Dass Kühe und insbesondere Jungrinder in ihrem jugendlichen Leichtsinn etwas über die Stränge schlagen, ist nicht unbedingt eine Seltenheit, wie Birgit Lang verrät. Die Landwirtin hat noch einige weitere solcher Vorfälle in Erinnerung.
„Es ist gar nicht mal so außergewöhnlich, dass so etwas passiert“, sagt Birgit Lang. Daher wundert sie sich über die mediale Aufmerksamkeit, die der Ausbruch einer ihrer Jungrinder in den vergangenen Wochen bekommen hat. „Immer mal wieder kommt es vor, dass gerade die jüngeren, etwas übermütigeren Tiere anfangs etwas unruhig sind.“
Denn während die älteren, erfahrenen Rinder bereits seit Anfang April auf der Wiese grasen, war es für die 16 Jungtiere das erste Mal. „Das ist vermutlich für manche etwas überwältigend“, meint Lang.
Zwar gibt es im Stall natürlich auch Licht. Dennoch ist es eine ganz neue Erfahrung, wenn es dann zum ersten Mal auf die Weide geht. Der viele frische Wind, das helle Licht und das Gras unter den Hufen: „Da wird das ein oder andere Tier schon mal etwas übermütig“, sagt die Landwirtin.
Meistens sind die Tiere schnell wieder zurück
Dass die Freudensprünge dann auch mal über den Zaun hinüber führen, kommt immer wieder mal vor, erzählt Lang. „Meistens ist das nicht ganz so schlimm, weil es in der Regel eher in Richtung Wald und Wiesen geht.“ In diesem Fall lassen sich die Tiere meistens recht schnell wieder einfangen und zurück zur Wiese führen.
Kuh verschwand durch eine Hecke
Geht die Reise aber in Richtung Wohngebiet, wie es bei Lupi jüngst der Fall war, wird die Sache schon deutlich schwieriger. „Ich habe Lupi relativ schnell aus den Augen verloren, da sie durch eine Hecke in einen Garten verschwand“, erzählt Lang. Die Verfolgung nahm sie mit dem Auto auf, auch ihr Mann fuhr die Nachbarschaft ab. „Sie wurde beim Kindergarten gesehen und dann bei der Lauwasenschule“, weiß Lang mittlerweile. Wo es Lupi dann hinzog ist mittlerweile bundesweit bekannt: Sie folgte einem heimkehrenden Anwohner in seinen Keller. „Es war für sie eine Ausnahmesituation“, erklärt sich die Landwirtin diese Entscheidung seitens des Jungrinds.
Kuh sucht Zuflucht in einer Tierarztpraxis
Doch es ist nicht das erste Mal, dass ein ausgebüxtes Tier an einem eher unpraktischen Ort Zuflucht sucht. „Vor ein paar Jahren hat sich eines unserer Jungtiere in die Praxis eines Tierarztes verirrt“, erinnert sich Lang. „Das ist dann aber auch gleich freiwillig mit mir zurück nach Hause gegangen.“
Anders lief das bei Lupi ab: Zwar konnte sie dazu bewegt werden sich umzudrehen. Alles weitere war jedoch Überzeugungsarbeit: „Ich glaube, sie war ziemlich erschöpft nach der ganzen Aufregung.“
Kuh rennt bis nach Heselwangen
Ähnliches hat sie zuvor bei einem entflohenen Kälblein erlebt. Das hatte die Gunst der Stunde genutzt und ist bis nach Heselwangen gerannt. „Auf einer Pferdekoppel konnte ich es dann endlich einholen“, erzählt Lang. Rinder können nämlich ganz schön schnell sein. Und: „Umso schneller man rennt, umso schneller rennt auch das Rind. Das ist dann gar nicht so einfach.“