Ein dritter Bürgermeister für VS? Die FDP nimmt einen zweiten Anlauf, diese Stelle zu schaffen.
Ende 2022 hatte die FDP-Fraktion beantragt, einen zweiten Beigeordneten für Villingen-Schwenningen für die Geschäftskreise Bildung, Schulsanierung, Schulverwaltung, Jugend und Soziales, also die Position eines Bildungsbürgermeisters zu schaffen.
Ein nahezu identischer Antrag sei bereits 2018 gestellt, damals aber aufgrund des anstehenden Wechsels des Oberbürgermeisters nicht weiterverfolgt worden, heißt es in der Vorlage zur Gemeinderatssitzung an diesem Mittwoch, 6. Dezember.
Stadtverwaltung dagegen
Und erneut dürfte es die FDP nicht leicht haben, mit dem Antrag durchzukommen. Die Stadtverwaltung jedenfalls unterstützt die Initiative nicht. Und schlägt folgendes vor: „Der Gemeinderat lehnt die Einbringung einer Änderung der Hauptsatzung bezüglich der Schaffung einer weiteren Beigeordnetenstelle mit dem Schwerpunkt Bildung in den Gemeinderat ab.“ Vor der Schaffung der Position müsste die Hauptsatzung geändert werden.
Hohe Kosten
Weiter erklärt die Verwaltung: „Im Vergleich zu anderen Städten vergleichbarer Größe in Baden-Württemberg, sticht Villingen-Schwenningen mit nur zwei Dezernaten mit einer schlanken Verwaltungsstruktur heraus.“ Die Kosten für einen weiteren Beigeordneten würden sich auf rund 408 000 Euro pro Jahr belaufen. Eine Entscheidung, die zwingend solche zusätzlichen Personalkosten zur Folge hätte, stünde im krassen Widerspruch zum derzeitigen Stellenabbau im Rahmen des Effizienzprogramms und wäre den Mitarbeitenden kaum zu vermitteln, schreibt die Verwaltung weiter.
Fachkräftemangel
Der von der FDP-Fraktion angesprochene hohe Managementbedarf, der durch die Debatte um die Abgabe des Jugendamtes an den Kreis aufgezeigt werde, könne nicht nachvollzogen werden. Bestehende Defizite, wie sie beispielsweise im städtischen Jugendamt, im Rahmen der Schulentwicklungsplanung oder im der Zusammenarbeit mit den freien Trägern im Zuge der Zuschussbewilligung aufgetreten sind, basierten in erster Linie auf einem immer prekärer werdenden Fachkräftemangel und seien nicht primär auf zusätzliche Managementbedarfe zurückzuführen. Diese Problematik könne daher nicht durch die Schaffung eines weiteren – den fehlenden Fachkräften übergeordneten – Beigeordneten gelöst werden, so die Verwaltung weiter.