Kreistagskandidaten der Sozialdemokraten besuchen Pflege-Haus in Wellendingen

Wellendingen. Im "Pflege-Haus am Schloss" in Wellendingen luden die Kreistagskandidaten der SPD im Wahlkreis 4 (Neckar) Ralf Ulbrich, Gisela Burger, Gerhard Stern, Gaby von Au, Torsten Stumpf und Karin Hannemann zu einem Bürgergespräch ein.

Bei Kaffee und Kuchen stand angesichts des Veranstaltungsortes vor allen Dingen die gesellschaftliche Alterung im Mittelpunkt. Stefan Schöbel, Heimleiter und Geschäftsführer des "Pflege-Haus am Schloss" gab dabei einen Einblick in die Arbeit und die Herausforderungen der stationären Pflege. So wurde deutlich, dass kommunale Pflegeplanung und die Nachfrage vor Ort nicht immer deckungsgleich seien. "Uns wurde für Wellendingen ein Bedarf von neun Plätzen attestiert, heute sind alle 36 Plätze voll belegt. Wöchentlich erhalten wir zwei bis drei weitere Anfragen. Auch deshalb weil viele Angehörige eine kleine, familiär geprägte Einrichtung einer Bettenburg eines großen Trägers in der Stadt vorziehen."

Einig waren sich Heimleitung und die Kreistagskandidaten, dass der Bedarf an stationärer Pflege auch im ländlichen Raum weiter steigen werde. Um dem entgegenzuwirken, müssten auch alternative Angebot wie Tagespflege oder Pflege-WG’s gestärkt werden. "Wir sind hier auf die Politik angewiesen, die die Veränderung der gesellschaftlichen Realitäten erkennen muss", so Schöbel.

Ein großes Problem stelle auch für die Altenhilfe die Gewinnung von Fachkräften dar. Viele Einrichtungen und Träger könnten schon heute nicht mehr genügend Fachkräfte gewinnen. Hier müsse laut Schöbel die Politik für Erleichterung bei der Anerkennung ausländischer Abschlüsse sorgen.

Die Kandidaten betonten, dass langfristig entscheidend für die Gewinnung von Fachkräften für Pflegeberufe auch deren gesellschaftliche Anerkennung sein müsse. Dass die Bezahlung hierbei eine wesentliche Rolle spiele, sei selbstredend, aber auch flexible Arbeitszeitmodelle, die in anderen Berufen nicht möglich seien, sollten stärker zum Einsatz kommen. Die Kandidaten stellten abschließend fest dass ein Pflegeheim im ländlichen Raum eine bedeutende Infrastruktureinrichtung darstelle, die an anderer Stelle positive Effekte nach sich ziehen könne, wie dies in Wellendingen beim offenen Mittagstisch gelungen sei. Dies müsse stärker genutzt werden, um den ländlichen Raum attraktiv zu halten.

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