Janina Hettich-Walz (SC Schönwald) traf am Sonntag im Liegendanschlag alle Scheiben. Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Oberhof und Janina Hettich-Walz – das passte bis zum Stehendschießen am Sonntag. Die Schwarzwälderin lässt nach dem Podest mit der Staffel (3.) beim Verfolger zu viele Scheiben stehen.

Die Schwarzwälderin hatte sich im Sprint am Freitag mit dem sechsten Rang – gleichzeitig war dies die Olympianorm für die 29-Jährige – eine sehr gute Ausgangssituation für die Verfolgung in Oberhof geschaffen, mit der das große Biathlon-Fest in Thüringen abgeschlossen wurde.

 

Die am Freitag siegreiche Schwedin Elvira Oeberg ging 21 Sekunden vor Suvi Minkkinen (Finnland) ins Rennen. Julia Simon (Frankreich) folgte drei Sekunden später.

Als beste Deutsche ging Franziska Preuß 47 Sekunden hinter der Schwedin in den Verfolger. Janina Hettich-Walz (SC Schönwald, Lauterbach) hatte sich im Sprint einen Rückstand von 50 Sekunden auf die Siegerin eingehandelt.

Julia Tannheimer (Ex-Skiinternat Furtwangen, DAV Ulm) musste nach dem Start von Oeberg als 17. des Sprints 1:19,8 Minuten lang warten, bis sie auf die Strecke durfte.

Die Verfolgung

Elvira Oeberg traf im ersten Liegendanschlag alle fünf Scheiben, aber auch Preuß und Hettich-Walz gaben sich keine Blöße. Bei Traumwetter gab es nur wenige Fehlschüsse zu sehen – einen davon von Julia Tannheimer. Die Lauterbacherin ging als Sechste mit einem Rückstand von knapp 50 Sekunden auf den Biathlonstar aus Schweden auf die Strecke.

Oeberg musste nach dem zweiten Liegendschießen in die Strafrunde, blieb dennoch vorne. Hettich-Walz zeigte keine Nerven, verbesserte sich auf Rang vier – es waren keine 18 Sekunden mehr auf die Schwedin. Die Französin Julia Simon – Dritte – und Suvi Minkkinen (2.) hatte die 29-Jährige direkt vor sich. Tannheimer leistete sich den zweiten Schießfehler, fiel auf Rang 21 zurück.

Das Top-Trio traf im ersten Stehendanschlag alle Scheiben, dagegen warteten auf Janina Hettich-Walz nach zwei Fehlern 300 Extrameter. Die junge Mutter fiel auf Rang sechs zurück, das Podest schien außer Reichweite. Tannheimer war nach erneut einem Fehler auf Platz 17 zu finden.

Im zweiten Stehendschießen musste die Entscheidung fallen. Oeberg räumte erneut alle Scheiben ab, genauso Minkkinen. Die beiden ersten Plätze waren vergeben. Auf Simon warteten zwei Strafrunden. Hettich-Walz hatte plötzlich wieder das Treppchen im Blick. Doch sie ließ gleich drei Scheiben stehen. Julia Tannheimer verbesserte sich mit einem Nuller auf Rang zwölf – fünf Ränge vor Hettich-Walz.

Elvira Oeberg machte am Ende ihren Doppelsieg perfekt, Suvi Minkkinen wurde vor Hanna Oberg (Schweden) Zweite. Julia Preuß kam als beste Deutsche auf Rang fünf. Julia Tannheimer freute sich auf den zwölften Rang. Für Janina Hettich-Walz blieb nach fünf Fehlern mit einem Rückstand von 2:39,7 Minuten der 17. Platz.

Die Staffel

Am Samstag hatte Janina Hettich-Walz mit der deutschen Frauen-Staffel vor 20 500 Fans in der Rennsteig Arena den dritten Platz bejubelt. Die Französinnen feierten einen souveränen Sieg vor Norwegen. Selina Grotian leistete sich zu Beginn zwar eine Strafrunde, doch danach übergab Julia Tannheimer schon als Fünfte auf die Schönwälderin. Die 29-Jährige lieferte ein starkes Rennen ab, schickte Schlussläuferin Franziska Preuß nach insgesamt zwei Nachladern als Zweite auf die Strecke.

„Für mich war es ganz gut, ich bin zufrieden mit meinem Rennen. Ich habe versucht, sauber am Schießstand zu arbeiten“, war „Treffer vor Zeit“ am Stand das Motto der Schwarzwälderin.

So geht es weiter

Schon am Mittwoch geht es mit dem zweiten Heim-Weltcup weiter. Für die Frauen stehen in Ruhpolding eine Staffel (Mittwoch, 14.30 Uhr), ein Sprint (Freitag, 14.30 Uhr) und eine Verfolgung (Sonntag, 12.30 Uhr) auf dem Programm.