Philipp-Thies Rapp ließ sich mit der Goldmedaille, dem WM-Trikot und einer Deutschlandflagge feiern. Foto: 24passion/Tom Weller

Der neue Weltmeister im Kunstrad-1er der Männer kommt vom RSV Tailfingen. Philipp-Thies Rapp, als Favorit gestartet, wurde seiner Rolle gerecht. Wir haben mit ihm gesprochen.

Es dauerte – verständlicherweise – eine ganze Weile, bis Weltmeister Philipp-Thies Rapp und Bundestrainer Dieter Maute den Weg in den Presseraum der Göppinger EWS-Arena fanden. Nach der emotionalen Siegerehrung inklusive Nationalhymne galt es, einen Gratulationsmarathon zu „bewältigen“.

 

Schließlich ist der WM-Titel der größte Triumph in der sportlichen Laufbahn des 22-Jährigen. 16 Jahre zuvor begann er beim RSV Tailfingen mit dem Kunstradsport – und führt die große Tradition des Vereins fort. Insgesamt 16 Mal standen Fahrer des RSV bei solchen Titelkämpfen ganz oben. „Damit sind wir weltweit der erfolgreichste Verein“, merkte Bundestrainer Dieter Maute, gleichzeitig Rapps Vereinstrainer, an. Dabei wurde seit Saisonbeginn auf diesen Wettkampf hingearbeitet, die Favoritenrolle hatte der Sportsoldat, welcher parallel in Tübingen studiert, sofort inne. War dies auch die große Herausforderung?

Mit Vorfreude zum Sieg

„Ich konnte mich die Saison über an diese Rolle gewöhnen und wusste relativ früh, dass ich mit Linus Weber hier sein werde. Es war etwas anderes als Letzter zu fahren. Am Anfang habe ich es eher noch so gesehen, dass ich ja nur verlieren kann, weil ich zehn Punkte Abstand habe. Das war aber jetzt nicht mehr das Problem, ich bin mit Vorfreude an den Start gegangen. Während der WM hat das keine negative Rolle gespielt“, so Rapp. Maute ergänzt: „Wir haben über diese Wettkampfsituation eine Entwicklung genommen. Wir haben gleich vorweg genommen, was kommen wird und uns gut darauf eingestellt.“

Bei seiner fünfminütigen Kür, welche letztlich zum Erfolg reichte, lief bis kurz vor Schluss fast alles glatt. Neben einem Absteiger bei der viertletzten Übung, war das Tailfinger Duo auch mit den Kampfrichtern nicht 100 Prozent einverstanden. „Ich fand schade, dass es bei der Freien Stützwaage Abzüge gab. Ich fand sie gut, aber es hat ja trotzdem gereicht“, erläutert Rapp. Zudem gab es bei der Zeitnahme Probleme, weil die Uhr fünf Sekunden zu früh tickte. „Das wurde vom Kampfrichterobmann korrigiert“, merkte Maute an.

Der Beginn einer Ära?

All dies waren am Ende des Tages aber Nebensächlichkeiten. Rapp darf sich nun Weltmeister nennen – dies genau 30 Jahre nach dem letzten Triumph von Dieter Maute. Dieser feierte insgesamt fünf Titel. Und wer weiß, vielleicht eifert ihm Rapp ja weiter nach und startet eine ähnliche Ära.