Sven Blache führt den von ihm erfundenen "K-Gripper" vor, mit dem sich Drähte in Knochen einbringen lassen.Foto: Riedlinger Foto: Schwarzwälder Bote

Medizin: Sven Blache wird für die Entwicklung des "K-Grippers" mit Innovationspreis ausgezeichnet

Ein weiteres Mal hat Blache Medical einen international anerkannten Preis gewonnen: Geschäftsführer Sven Blache ist am Dienstag mit dem "German Innovation Award 2020" für seinen "K-Gripper" ausgezeichnet worden.

Wellendingen (rd). Der Preis wurde verliehen vom "Rat für Formgebung/German Design Council" in Frankfurt am Main. Die Preisverleihung sollte ursprünglich als Veranstaltung im Deutschen Technikmuseum in Berlin stattfinden. Wegen der Corona-Pandemie musste sie nun Online durchgeführt werden.

Der von Sven Blache patentrechtlich geschützte "K-Gripper" für die Medizintechnik ist ein Greifer, mit dem sich bei Operationen sogenannte "Kirschner-Drähte" in Knochen einbringen lassen, um diese zu fixieren, oder um ein Implantat zu stabilisieren. Typische Einsatzgebiete sind die Orthopädie, die Unfallchirurgie oder Operationen an Wirbelsäulen.

Wiederverwendbar und daher nachhaltig

Bisher werden diese Drähte mit Zangen eingebracht oder entfernt, damit muss eventuell mehrfach nachgegriffen werden. Oder sie werden mit einem Bohrgerät ähnlich einem Akkuschrauber eingedreht. "Doch dabei ist die Drehung des Drahtes oft nicht gewünscht", weiß Sven Blache, der immer wieder Operationen begleitet hat.

Deshalb hat er in Studien mit einem südafrikanischen, einem deutschen und einem amerikanischen Arzt einen Greifer entwickelt, mit dem der jeweilige Draht extrem gespannt gehalten und in den Knochen eingebracht werden kann. Der Draht wird nicht von hinten, sondern seitlich geführt und kann an jeder beliebigen Stelle der Länge gegriffen werden. Damit ist es möglich die notwendige Kraft für das Einbringen in den Knochen direkt umzusetzen und ein Nachgreifen kann entfallen.

Bei der Operation wird dadurch, neben dem besseren Handling, wertvolle Zeit gewonnen. Durch die Verwendung von anodisiertem Titan und Edelstahl als Werkstoffe sind die "K-Gripper" wiederverwendbar und damit nachhaltig, denn sie können wie andere Medizininstrumente sterilisiert werden. Für verschiedene Durchmesser von Drähten gibt es sie in drei verschiedenen Größen, die durch unterschiedliche Farben gekennzeichnet sind.

Einen finanziellen Vorteil durch die Verleihung des "German Innovation Award 2020" hat Sven Blache nicht, der Preis ist nicht mit Geld dotiert. Er hat nur die Möglichkeit, die Auszeichnung für seine Werbung zu nutzen. Aber ein Preisgewinn stand bei der Entwicklung nie im Vordergrund. Vielmehr war die Zielsetzung, ein bestehendes Prozedere in den Operationssälen überall auf der Welt zu verbessern und damit für Ärzte und Patienten einfacher und sicherer zu machen. Der Erfolg gibt ihm recht – nach etlichen Monaten der Entwicklung und der Einführung wurden "K-Gripper" bereits in Deutschland, in anderen europäischen Ländern, Südafrika und in den USA verkauft. Blache ist zu Recht stolz auf seine Entwicklung: "Die Ärzte, die damit arbeiten, sind begeistert vom K-Gripper!"

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