Der Weltladen Horb versucht, präsenter in der Stadt zu werden. Denn die Geschäfte laufen noch nicht so, wie sich das die Verantwortlichen wünschen würden.
Freitag. Wochenmarkt in Horb. Die Besucher schlendern über den kleinen Platz vor der Markthalle, in der Luft liegt der Duft von frischen Erdbeeren – und über allem das Gefühl von Sommer. Es ist das erste Mal, dass man dort auch den Fairkauf antrifft. An dem Stand bekommt man verschiedene Tees, Marmeladen, Gewürze oder Bonbons.
„Wir wollten einfach mal raus aus unserem Laden, präsent sein. Die Menschen sollen sehen, dass wir da sind“, sagt Margrit Stimmler vom ehemaligen Weltladen. Der besagte Laden ist zuletzt gemeinsam mit dem Tafelladen und dem Begegnungshaus „Paradios“ der Caritas unter ein Dach im Reibegässle 6 gezogen – und wurde zu diesem Anlass in „Fairkauf“ umgetauft.
Nachdem der Mietvertrag des Ladens in der Neckarstraße 44 Ende 2023 ausgelaufen war, hatte das Fachgeschäft für fairen Handel monatelang nach einer neuen Bleibe gesucht – bis es sie schließlich im Reibegässle gefunden hatte.
Zu weit abseits im Reibegässle?
Doch die Geschäfte könnten besser laufen, sagt Stimmler. Was vor allem am neuen Standort liege: „Im Reibegässle sind wir einfach etwas abseits. Heute kamen auch schon ein paar Leute auf uns zu, die wissen wollten, wo das denn überhaupt liegt.“ Zu den Kunden des Fairkaufs gehören zudem viele Senioren, die oft nicht mehr gut zu Fuß sind und denen der Weg zum neuen Standort des Geschäftes deshalb zu weit sei.
Im Februar noch hatte es von Seiten der Verantwortlichen des Weltladens kritische Töne in Richtung der Stadt Horb gegeben. Besonders bei der Suche nach einem neuen Standort hatten sie sich allein gelassen gefühlt. „Es gab zwar einige Ideen, mit denen wir auf die Verantwortlichen der Stadtverwaltung zugegangen sind, die sich dann jedoch durch deren Schweigen oder durch zu hohe Mietforderungen von selbst erledigt haben“, sagte Ursula Nagel, eine der Verantwortlichen, damals zu diesem Thema.
Renate Müller-Djuga fügte an, dass man sich hier mehr Unterstützung von Seiten der Stadt Horb gewünscht hätte. „Und das sowohl in finanzieller als auch individueller Hinsicht, denn Horb habe das Label Fairtrade-Stadt zu sein, ohne einen eigenen Weltladen zu betreiben“, verdeutliche Nagel.
Ziel: regelmäßig dabei sein
Dahingehend scheint es nun aber eine Entwicklung gegeben zu haben. „Das Stadtmarketing gibt sich Mühe, uns einzubeziehen“, hat Stimmler auf Nachfrage nur Worte des Lobes für die Stadt übrig. „Es gibt mittlerweile sogar einen Fairtrade-Beauftragten bei der Stadt.“
Was die Zukunft des Fairkaufs auf dem Horber Wochenmarkt betrifft, so sei das vorrangige Ziel, regelmäßig dabei zu sein, sagt Stimmler. „Auf dem Markt herrscht einfach eine besondere Atmosphäre.“ Natürlich sei das aber auch davon abhängig, ob sich jede Woche genügend Ehrenamtliche für den Markt finden lassen. Aktuell arbeiten im Fairkauf um die zwölf ehrenamtliche Mitarbeiter.
Ehrenamtliche Helfer gesucht
Jeder kann mithelfen
Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind gesucht –und jeder könnte in dem Bereich, der ihm am meisten liegt, beispielsweise im Verkauf oder als Fahrer, mithelfen. Wer Interesse hat, kann sich unter der Telefon-Nummer 0162/ 2 49 39 33 melden.
Öffnungszeiten
Geöffnet hat der „Fairkauf“ montags von 10 bis 18 Uhr und donnerstags von 10 bis 16 Uhr. An den anderen Werktagen von 10 bis 14 Uhr.