Die Fraktionssprecher im Gemeinderat erläuterten ihre Sicht zum Stadthaushalt 2026 (von links): Rechnungsamtsleiter Michael Manger, Siegbert Wernet (FDP), Michael Gut (CDU), Bürgermeister Micha Bächle, Philipp Hofacker (Gruppe 84) und Peter Ebnet (SPD). Foto: Dagobert Maier

Der Bräunlinger Haushalt 2026 legt besonderen Wert auf Investitionen und die Konsolidierung der Finanzen, er kommt ohne Neuverschuldung aus. Das ist nicht selbstverständlich.

Eine Neukreditaufnahme, viele Investitionen, ein Schuldenstand im Kernhaushalt von rund fünf Millionen Euro bei einem Volumen von rund 25 Millionen Euro: Diese Kernzahlen prägen den Haushaltsplan 2026 der Stadt Bräunlingen. Er wurde einstimmig vom Gemeinderat verabschiedet.

 

„Der Haushalt 2026 ist ein guter Haushalt und hebt sich ein Stück weit von den meisten anderen Haushalten im Land ab. Wir schaffen es, einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen und ohne neue Schulden im Kernhaushalt auszukommen. Wir bauen unsere Schulden sogar um eine halbe Million Euro ab. Dies ist beachtlich und ein Zeichen der gemeinsamen Kraftanstrengung. Alle haben gemeinsam an einem Strang gezogen und ein gutes Werk mit 426 Seiten und einem Volumen von mehr als 25 Millionen Euro geschnürt. Darin haben wir festgelegt, was wir gemeinsam 2026 umsetzen und anpacken wollen“, sagte Bürgermeister Micha Bächle zur Haushalhttps://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.braeunlinger-haushalt-diskussionsbedarf-nach-283-fragen.f7d74402-f2bd-472e-9ca0-36d2802b113d.htmltsverabschiedung.

Er betonte, dass der Haushalt 2026 ohne neue Schulden auskomme und sich die Bemühungen um eine Haushaltkonsolidierung bemerkbar gemacht hätten.

Disziplin im Gemeinderat

Unter die Überschrift „Leinen los – jetzt geht es ans Umsetzen“ stellte Michael Gut (CDU) sein Statement zur Verabschiedung des Haushalts. Vor allem die Disziplin im Gemeinderat habe es möglich gemacht, dass Bräunlingen zu den zehn Prozent der Gemeinden im Land gehöre, die einen ausgeglichenen Haushalt beschließen können. Die Stadt habe einen klaren Kurs, den sie 2026 fahren wolle, wobei etliche Dinge zu Ende gebracht werden müssten. Gut nannte dabei die innerstädtischen Entwicklungsflächen, das Hallenbad und auch die Liegenschaften im Bereich des Löwenkreisels.

Die Meilensteine für die Rathaussanierung müssten festgelegt, die Sanierung der Landesstraße 181 vorangetrieben und die nächsten Gewerke im Nahwärmenetz angegangen werden. Mit dem Mottosatz „Die Dinge für sich zu Ende bringen“ schloss Gut seine mit viel Zuversicht ausgestatteten Haushaltsworte.

Firmen investieren

Mit den auflockernden Worten „Zur Abwechslung was Positives bei all den negativen Umtrieben und Berichten im Land“ begann Philipp Hofacker (Gruppe 84) seine Haushaltsbemerkungen. Er lobte, dass es gelungen sei, ein ausgeglichenes Haushaltsergebnis zu erreichen. „Äußerst positiv sind die sehr hohen Investitionen der Bräunlinger Firmen in den hiesigen Standort“, hob er hervor. Das zeige die positive Ausrichtung der Betriebe.

Hofacker erwähnte das Sondervermögen des Bundes, das von den Kindern irgendwann bezahlt werden müsse. Wichtig sei dabei, dass das Geld in Deutschland bleibe und die Kommunen es zur freien Verfügung hätten. Mit einem Rückblick auf den Haushalt 2025 und die kommunalpolitischen Meilensteine sowie Projekte begann Siegbert Wernet (FDP) seine Sicht auf den Haushalt 2026. „Der Haushalt 2026 wurde ohne Neuverschuldung und mit einer Tilgung von Altschulden aufgestellt“, bekräftigte Wernet, was auch durch hohe Gewerbesteuerzahlungen begünstigt worden sei.

Von Nahwärme bis Rathaus

Stichwortartig ging er auf die Vorhaben 2026 ein. Dazu gehören die Nahwärme, die Sporthallenverbesserungen, die L181, das Rathaus, verschiedene Grundstückskäufe und vor allem die Forderungen der Umlandgemeinden für Schulhausneubauten. Unter anderem dankte er den Vereinen für deren gute Jugendarbeit. Sie seien das Aushängeschild der Stadt.

„Wir müssen in Zukunft verstärkt Prioritäten setzen, denn die fetten Jahre sind vorbei“, sagte Peter Ebnet (SPD) zur Haushaltsverabschiedung. Er blickte kurz auf das Jahr 2025 zurück, in dem alle Pflichtaufgaben hätten erfüllt werden können. Das Nahwärmenetz, die Wasserversorgung und auch die Schul- und Kindergarteninfrastruktur zeigten den verantwortungsvollen Umgang mit den vorhandenen Mitteln. „Wir sind nicht gezwungen, hohe Schulden aufzunehmen. Mit dem Haushalt 2026 stehen wir wieder vor großen Herausforderungen, da auf der Einnahmenseite einiges unsicher und die Risiken bei den Ausgaben beträchtlich sind“.

Ebnet erinnert an einige unerwartete Kosten 2026. Nach der Aufzählung der Haushaltsschwerpunkte 2026 betonte Ebnet, dass für seine Fraktion der verantwortungsvolle Umgang mit Schulden ein zentrales Kriterium des kommunalpolitischen Handels sei. Es dürften keine Prestigeprojekte finanziert werden.

Ausblick

„Wir müssen diesen Kurs auch 2026 weiterfahren, da wir jetzt schon wissen, dass wir 2027 in schwierigeres Fahrwasser kommen“, sagte Bürgermeister Micha Bächle. „Wir brauchen Spielräume, um wichtige Zukunftsinvestitionen für unsere Stadt umsetzen zu können“. Als Beispiele nannte Bächle das Nahwärmenetz, die Planungen für die Rathaussanierung und die Sanierung der Landstraße.