Ein reichhaltiges Angebot auf dem Wochenmarkt und viele Kunden – davon träumt man in St. Georgen. (Symbolfoto) Foto: Pixabay/Inn

Nur noch wenige fünf Stände und ein eher kleiner Kundenkreis – beim St. Georgener Wochenmarkt ist Luft nach oben. Doch wie wird der Markt wieder zum Besuchermagnet?

Womit hatte der St. Georgener Wochenmarkt zuerst zu kämpfen – damit, dass die Kunden fehlen, oder damit, dass nur noch eine Handvoll Stände auf dem Marktplatz stehen? So ganz genau kann es wohl keiner sagen.

 

„Es ist das klassische Henne-Ei-Problem“, fasste es Lothar Schwarz (Initiative für St. Georgen) beim Potenzial-Rundgang durch die Innenstadt zusammen, den Vertreter des örtlichen Handels- und Gewerbevereins (HGV), des Gemeinderats, der Stadtverwaltung sowie der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwarzwald-Baar-Heuberg jüngst gemeinsam unternahmen.

Über eines waren sich alle einig: Der Wochenmarkt, der aktuell immer samstags stattfindet, soll wieder populärer werden. Denn die Veranstaltung sei in der Vergangenheit schon deutlich größer gewesen als die aktuell vier, manchmal fünf Stände. „Der Markt war gut frequentiert, als Edeka noch am Marktplatz war“, erinnerte sich Hans-Peter Rieckmann (Freie Wähler).

Doch mit dem Umzug des Nahversorgers hätten immer weniger Kunden ihren Weg zu den Ständen auf dem Marktplatz gefunden. „Etwas übertrieben gesagt: Mit der Eröffnung von Edeka am neuen Standort war der Markt aus“, bilanzierte Rieckmann.

Bergstädter besuchen Märkte außerhalb

Nicht nur, dass es die Edeka-Kunden samstags ein paar Schritte weiter zum Wochenmarkt hatten – auch Kuchenverkaufsstände von Schulen und Kindergärten sowie die Verkaufsstände der Initiative Eine-Welt fänden nunmehr im Eingangsbereich von Edeka statt, nicht mehr auf dem Wochenmarkt, mahnte Kirsten Heinzelmann (Grüne Liste) an.

So oder so – mittlerweile ist der Wochenmarkt in der Bergstadt arg zusammengeschrumpft. Nicht wenige St. Georgener nehmen Wege nach Villingen und Königsfeld auf sich, um auf den dortigen Wochenmärkten einzukaufen, ärgerte sich Sabine Günter.

Markt ist auch für Einzelhändler wichtig

Dieser Ärger kommt nicht ohne Grund: Für die Einzelhändler im St. Georgener Stadtzentrum sei der Wochenmarkt ein wichtiges Thema, erklärte Guido Eichenlaub – und forderte weitere Schritte hin zur Belebung des Markts. „Es liegt mir fern zu sagen, man könnte oder sollte. Ich mache dann schon lieber selbst“, meinte er. „Aber das kann ich hier nicht.“ Denn die Hoheit über den Wochenmarkt liege bei der Stadt. Damit sei die Verwaltung die handelnde Kraft.

Im Rathaus steht das Thema schon längst auf dem Plan, wie Tabea Epting vom Stadtmarketing bekräftigte. Nach der Neueröffnung des sanierten Marktplatzes hatte man sich das eigentlich vorgenommen, wegen personeller Wechsel habe sich das Ganze nun aber noch einmal verzögert, warb sie um Verständnis.

Marktbeschicker zeigen kein Interesse

Gleichzeitig erlebt die Stadtverwaltung aktuell das, was Schwarz beim Potenzial-Rundgang auch zusammenfasste: „Wenn der Markt mal weg ist, ist es schwer, das Angebot wieder zu etablieren.“ Man habe, erinnerte sich Rieckmann, schon versucht, Marktbeschicker anzuwerben. Beispielsweise habe man bereits einmal alle Anbieter angeschrieben, die schon einmal Teil des Wochenmarkts gewesen waren. Doch die, schilderte Rieckmann, hätten kein Interesse gezeigt – die Auskunft: Der Umsatz sei zu gering.

Steigerung von Angebot und Nachfrage müssten also – idealerweise – Hand in Hand gehen. Wie aber könnte es gelingen, den Markt wieder populärer zu machen? Ideen gibt es so einige. Im Rathaus will man unter anderem den Samstag als Markttag hinterfragen, ließ Epting durchblicken. Mehr Werbung wünschte sich Eichenlaub.

Was machen andere Kommunen?

Amelie Hauptmann, die den Potenzial-Rundgang seitens der Agentur Imakomm als Expertin für Stadtentwicklung und Stadtmarketing begleitete, berichtete, wie es andere Kommunen machen: In ähnlichen Fällen setzten die Marktveranstalter mittlerweile auf „Mini-Events“ mit entsprechendem Rahmenprogramm wie Vereinsvorstellungen oder Musik. Auch Silke Brink brachte mit einem Marktfrühstück oder einem Kinderflohmarkt gleich mehrere Ideen ein, um wieder mehr Marktbesucher in die Innenstadt zu locken.