Das Entsorgen von Hausmüll in öffentlichen Gefäßen ist für Weil am Rhein ein Problem. Dieses könnte sich verschärfen, denn die Zahl der Leerungen soll reduziert werden.
Die illegale Müllentsorgung ist ein stetig wachsendes Problem in Weil am Rhein. Dieses könnte nun noch weiter zunehmen, denn nach dem Beschluss des Kreistags soll die Restmülltonne nur noch alle drei Wochen geleert werden.
Und wilder Müll kostet die Stadt Geld: Mehr als 242 Tonnen Müll wurden in Weil am Rhein im Jahr 2024 im öffentlichen Raum eingesammelt, dazu gesellen sich rund 420 Tonnen Müll, den die Straßenkehrmaschine aufgenommen hat. Die Gesamtkosten betragen rund 120.000 Euro, wie die Stadt auf ihrer Webseite mitteilt.
Im Jahr 2025 sind rund 713 Tonnen Müll in öffentlichen Gefäßen angefallen. „Und dieses Problem, das sprichwörtlich bis zum Himmel stinkt, wird immer größer. Die Tendenz ist seit Beginn dieser Statistik im Jahr 2017 eindeutig: sie zeigt nach oben“, schreibt Pressesprecher Mirko Bähr in einer Mitteilung.
Im Vorjahr hat die Straßenkehrmaschine rund 420 Tonnen mitgenommen, die Kosten betrugen rund 150.000 Euro. „Es ist offensichtlich. Es wird immer mehr“, wird Reiner Müller, stellvertretender Leiter des Betriebshofs, in der Mitteilung zitiert. Seine Mannschaft ist täglich im Auftrag der Sauberkeit unterwegs.
Nach dem Kreistagsbeschluss zeigt sich die Oberbürgermeisterin auf Anfrage unserer Zeitung besorgt: „Natürlich betrachten wir als Stadt die Reduzierung der Leerungen mit Sorge. Schon jetzt sehen unsere Mitarbeiter des Werkhofs tagtäglich, wie Menschen ihren privaten Hausmüll in Mülleimer stopfen, ihn einfach auf die Straße stellen und sich auch keine Mühe machen, dies heimlich zu tun. Die Kosten trägt die Allgemeinheit.“
Immer mehr privater Müll
Mit der städtischen Müllkampagne will die Stadtverwaltung die Menschen dafür sensibilisieren, Müll zu vermeiden, richtig zu trennen „und vor allem Kippen, Verpackungsmaterial oder Flaschen nicht einfach sorglos irgendwo hinzuschmeißen“.
Becher, Flaschen und Verpackungen verschandeln das Stadtbild: Der Betriebshof Weil am Rhein hat jedenfalls alle Hände voll zu tun, heißt es weiter. Auffällig sei, dass immer mehr Menschen ihren Hausmüll direkt an den Abfalleimern oder öffentlichen Orten ablegten. Immer mehr erkennbar privater Müll werde öffentlich und auf Kosten der Allgemeinheit entsorgt.
Großes Thema für die Stadt
Der Müll in der Stadt ist ein großes Thema, das auch die Bürger in hohem Maße beschäftige. „Das sind doch allesamt ernüchternde Zahlen“, meint Stöcker. Auch aus diesem Grund wurden zuletzt die Bußgelder erhöht.
Die illegale Müllentsorgung wird in Deutschland als Ordnungswidrigkeit oder Straftat geahndet. Bußgelder können je nach Art und Menge des Abfalls von wenigen Euro bis 100.000 Euro reichen. In Weil am Rhein können diese gemäß Internetrecherche bis zu 5000 Euro betragen. Beim Wegwerfen von Plastiktüten, Einwegbechern oder Kaugummis könnten rund 50 bis 500 Euro fällig werden.
Neuralgische Orte in der Stadt sind besonders häufig von Vermüllung und Sperrmüllablagerung betroffen. Dort würden Haushaltsabfälle, kaputte Elektrogeräte und Möbel auf öffentlichen Flächen entsorgt und Zigarettenstummel, Einwegbecher oder Plastikabfälle achtlos liegenlassen, teilt Bähr mit. Zu diesen Abfall-Hotspots zähle zum Beispiel die Hardstraße: unter der Autobahnbrücke in Friedlingen werde regelmäßig Hausmüll und Sperrmüll abgeladen.
Die Grünflächen, Spiel- und Grillplätze des Landesgartenschau-Geländes würden vor allem in den warmen Monaten vermüllt. Zu den weiteren Bereichen, die verstärkt von Vermüllung betroffen sind, gehört der Quartierstreff Friedlingen (Hauptstraße und Blauenstraße), das Gelände von Realschule Dreiländereck und Gemeinschaftsschule sowie der Rheinpark. Ferner dienten Flächen mit Altglas- oder Altkleidercontainern regelmäßig zur Müllablage.
Kommunen arbeiten gemeinsam gegen die Vermüllung
Die Stadt beteiligt sich an der interkommunalen Kampagne „Geht’s noch? Mach keinen Mist!“ gegen wilden Müll, in enger Abstimmung mit der Abfallwirtschaft des Landkreises Lörrach. Bewusst wollen auch Lörrach, Rheinfelden, Schopfheim und Grenzach-Wyhlen unter diesem Slogan darauf hinweisen, dass illegale Müllentsorgung kein Kavaliersdelikt sei, teilt Weil am Rhein auf seiner Webseite mit. Darüber hinaus hat die Stadt die Kampagne „Weil.Sauber.Besser“ ins Leben gerufen.
Diese soll das Bewusstsein für Ordnung, Sauberkeit und Nachhaltigkeit stärken, durch alle Generationen und Bevölkerungsgruppen. „Mit gezielter Aufklärung, sichtbaren Maßnahmen, Anreizen und auch klaren Regeln wollen wir ein Zeichen setzen: Weil am Rhein ist unsere gemeinsame Heimat. Lassen Sie uns Verantwortung übernehmen – für eine Stadt, die sauber, sicher und lebenswert bleibt“, wird Oberbürgermeisterin Diana Stöcker in einer Pressemitteilung zitiert.