Eine Option für einen Kreisverkehr wäre die Bräunlinger Straße, im Bereich Bregbrücke, Richtung Innenstadt. Fotos: Singler Foto: Schwarzwälder Bote

Verkehr: Bräunlinger und Dögginger Straße in Hüfingen aktuell im Fokus / Gemeinderat wägt verschiedene Optionen ab

Um die Verkehrssituation in Hüfingen nachhaltig zu verbessern, soll die Stadt einen weiteren Kreisverkehr bekommen. Eine Installation ist entweder in der Bräunlinger Straße oder in der Dögginger Straße vorgesehen.

Hüfingen (jsi). Seit einer Verkehrszählung im Bereich der Schaffhauser Straße im Jahr 2015 haben sich die Verkehrsströme durch den neuen Anschlusspunkt Hüfingen an die Bundesstraße 31 deutlich verändert. Das ist das Ergebnis einer entsprechenden Auswertung, welche Stefan Hangleiter vom Büro Modus Consult im Gemeinderat präsentiert hat.

Verkehrszählung an den Kontenpunkten bringt belastbare Zahlen

Bisher lag der Hauptverkehr demnach im Bereich des Knotenpunktes Dögginger Straße auf der Achse der Schaffhauser Straße. Um die Veränderung der Verkehrsströme zu erfassen, wurde in der Sitzung vom Januar 2020 beschlossen, eine Verkehrszählung am Knotenpunkt Schaffhauser Straße/Dögginger Straße durchführen zu lassen. Besagte Messung wurde vergangenes Jahr im März durchgeführt. Es sei dabei nicht um die absoluten Zahlen gegangen, sondern speziell um die Verteilung der Fahrzeuge auf die Achsen.

Schwer- und Radverkehr seien laut Hangleiter mitgezählt worden

"Die Änderungen bei den Verkehrsströmungen verstärken die Notwendigkeit eines Kreisverkehrs", bilanziert Hangleiter.

Die Zählung wurde ihm zufolge vor Corona durchgeführt, der sogenannte Schwerverkehr und der Radverkehr seien mitgezählt worden. "Wir haben mit Blick auf die Pandemie zum Glück belastbare Zahlen gehabt. Es ist vorgeschrieben, das an einem normalen Werktag außerhalb von Ferien durchzuführen – zwischen März und Oktober", erklärt er.

Nicht ganz überraschend sei, dass die Verkehrslast in der Schaffhauser Straße abgenommen habe. Anders stelle sich die Lage in der Dögginger Straße dar, wo durch die Anschlussstelle zur B 31 der Verkehr nochmals zugenommen habe. "In der Dögginger Straße ist die Belastung mehr als doppelt so hoch als in der Bräunlinger Straße. Für eine verkehrsrechtliche Bewertung ist die Spitzenzeit morgens und abends entscheidend", führt er aus.

Der Abbiegeverkehr zwischen der Dögginger Straße in Richtung Schaffhauser Straße Ost sei sehr untergeordnet, so Hangleiter. Im Vergleich zu 2015 habe eine deutliche Verkehrsumlagerung von der Schaffhauser Straße in die Dögginger Straße stattgefunden. Auf Grundlage dieser Bewertung ist nach Aussage der Hüfinger Verwaltung um Bürgermeister Michael Kollmeier klar, "dass eine Änderung der Vorfahrtsregelung nicht sinnvoll ist". Es bleibe stattdessen die Option, die Kreuzung beizubehalten oder einen Kreisverkehr einzuplanen.

Kreisel in der Dögginger Straße biete große Sicherheitsvorteile

Aus verkehrstechnischer Sicht sei die Anordnung eines Kreisverkehrs nicht zwingend notwendig.

Die Planung der Schaffhauser Straße – unterteilt in drei größere Bauabschnitte (Alemannenstraße bis Hausener Straße, Hausener Straße bis Dögginger Straße, Dögginger Straße bis Bräunlinger Straße mit Kreisverkehr) – wurde in den Jahren 2015 bis 2017 vollzogen. Während der erste Bauabschnitt im Jahr 2018 realisiert wurde, wurde 2019 eine neue Regenwasserableitung für den geplanten Bereich Ziegeleschle von der Hausener Straße bis zur Breg durch den Teilbereich der Schaffhauser Straße und Friedhofstraße gebaut.

