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Wellendingen Ein trauriger Tag für Wellendingen

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Einen schweren Gang muss nicht nur Roland Schaub als Vorsitzender des Gesangvereins Liederkranz Wellendingen auf sich nehmen. Foto: Riedlinger Foto: Schwarzwälder Bote

Wellendingen (rd). Am Freitagabend endete die seit 133 Jahre andauernde Vereinsgeschichte des 1886 gegründeten Gesangvereins Liederkranz. Nachdem bereits im Frühjahr der Singstundenbetrieb mangels Sängerinnen und Sängern hatte eingestellt werden müssen, wurde nun in der außerordentlichen Hauptversammlung die Auflösung des Vereins beschlossen.

Für den Vorsitzenden Roland Schaub war es sichtlich ein sehr schwerer Schritt, ist doch der Verein seine musikalische Heimat. Seit insgesamt 50 Jahren ist er als aktiver Sänger dabei, war viele Jahre stellvertretender Vorsitzender und führt den Verein nun seit etwas mehr als drei Jahren.

Insgesamt 30 aktive und passive Mitglieder hat der Verein heute noch. Doch in die wöchentlich abgehaltenen Singstunden kamen zuletzt nur noch acht oder zehn Sängerinnen und Sänger. Für einen geordneten Chorgesang zu wenig.

Schon 1994 war ein Ausbluten in den einzelnen Stimmlagen beim damaligen Männergesangverein zu verzeichnen gewesen, so Schaub. Bei einer Werbeaktion konnten damals zwar kein einziger Mann, dafür aber etliche Frauen gewonnen werden. So entstand ein gemischter Chor mit einem damaligen Stand von 38 aktiven Stimmen. Durch das zunehmende Alter der Aktiven waren aber immer wieder Abgänge zu verzeichnen gewesen, während sich der Verein mit der jährlich durchgeführten Maihockete und Altpapiersammlungen finanziell über Wasser hielt. Roland Schaub sieht unter anderem einen Rückgang der gesanglichen Qualität durch die sinkende Sängerzahl. Dadurch seien zuletzt auch keine Einladungen mehr von anderen Vereinen gekommen. Nicht nur Volkslieder zu singen, sondern der mehrstimmige Chorgesang sei heute das Ziel der Dirigenten. Das war mit der geschrumpften Anzahl der aktiven Mitglieder nicht mehr zu bewerkstelligen.

Auch zuletzt noch durchgeführte Werbeaktionen für jeden Haushalt oder eine angedachte Kooperation mit einem anderen Gesangverein konnten die Entwicklung nicht aufhalten. Die selben Probleme haben aber auch andere Chöre in der näheren oder weiteren Umgebung.

Bürgermeister Thomas Albrecht sieht als Grund für diese Entwicklung in erster Linie eine Veränderung in der Gesellschaft. Das Singen sterbe ein Stück weit aus, was er selbst als schade empfinde. "Es ist ein trauriger Tag, an dem einer der ältesten Vereine in der Gemeinde die Bühne verlässt", so Albrecht. Es gelte für die Bürger, die örtlichen Vereine weiterhin zu unterstützen.

Auch der langjährige Sänger Josef Rebhan stellte in einer überaus emotionalen Ansprache fest, dass man ernüchtert konstatieren müsse, dass die Entwicklung niemals an der Vereinsführung gelegen habe. Immer wieder habe man neue Anläufe gemacht und Dinge ausprobiert. "Leider ist das Singen heute nicht mehr in", sagte Rebhan. "Das ist für uns eine schmerzliche Stunde. Ich hoffe, dass das Singen der Volkslieder auch in Zukunft weitergeht."

Nach einstimmigem Beschluss ohne eine Enthaltung wird der Verein nun aufgelöst. Zu den Liquidatoren, die noch restliche Abwicklungen wie die Bezahlung eventuell noch ausstehender Rechnungen seitens des Chorverbands oder Ähnliches übernehmen sollen, wurden Sigmund Kramer, die bisherige Kassiererin Dagmar Wiedemann und Roland Schaub bestimmt. Das Vereinsvermögen geht an die Gemeinde, die es für die bisherige Kooperation Schule-Verein verwenden wird.

Vereinsutensilien wie Fahnen, Unterlagen oder Schriftführerbücher werden in einem Raum im Bürgerhaus verwahrt. Mit einem Mehrheitsbeschluss wurden die Liquidatoren ermächtigt, das Klavier, das sich allerdings in schlechtem Zustand befindet, überholen zu lassen, damit es weiterhin auch für andere Vereine genutzt werden kann.

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