Museumsleiter Volker Neipp ist beeindruckt von der „Höhle der Kristalle“ in einem Erzbergwerk in Mexiko. Diese größten Kristalle der Welt sind auf einem Leuchtrahmen im Museum Auberlehaus zu sehen. Foto: Ingrid Kohler

Von Gold bis Gips, von Bergkristallen bis Malachit – die Sonderausstellung im Trossinger Museum Auberlehaus dürfte nicht nur Sammler faszinieren, sondern auch Familien und Kinder.

Kaum ist die Sonderausstellung „Nußknacker“ aus den Vitrinen gleich hinter dem Eingangsbereich des Museums Auberlehaus abgebaut, waren die ehrenamtlichen Mitarbeiter um Museumsleiter Volker Neipp erneut gefordert, denn seit Sonntag 22. März ist die neue Sonderausstellung „Schätze der Erde“ zu sehen.

 

So funkelt und glänzt es in den Vitrinen im Eingangsbereich, aber auch im Gewölbekeller des Museums, in dem ganz große Stücke beleuchtet ausgestellt sind, und Volker Neipp ist sich sicher, dass diese Sonderausstellung, die bis Sonntag, 27. September, zu sehen ist, viele Besucher anlocken wird, seien es Familien mit Kindern, aber auch Liebhaber und Experten von Mineralien und Kristallen.

„Wir haben viele besondere Stücke ausgestellt“, so Neipp „gediegen, in Gold, Silber, Kupfer und mehr“, wobei die meisten gezeigten Exponaten der Sammlung des Klosters Weingarten entstammen, die im Jahr 2010 ins Auberlehaus kam. „In Weingarten wurde sehr akribisch gesammelt“, weiß Volker Neipp.

„Einige andere Stücke der Sammlung Weingarten hatten wir schon einmal vor rund zehn Jahren in einer Ausstellung präsentiert“.

Exponate aus Sammlungen

In der aktuellen Ausstellung „Schätze der Erde“ sind auch einige Exponate aus der Sammlung des Trossingers Karl Koch, die ebenso in Besitz des Museums Auberlaus ist.

An vier Stelltafeln erhalten die Besucher viele Informationen, so über das Mekka der Geologen – einmal im Schwarzwald über die Grube Clara in Oberwolfach, zum anderen über die Tsumed Mine in Namibia. Als besondere Schätze bezeichnet der Museumsleiter einige Exponate aus Namibia, so ein Kristall mit rostrotem Farbverlauf, oder ein Calcit, der von weitem mit seinen goldbraun Tönen einem Gebirge ähnelt. Diese und weitere Exponate aus der Tsumed Mine in Namibia hätten einen Wert von mehreren Tausend Euro.

In einer anderen Vitrine fällt der Blick auf eine etwa 70 Zentimeter lange Sandrose aus Katar, die einen Wert von 1500 bis 2000 Euro habe, so Volker Neipp, der erst im Herbst 2025 im Nationalmuseum von Katar gewesen ist, weil dort die Urschildkröte Proganochelys als Leihgabe des Museum Auberlehaus in einer Sonderausstellung zu bewundern war. Er erzählt, dass das Nationalmuseum von Katar in Form einer Sandrose erbaut wurde.

Bergkristall zu sehen

Imposant zeigt sich auch ein spitzer Rauchquarz-Bergkristall aus dem St. Gotthard-Gebiet. Wer Kristalle liebt, wird sicher lange Zeit an der „Kristallvitrine“ verweilen, in der 200 verschiedene Kristalle in vielen Größen, Formen und Farbschattierungen zu sehen sind.

„Wir haben hier im Auberlehaus neben der Kristallvitrine insgesamt mehr als 200 Mineralstufen aus aller Welt ausgestellt“, erklärt Neipp, das Museum sei in Besitz von mehr als 20 000 Mineralien und Gesteinen. Auf einer Stelltafel erfahren die Besucher was Kristalle sind und wie sie wachsen.

6250 offiziell anerkannte Mineralienarten

Unter dem Thema „Hättest du es gewusst?“ gibt eine weitere Tafel Auskunft darüber, dass es 6250 offiziell anerkannte Mineralienarten laut Stand von Mai 2025 gibt, dass Mineralien lebensnotwendig sind und warum. Und dass es tatsächlich ein „Kuh“-Mineral gibt. Der Museumsleiter schwärmt von der Vielfalt der Mineralien, den Formen, Farben, den Größen, teils bis mikroskopisch klein.

Für Neipp am beeindruckendsten aber ist die Mine von Naica, ein Erzbergwerk in der Nähe der Stadt Naica im Bundesstaat Chihuahua im Norden von Mexiko. Die Mine erlangte weltweite Bekanntheit durch die natürlichen Kavernen im Berg, die im Rahmen des Minenbetriebs entdeckt wurden und Riesenkristalle aus Marienglas (Selenit), einer Gipsvarietät, enthalten. Das Auberlehaus zeigt einen großflächiger Leuchtrahmen einer dieser Kavernen, die „Höhle der Kristalle“, mit den größten Kristallen der Welt – 14 Meter lang und bis zu 50 Tonnen schwer.

Sonntags geöffnet

Die Sonderausstellung „Schätze der Erde“ ist bis zum 27. September immer sonntags von 13.30 bis 17 Uhr geöffnet. An Ostern bleibt das Museum allerdings geschlossen.