"Ich wollte immer schon einmal einem Weltmeister die Hände schütteln." Diese Worte waren oft zu hören, als der vierfache Weltmeister Günter Bitzer aus Laufen am Frommerner Schützenhaus empfangen wurde – mit zwölf Kanonenschüssen.
Balingen-Frommern - Sein Bruder Waldemar Bitzer, Vorsitzender des Schützenvereins Laufen, für den Günter Bitzer an Luftgewehrrundenkämpfen teilnimmt, sprach am Sonntagnachmittag von einer "einmaligen Leistung". Gleich vier Titel sowie eine Silber- und zwei Bronzemedaillen holte der auch für den Schützenverein Frommern startende Bitzer, der zudem auch bei der Historischen Bürgerwehr Rottweil schießt, bei der in der vergangenen Woche in Pforzheim stattgefundenen Weltmeisterschaft mit dem Vorderlader.
Erst eine Enttäschung
Dabei begannen die Titelkämpfe mit einer großen Enttäuschung. Beim ersten Wettkampf "Percussion" landete der Metzgermeister unter ferner liefen. "Ich war total am Boden zerstört, aber meine Teamkameraden bauten mich wieder auf", so Bitzer. "Der Zusammenhalt unter uns Schützen ist extrem groß, wir sind quasi eine große Familie, und es gibt keinerlei Neid."
Dafür lief es im Anschluss wie am Schnürchen, denn er gewann Gold jeweils mit der Mannschaft im "Pauly" (Dienstgewehr 100 Meter liegend), "Wedgnock" (100 Meter liegend mit Steinschlossgewehr), in der Königsdisziplin "Grand Prix de Versailles", in der jeweils drei Schützen mit dem Original-Dienstgewehr und der Original-Muskete schießen, und im Einzel mit dem "Minié", einem Originalgewehr aus den 1870er-Jahren.
Silber gab es mit der deutschen Mannschaft im "Königgrätz" (Dienstgewehr 50 Meter Mannschaft) und Bronze im Einzel mit dem "Tanegashima Replica“ (Steinschlossgewehr 50 Meter stehend) und dem "Lamarmora Original" (50 Meter Dienstgewehr stehend).
Langer Weg bis zum Erfolg
Bis er zu diesem Triumph kam, war es ein langer Weg, wie der erfolgreiche Schütze betonte. Aufgrund der großen Konkurrenz in Deutschland reichte es überhaupt nicht oder 2021 nur als Nachrücker für das Großevent. "Ohne meine Familie wäre ich verloren. Wenn sie mitspielt, was ich glaube, dann werde ich versuchen, mich auch im nächsten Jahr wieder für die WM zu qualifizieren. Aber mir ist bewusst, dass es schwer ist oben zu bleiben, zumal Deutschland beim Vorderlader weltweit führend ist und über 50 bis 60 starke Schützen verfügt, von denen sich nur zehn für die Nationalmannschaft qualifizieren", blickt Bitzer voraus.