Bauabschnitt zwei wurde 2020 umgesetzt, der letzte soll 2022 realisiert werden. Dieser dritte Abschnitt umfasst den Bereich vom Knotenpunkt Dögginger Straße bis zum Knoten Bräunlinger Straße. Vorgesehen sind in den Teilbereichen der Austausch der Wasserleitung, die teilweise Verlegung von Strom- und Glasfaserkabeln sowie die Verbreiterung des Gehweges Nord zum gemeinsamen Geh- und Radweg mit einer Breite von drei Metern, ebenso die Erneuerung der Brückenabdichtung seitens des Regierungspräsidiums.

"In Sachen Sicherheitsaspekte hat ein Kreisverkehr in der Dögginger Straße große Vorteile", sagt Volker Röhl vom Ingenieurbüro Greiner. Er verweist unter anderem auf einen etwas größeren Durchmesser (29 statt 27 Meter wie in der Bräunlinger Straße), eine Lenkungsfunktion in der Dögginger Straße, eine Geschwindigkeitsreduzierung beim vorhandenen Fußgängerüberweg sowie einen etwas geringeren baulichen Aufwand als beim einem Kreisverkehr in der Bräunlinger Straße.

Bei einem Bau in der Dögginger Straße ist laut Volker Röhl die Ein- und Ausfahrt Hüfingen in Richtung Bräunlingen länger offen, es bestünde ein schönerer optischer Eindruck, zudem würde das Regierungspräsidium diesen Standort deutlich bevorzugen. Als Nachteile führt Röhl die Einmündung privater Ein- und Ausfahrten ein, außerdem sei eine Umplanung notwendig.

"Ein Kreisverkehr an der Dögginger Straße ist sicher gut, aber was machen wir dann mit dem Verkehr auf der Bräunlinger Straße?", fragt sich Christof Faller (CDU).

Abbiegende Lastwagen bedeuten Problem durch immer mehr Rückstau

Dass laut der jüngsten Verkehrserhebung weniger Linksabbiegerverkehr von der Bräunlinger Straße durch die Schaffhauser Straße kommt, sehe er nicht so. "Wir sind nicht gegen einen Kreisverkehr, aber was machen wir beispielsweise mit dem Verkehr, wenn es dreimal am Tag Stau gibt?", so Faller.

Kerstin Skodell stimmt Faller zu. Für die Situation in der Dögginger Straße fehle ihr bei der Bewertung, dass man sich über das Problem mit abbiegenden Lastwagen intensiv Gedanken machen solle. Das sorge nämlich für immer mehr Rückstau. Adolf Baumann (FW/FDP/UWV) spricht von "zwei ganz neuralgischen Verkehrspunkten". Es sei wichtig, "dass wir uns Zeit nehmen, die richtige Entscheidung zu treffen und genau überlegen, welche Entscheidung man trifft".

Auch Hüfingens Bürgermeister Michael Kollmeier will vorrangig zunächst Erkenntnisse sammeln und einen Beschluss in Richtung September erreichen. Er sieht bei einem Kreisel in der Dögginger Straße Kostenvorteile. "Wir müssen weiter beraten, aber noch 2021 beschließen", ergänzt der Rathauschef. Peter Albert (BFSO/Grüne) verweist darauf, dass es im Süden Hüfingens bisher keinen Kreisverkehr gibt.

Gleichzeitig fordert er die Schaffung eines neues Radwegs durch die Schaffhauser Straße in Richtuing der Innenstadt. Da der Gemeinderat nach dem Meinungsaustausch Alternativen und eine belastbare Verkehrsströmungs-Analyse fordert, ist zunächst keine finale Lösung in Sicht.

Wenn es im Hüfinger Rat um die Verkehrssituation in der Stadt geht, ist auch der Lärmaktionsplan ein Dauerthema. Bei der Diskussion darüber geht es häufig um die Lärmschutzwand an der B 27, aber auch um Maßnahmen zur Geschwindigkeitsreduzierung – beispielsweise in der Hoch- und der Schaffhauser Straße. Die zentralen Punkte der Lärmaktionsplanung stellte Carina Schulz vom Beratungsbüro Rapp Trans Ende Mai im Gemeinderat vor.

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