Markus Spettel und Silvia Döring geben den Weg in die Kältekammern frei, Maskottchen Puschel schaut zu. Foto: Florian Hahnel

Im Solemar ist die Kältetherapie ausgeweitet. Ab sofort kann man sich dort heftigen Minusgraden aussetzen.

Das Eisbaden hat bereits Einzug in die Kur und Bäderstadt genommen, nun lassen sich zwei Kältekammern betreten. 60 und 110 Grad Celsius minus werden geboten, etwas Mut ist bei der einen oder anderen Person wohl schon erforderlich.

 

Sich in Badebekleidung oder Sportunterwäsche derartigen Temperaturen auszusetzen, klingt zunächst unvernünftig, natürlich aber ist die Verweildauer kurz. Zwischen zweieinhalb und vier Minuten sind empfohlen, die Besucher der Kammern werden fachgerecht betreut, war bei der Vorstellung des neuen Angebots zu erfahren.

Streng genommen ist die Kältetherapie fast schon ein „alter Hut“, bereits vor 200 Jahren hat der Pfarrer Sebastian Kneipp das Wassertreten auf den Weg gebracht. Sich kurzzeitig unüblichen Temperaturen auszusetzen, scheint dem Körper gut zu tun, das Gegenteil von Kältekammer ist die Sauna.

Das Solemar respektive die Kur und Bäder GmbH sehen mit den Kältekammern einen weiteren Baustein im seit 2020 laufenden Biohacking-Prozess, „auch in der erweiterten Region findet man diesen sonst nicht“, so GmbH-Geschäftsführer Markus Spettel.

Ob das neue Angebot Zuspruch findet, muss sich weisen, zur Erstbesichtigung jedenfalls fanden sich schon nennenswert viele Interessenten ein. Der Zutritt zu den Kammern lässt sich auch separat lösen, man muss also nicht Badegast sein, um das Erlebnis zu haben.

Kältekammern und Sauna im Wechsel werden nicht empfohlen, Schwangere und Menschen mit Herzschrittmacher sollten den Kammern fernbleiben. Lindernd soll die Kältetherapie etwa bei Arthrose sein, von der „Volkskrankheit“ sind ja nicht nur Senioren betroffen. Trotz finanziell knapper Mittel behält das Solemar auch seinen Fitnessbereich im Auge. Neue Geräte für das Kraft- und Beweglichkeitstraining stehen zur Verfügung.