Foto: Morlok

Viel Sympathie und Gastfreundschaft verströmte Weitingen bei seinem Heimatfest. Bis zu 4.000 Besucher sahen sich den prächtigen Umzug an.

Der große Festumzug ist jedes Jahr der Höhepunkt beim Weitinger Hoamet-Fest. Am Sonntagnachmittag war es nach vier Jahren endlich wieder soweit und geschätzt zwischen 3.500 bis 4.000 Besucher, so Umzugsorganisator Hermann Nesch, standen rechts und links der Weitinger Dorfstraße und freuten sich an dem bunten Treiben, das da an ihnen vorbeizog.

Weitingen hatte sich für die vielen Gäste richtig festlich herausgeputzt, glänzte mit Blumenschmuck, Gastfreundlichkeit und dem Adlerareal gegenüber dem Rathaus, das derzeit saniert und umgebaut wird.

Rund 35 Gruppen

In vielen Höfen entlang der Umzugsstrecke wurde bewirtet, auch das Wetter spielte mit und deshalb stand dem großen Festhöhepunkt 2023 nichts im Wege.

Rund 35 Gruppen, darunter Musikvereine, Heimat- und Brauchtumsfreunde, Oldtimer-Sammler, Kutschen und Pferdegespanne, örtliche Laufgruppen wie beispielsweise die Christel-Gruppe, die wieder einmal als Backfrauen unterwegs waren oder die jungen Damen, die als Weitinger Kräuterweiber im Umzug mitliefen, durfte man bestaunen.

Die Neu-Weitinger Familie Tideman darf auf der Kutsche von Gebhard Kreidler im Umzug mitfahren Foto: Morlok

Den Umzug führten die Kutsche von Eberhard Schweizer aus Rohrdorf, gezogen von zwei prächtigen Braunen, die die beiden Pfarrer Gerhard Wamala und Andreas Gog spazieren fuhren. Der Kutsche folgte das Fußvolk. Allen voran der »Täfelesbub« mit der Erntekrone. Ein besonderer Hingucker bei jedem Umzug sind die Trachtenträgerinnen der »Weitinger Hoamet«. Für sie war’s genauso wie für die Mitglieder der Narrenzunft »Bettschoner« Weitingen ein toller Spaß. Natürlich auch für die Weitinger Buben und Mädels die mit ihrer Seifenkiste an gute alte Zeiten erinnerten.

Altes Häs und Orignial-Utensilien

Viele der Umzugsteilnehmer brachten in ihren alten Häs und mit den Original-Utensilien aus Omas Zeit reine Nostalgie nach Weitingen. So auch die Damen und Herren des Geschichts- und Heimatvereins Kayh, die jedes Jahr in Weitingen dabei sind. In diesem Jahr mit einer Dreschflegelvorführung. Zudem hatten sie für den Umzug ihr bestes Gewand herausgesucht, das sie stolz präsentierten. Musikkapellen und die Tiger-Band sorgten zudem immer wieder für den satten Sound der für einen geschieden Umzug unerlässlich ist.

Die Weitinger „Mostweiber“ zogen mit ihren Früchten durchs Dorf. Foto: Morlok

Auch die wichtigsten Utensilien eines Landwirts, einem gut funktionierenden Trecker mit allerlei Hilfsanbauten und der fleißigen Bäuerin auf dem Nebensitz, wurde auf der Weitinger Hauptstraße spazieren gefahren. Wie jedes Jahr war es ein Umzug, der begeisterte. Knapp 25 Gruppen, Familien und Einzelpersonen beteiligten sich an diesem besonders prächtigen Umzug. Es war wieder eine große Freude zu sehen, dass das Althergebrachte immer noch geschätzt und aufgehoben wird.

Viel Altes zum Bestaunen

Auch wenn man es nicht mehr im Alltag einsetzt, ist ein alter Kinderwagen, das alte Fahrrad, ein Kratten oder der Herd, der mit Holz geheizt wird, ein Stück Vergangenheit und Erinnerung, die es zu bewahren gilt. Die Mitglieder des Förderkreises »Weitinger Hoamet« kümmern sich darum, dass es noch lange so bleibt und dass es jedes Jahr beim Umzug was Neues zum Bestaunen gibt.

Gut, dass es Vereine wie die Weitinger Hoamet gibt, die auch die alten – nicht immer ganz so guten Zeiten – für ihre Nachwelt erhalten.