aus Fichte zu einem Preis von 122 Euro pro Festmeter verkauft werden. Tanne liege etwa fünf bis sieben Euro darunter.
Bei Paletten gebe es eine steigende Nachfrage. Diese könnten dieses Jahr für etwa zehn Euro mehr verkauft werden als noch im Vorjahr – und zwar für etwa 70 Euro.
„Nicht prickelnd“ sei die anhaltende Flaute in der Baubranche – auch wenn inzwischen prozentual mehr mit Holz gebaut werde, da es mehr Möglichkeiten gebe, Laubholz im Bau zu verwenden, so Bea. Eventuell bald nicht mehr regional produziert wird Papier. Denn das könnte sich durch die Energiekosten für Hersteller bald nicht mehr lohnen, meinte er.
Planmäßigkeit schwer einschätzbar
Allerdings sei es schwer abzuschätzen, ob der Forstplan tatsächlich bis ins kommende Jahr so planmäßig durchgesetzt werden könne. Denn: Bei all den Konflikten in der Welt sei es nicht absehbar, welche „Eskalationen“ den Forst und den Holzmarkt betreffen könnten. Dennoch ist das Forstamt vorsichtig optimistisch: Vielleicht könne es – seit 2019 – das erste Jahr werden, in dem der Forst kein Minus mehr verzeichne, so Förster Karlheinz Mertes.
Josephine Crocoll zeigte sich über dieses Ergebnis sehr erfreut. Seit sie im Forst arbeite, habe es noch nie ein Jahr gegeben, das komplett planmäßig abgelaufen sei. „Wir hoffen, dass es die nächsten Jahre so weiter geht.“ Mertes gibt allerdings zu Bedenken: „Elf Prozent zufällige Nutzung wird es nächstes Jahr sicher nicht mehr geben.“