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Wenig Abstand Wintersportler stürmen Schneegebiete um Albstadt

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Am Schuppen neben der Tailfinger Piste hängt schon länger ein Schild "Rodeln verboten".  Foto: Eyrich

Winterberg im Sauerland ist am Wochenende abgeriegelt worden; anders wurde man des Ansturms der Wintertouristen nicht mehr Herr. Viele von ihnen hatten Ab- und Anstandsregeln souverän ignoriert – warum man auch in Albstadt ein Lied davon singen kann, lesen Sie in unserem (SB)+Artikel. 

Albstadt - Bis zum 10. Januar war das im Dezember verhängte Verbot, die Lifte zu öffnen und zu betreiben, terminiert; angesichts der noch immer hohen Infektionszahlen befürchtet Ingo Schick, Vorsitzender des WSV Ebingen, dass es für den Rest des Winters dabei bleiben und zu keinem Betriebstag kommen wird, ganz gleich, wie viel Schnee noch fällt. Er hatte unter den gegebenen Umständen mit "sehr ruhigen Tagen" zwischen den Jahren gerechnet.

So kann man sich täuschen. Auf Hängen und Loipen tummelten sich Rodler und Langläufer; Parkplätze und Straßenränder unterhalb des Ebinger Degerwandhangs und im Tailfinger Schalkental waren überfüllt von Fahrzeugen, die zum überwiegenden Teil Tübinger, Reutlinger, Stuttgarter, Böblinger, Ludwigsburger, Vaihinger, ja sogar Heilbronner Kennzeichen führten, und in den Pistenausläufen herrschte regelrechtes Gedränge – wobei Beobachter versichern, im fröhlichen Tumult nur sehr wenige Maskierte erblickt zu haben. Ein zusätzlich am Eingang zum Skihang im Schalkental aufgestelltes Rodelverbotsschild fruchtete nicht: Auch am Dreikönigstag fuhren dort viele – vor allem Auswärtige – fröhlich den Hang hinab. Das Schild habe sie nicht gesehen, versicherte eine besonders eifrige erwachsene Rodlerin auf Nachfrage und äußerte Unverständnis für das Rodelverbot, das der Gefahr durch die Straße unterhalb des Hangs geschuldet ist. Und draußen könne man sich ja nicht anstecken, fügte sie noch hinzu.

Ingo Schick freut sich grundsätzlich über Tagestouristen aus dem Großraum Stuttgart und aus den Nachbarkreisen, und natürlich hätte er sich in besseren Zeiten einen vergleichbaren Andrang auf die Lifte – laufende wohlgemerkt – gewünscht. Aber unter den gegebenen Umständen hat er den unverhofften Massenansturm mit einiger Skepsis beobachtet.

Hohe Ansprüche – wenig Kinderstube

Und das nicht nur wegen der Infektionsgefahr, sondern weil sich die Gäste auch in anderer Hinsicht recht anarchisch gebärdeten, die Kinderstube vermissen ließen und ein mehr als nonchalantes Anspruchsverhalten an den Tag legten. Beispiele: Sie hinterließen Müllberge, die, so Schick, "größer waren als der Verstand", ramponierte Rodelschlitten, volle Windeln und Glühweinlachen, die von ausgelassenen Stehpartys zeugten. Und dann war da noch das Telefon – es stand selten still; in einem Fall klingelte es noch um 23 Uhr. Anrufe zum Zustand der Loipen sind Standard und werden vom WSV gern beantwortet, aber damit hatte es nicht sein Bewenden.

Ein Anrufer beichtete, er habe beim Ausparken ein fremdes Fahrzeug beschädigt. "Hat sich der Fahrer bei Euch gemeldet? Ich will nicht wegen Fahrerflucht drankommen." Die Eltern eines Kindes, das mit dem Schlitten gegen einen Baum geprallt war, baten telefonisch den Verein um Hilfe, andere waren ohne Rodel an den Hang gekommen und wollten jetzt einen mieten. Das Vertrauen darauf, dass Vereine, die an dem ganzen Trubel keinen Cent verdienten, gleichwohl für Service jeder Art zur Verfügung stehen, kannte offensichtlich keine Grenzen.

Im Jahresbeitrag muss Klassentreffen drin sein

Ingo Schick betont, dass die Einheimischen eher zurückhaltend und größtenteils sehr besonnen gewesen seien – als Ausnahme nennt er einen Instagram-Post "Klassentreffen am Ebinger Skilift" mit einem Foto, das ein knappes Dutzend auf kleinstem Raum versammelter Personen vor dem Vereinsheim zeigt. "Wofür zahle ich sonst meinen Jahresbeitrag?" habe der darauf angesprochene Vereinsfreund zurückgefragt.

Im übrigen aber seien die Auswüchse zwischen Weihnachten und Neujahr vor allem aufs Konto der Auswärtigen gegangen, und weder den Vereinen noch der Stadt, mit der man an einem Strang ziehe, sei ein Vorwurf zu machen.

Weitere Verbotsverschärfungen möchte Schick vermeiden; stattdessen appelliert er an die Vernunft seiner Mitmenschen und bittet sie, den Vereinen das Leben nicht unnötig schwer zu machen. "Der Winter wird auch so noch hart genug."

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