Schwerstarbeit ist nicht nur das Binden des Strohbären – hier bei der Narrenzunft Wellendingen. Schwer hat es auch später der im Stroh Eingebundene, denn je nach Bindetechnik kann er sich nur schwer bewegen im Umzug. Foto: Riedlinger

Nachdem die Wellendinger Narrenzunft 2019 den ersten, mittlerweile als legendär bezeichneten Strohbärentag veranstaltet hatte, kam es nun in Böttingen zu einem imposanten Revival.

Die dortige Narrenzunft hatte eingeladen – und sie selbst und die eingeladenen Gastzünfte stellten für die begeisterten Zuschauer nicht weniger als 21 Strohbären zu einem Umzug zusammen. Und der Himmel lachte dazu mit tollem Narrenwetter.

 

Bereits am Vormittag war durch die Zimmergilde Zoznegg der Narrenbaum aufgestellt worden. Am frühen Nachmittag wurden zum Teil die Strohbären öffentlich gebunden.

So nahm der Wellendinger Strohbär unter den Händen von „Strohbär-Vater“ Guido Hermann und seinen Helfern der Strohbär-Gruppe der Narrenzunft im Ökonomieteil eines Hauses Gestalt an, während die Böttinger Narrenzunft gleich mal fünf verschiedene Strohbären im Freien unweit ihres Narrenheims entstehen ließen.

Viele Fragen gestellt

Viele Zuschauer ließen sich das nicht entgehen und fragten interessiert nach, was die Mitglieder der jeweiligen Zünfte sehr freute. Geduldig und aufmerksam beantworteten sie die Fragen der Neugierigen. Dabei wurde vielen erst klar, wie viel Arbeit das Einbinden der Strohbären mit handgemähtem Stroh durch die Binder und Helfer der Narrenzünfte doch ist.

Der Wellendinger Strohbär wird im Zaum gehalten. Foto: Riedlinger

Mit einem tollen Umzug durch den Ort fand der Strohbärentag seinen Höhepunkt. Dabei wurden die teilnehmenden Zünfte und Gruppen der Narrenzunft Böttingen, der Habermueszunft Bubsheim, der Narrenzunft Nendingen, der Narrenzunft Wellendingen, der Narrenzunft Empfingen, der Narrenzunft Strohglonki Leipferdingen, der Strohmannzunft Sigmaringendorf, der Narrenzunft Binsdorf – Alte Beisdorfer Fasnet und der Poppelezunft Singen mal mit eigenen Garden, Narren und mit der Musikkapelle begleitet und mal nur mit dem Gesang der eigenen Gruppe im Umzug oder auch nur einem einzigen Akkordeonspieler. Die Zimmergilde Zoznegg bildete den Abschluss des Umzuges.

Die gastgebende Narrenzunft Böttingen geht mit fünf Strohbären in unterschiedlichen Größen auf die Gaß. Foto: Riedlinger

Bei den Zuschauern am Straßenrand durch die gesamte Gemeinde kam der Strohbärentag hervorragend an. Zum Teil säumten sie in dichten Reihen die Straßen.

Viele hatten eine solche Häufung von Strohbären noch nie gesehen und gaben sich begeistert. In vielen Gemeinden läuft nämlich immer nur ein einziger Strohbär, und der oft auch nur am Fasnetsdienstag. Die Böttinger Narrenzunft bildet hier eine der wenigen Ausnahmen, und die Poppelezunft Singen hatte gleich sechs Strohbären in ihren typischen Eindruck gebietenden Stroh-Anzügen mitgebracht.

Die Vielfalt der Strohbärtypen ist beeindruckend. Foto: Riedlinger

Da bleibt für Zuschauer und Narrenzünfte nur zu hoffen, dass es wieder einmal einen Strohbärentag geben wird, vielleicht nicht erst wieder in sieben Jahren.