Spektakulär: Skicrosserin Daniela Maier am Montagabend beim Weltcup in Arosa. Foto: Rometsch

Nach ihrem gelungenen Comeback nach langer Verletzungspause will Deutschlands beste Skicrosserin ihre gute Form stabilisieren. Zum Weltcup-Nachtsprint in Arosa pflegt die Furtwangerin aber ein spezielles Verhältnis.

Am Ende half auch die Unterstützung des eigens aus dem Schwarzwald angereisten Fanclubs nicht. Arosa und Daniela Maier (SC Urach), das bleibt eine schwierige Beziehung – zumindest was die Rennstrecke angeht.

 

Nach dem erfolgreichen Comeback nach ihrer langen Verletzungspause mit Platz zwei und drei beim Weltcup-Auftakt im französischen Val Thorens muss Deutschlands beste Skicrosserin bei der dritten Station in der noch jungen Saison bereits im Viertelfinale die Segel streichen.

Nach Mühe beim Start kann Maier auf der nur 510 Meter langen Sprintstrecke den Rückstand nicht mehr aufholen und hat hinter der Kanadierin India Sherret und Talina Gantenbein aus der Schweiz das Nachsehen.

„Ja, Arosa und ich, das wird wohl nichts mehr – die Strecke liegt mir einfach nicht“, sagt die Furtwangerin nach ihrem Ausscheiden und rollt mit den Augen.

„Ich bin am Start etwas zu kurz gesprungen, dann hat Talina gut angegriffen und mir keine Chance mehr gegeben.“ Nur im Jahr 2022 schien eine Annäherung in der schwierigen Beziehung möglich, als sich Maier mit Platz drei in Arosa selbst überraschte: „Wer hätte das gedacht, dass ich mal in Arosa auf dem Podest stehe?“

Der Fanclub

Dabei schien alles angerichtet für ein weiteres Erfolgskapitel in Maiers Karriere: Mehr als 2500 Zuschauer säumen auch in diesem Jahr die Strecke und sorgen am Montagabend für eine begeisterte Stimmung beim einzigen Nachtrennen der Weltcupsaison, bei dem die Läuferinnen mit einer kleinen Pyroshow am Start begleitet werden.

Traditionell darf sich Daniela Maier in Arosa auf starke Unterstützung verlassen, ist der Weltcup in Graubünden doch der nächstgelegene zu ihrer Schwarzwälder Heimat. Auch an diesem Dienstag sind neben ihren Eltern knapp zwei Dutzend Freunde, Bekannte und Verwandte in das 1800 Meter hoch gelegene Schweizer Bergdorf gereist – bestens zu erkennen an ihren knallroten Bollenhut-Mützen.

Eben Arosa

„Es freut mich sehr, dass wieder so viele gekommen sind“, sagt Maier nach ihrem Ausscheiden. „Ich denke nicht, dass sie allzu enttäuscht sind, denn sie wissen, dass mir Arosa nicht so liegt.“ Immerhin konnten die Fans des SC Urbach tagsüber einen perfekten Skitag bei strahlendem Sonnenschein genießen.

OP und Reha

Von Trübsal ist bei Maier trotz ihrem frühen Ausscheiden in Arosa keine Spur. „Für mich passt derzeit alles, ich bin sehr zufrieden mit dem Saisonstart.“ Immerhin musste die Olympia-Dritte von 2022 in Peking rund neun Monate auf Schnee verzichten. Beim Riesenslalomtraining hat sie sich Anfang Januar einen Riss des Syndesmosebandes im Knöchel zugezogen – die Saison war abrupt beendet.

Nach einer Operation standen fortan Reha und Krafttraining auf dem Programm statt spektakulärer Rennen auf Ski.

WM in St. Moritz

Doch die 28-Jährige scheint die Zwangspause gut genutzt zu haben und ist stärker denn je zurückgekehrt. „Von der Verletzung spüre ich nichts mehr und habe keine Beschwerden“, sagt Maier. Das große Saisonziel ist die Weltmeisterschaft im März in St. Moritz.

Doch daran verschwendet die Schwarzwälderin noch nicht allzu viele Gedanken. „Natürlich ist die WM das Highlight, aber ich schaue jetzt erst mal von Rennen zu Rennen und will meine gute Form kompensieren.“

So geht es weiter

Nächste Gelegenheit, dies unter Beweis zu stellen, ist schon am Freitag und Samstag beim letzten Weltcup dieses Jahres im italienischen Innichen. Dank ihrer beiden Podestplätze zum Auftakt belegt Maier auch nach Arosa noch den dritten Platz im Gesamt-Weltcup hinter Marielle Thompson und India Sherret.

Die Kanadierinnen sind auch in Arosa das Maß aller Dinge und sichern sich zusammen mit Vorjahressiegerin Hannah Schmidt alle drei Podestplätze. Bei den Männern prangt ebenfalls das Ahornblatt auf der Siegerflagge: Reece Howden feiert seinen ersten Saisonsieg.