Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Wellendingen Räte machen keine Rolle rückwärts

Von
Mit der vorgesehenen Erweiterung des Wellendinger Kinderzentrums sind nicht alle Eltern glücklich. Das Kinderhaus werde zu groß, wird befürchtet. Foto: kw Foto: Schwarzwälder Bote

Überrascht zeigten sich die Wellendinger Gemeinderäte in der jüngsten Sitzung in der Neuwies-Festhalle: Eine Bürgerin und Mutter hielt ein Plädoyer gegen den vorgesehenen Kindergartenanbau.

Wellendingen (kw). Aus pädagogischer Sicht lehnt die Bürgerin eine Erweiterung des bestehenden Kinderhauses ab. Dabei hatten Verwaltung und Gremium angenommen, so waren zumindest die Reaktionen einzelner Vertreter zu deuten, sie täten den Wellendinger Kindern etwas Gutes und man könne mit dem Anbau an das vorhandene Kinderzentrum die bestehenden Kapazitätsprobleme lösen.

"Der Kindergarten ist überbelegt, das ist Fakt", betonte Bürgermeister Thomas Albrecht. Der derzeitige Betrieb erfolge mit einer Ausnahmegenehmigung. Zudem: "Die Ausschreibung für das Projekt ist längst raus."

Bereits in der nächsten Sitzung im November – so kündigte Albrecht an – sollen die einzelnen Gewerke vergeben werden. Die Einwendungen kämen also reichlich spät, stellte der Schultes fest und gab zu bedenken: "Die Planung mit Kosten in Höhe von 100 000 Euro können wir dann in die Tonne kicken."

Weiterer Hinweis des Bürgermeisters: Aus der Ausschreibung könnten Schadensersatzforderungen auf entgangenen Gewinn geltend gemacht werden. Der Anbau sei vom Gemeinderat so gewollt, dieser müsse klar sagen, wenn man jetzt davon abweichen wolle, sagte Albrecht.

Die Einwände der Bürgerin: Der Anbau sei aus pädagogischer Sicht schwierig, das Kinderhaus werde zu groß, es seien zu viele Kinder untergebracht, es sei zu laut, es gäbe zu wenig Platz im Außenbereich. Ihr Appell an die Ratsmitglieder: "Lassen Sie sich diese große Investition nochmals durch den Kopf gehen."

Irgendwann werde bei der derzeitigen Entwicklung in Wellendingen ein zweites Kinderzentrum kommen müssen. Vielleicht gäbe es bis dahin auch andere Möglichkeiten als eine Erweiterung am bestehenden Kindergarten. Sie erkundigte sich auch nach leerstehenden Gebäuden.

Am Beschluss festhalten und den Anbau jetzt durchziehen, so lautete die klare Ansage von Tobias Schlenker. Er erinnerte daran, dass von Anfang an ein späterer Anbau an das Kinderzentrum geplant gewesen sei, wenn der Platz nicht mehr reicht. Schon beim Bau im Jahr 2012 habe man die Richtung vorgegeben und damals die erforderlichen Leitungen verlegt. Trotz des Festhaltens an der Beschlusslage sollte sich das Gremium zu den Anregungen, unter anderem in Richtung Waldkindergarten, Gedanken machen, schlug Schlenker vor.

"Man hat gesagt, ihr müsst Platz schaffen und jetzt das", echauffierte sich Armin Klaiber. Für ein solches Spielchen sei er nicht zu haben, polterte er. Der Einwand komme zwölf Monate zu spät, zum jetzigen Zeitpunkt mache eine Rolle rückwärts keinen Sinn, warf Thomas Schauber ein. Gabriele Leins zeigte Verständnis für den Vorstoß der Eltern ("Das sind gute Argumente") und nahm etwas die Schärfe aus der Diskussion. Es gehe den betreffenden Eltern darum, sich Gedanken zu machen, ob andere Optionen möglich seien, wandte sie ein.

Simon Schmeh wies darauf hin, dass er in der Sitzung im Dezember 2019 den Antrag auf Verschiebung des damaligen Tagesordnungspunkts "Bauantrag Erweiterung Kindergarten" gestellt habe. Im Protokoll der Gemeinde zur besagten Sitzung ist nachzulesen: "Seitens des Gremiums wird aus folgenden Gründen ein Antrag auf Vertagung des Sitzungspunktes gestellt: Die Bedarfsabfrage des Waldkindergartens sei noch nicht durchgeführt, außerdem wird die Größe des Kinderzentrums mit dem Anbau in Frage gestellt". Der Antrag war mit großer Mehrheit abgelehnt worden. Der Rat hatte sich danach einstimmig für das Bauvorhaben ausgesprochen.

Artikel bewerten
2
loading

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Kommentarregeln

Um Premium-Artikel lesen und Artikel kommentieren zu können, ist eine Registrierung erforderlich. Sie müssen dabei Ihren richtigen Namen (Vor- und Nachname), Ihre Adresse und eine gültige E-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht) angeben.

Mehr Informationen erhalten Sie unter diesem Link.

Ihr Passwort können Sie frei wählen. Der Benutzername ist Ihre E-Mail-Adresse.

Bei Abgabe Ihrer Kommentare wird Ihr Name angezeigt.

  1. Passwort vergessen?
Sie haben noch keinen Benutzer-Zugang? Jetzt registrieren!
  1. Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

loading