Der Hochbrückenbauer Porr hat 2025 neue Bestwerte bei Umsatz und Ergebnis erreicht. Vor allem Großprojekte im Infrastrukturbereich treiben die Entwicklung.
Der Hochbrückenbauer Porr AG setzt seinen Wachstumskurs fort und hat im Geschäftsjahr 2025 nach eigenen Angaben in nahezu allen zentralen Kennzahlen neue Höchstwerte erreicht. Damit bestätigt das Unternehmen seine starke Position im europäischen Baugeschäft.
Zuletzt gab es auch immer wieder positive Meldungen hinsichtlich des Baufortschritts für die Hochbrücke in Horb.
Deutliche Zuwächse bei Umsatz und Ergebnis Die Produktionsleistung von Porr stieg auf 6,818 Milliarden Euro, der Umsatz erhöhte sich auf 6,296 Milliarden Euro. Beide Kennzahlen bewegen sich laut Unternehmen auf Spitzenniveau. Parallel dazu konnte die Porr ihre Ertragskraft deutlich verbessern: Das Betriebsergebnis (EBIT) legte um 24,4 Prozent auf 196,7 Millionen Euro zu, das Konzernergebnis stieg um 25,6 Prozent auf 136,7 Millionen Euro.
Als Grundlage für diese Entwicklung nennt das Unternehmen vor allem eine gesteigerte operative Leistungsfähigkeit sowie konsequente Effizienzmaßnahmen. Verbesserte Abläufe und Kostendisziplin hätten ebenso zum Ergebnis beigetragen wie eine insgesamt hohe Auslastung der Baustellen.
Auftragslage sorgt für hohe Auslastung Auch die Auftragslage entwickelte sich dynamisch. Der Auftragseingang erhöhte sich um 14,1 Prozent auf 7,813 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand wuchs auf rund 9,5 Milliarden Euro und liegt damit weiterhin deutlich über der jährlichen Produktionsleistung. Dies sichere eine solide Auslastung für die kommenden Jahre. Inhaltlich profitiert die Porr insbesondere von einer stabilen Nachfrage im Infrastrukturbereich.
Neue Aufträge auch im Hochbau
Dazu zählen Projekte in den Bereichen Verkehrsinfrastruktur, etwa im Bahn- und Tunnelbau, sowie Maßnahmen zur Modernisierung bestehender Verkehrswege. Ergänzend konnte das Unternehmen auch im Hochbau neue Aufträge gewinnen, unter anderem in den Segmenten Gesundheitsbau und Wohnbau.
Fokus auf europäische Heimmärkte Regional konzentriert sich die Geschäftstätigkeit weiterhin auf die europäischen Kernmärkte. Rund 98 Prozent der Produktionsleistung werden in den sieben Heimmärkten erwirtschaftet. Dazu zählen neben Österreich insbesondere Deutschland sowie mehrere Länder in Mittel- und Osteuropa.
Neben Wachstum und Ergebnisverbesserung hebt das Unternehmen auch seine finanzielle Entwicklung hervor. Der Free Cashflow stieg deutlich auf 232,9 Millionen Euro. Gleichzeitig verbesserte sich die Liquiditätssituation, sodass die Porr zum Jahresende eine Netto-Cash-Position ausweist. Dies bedeutet, dass die vorhandenen liquiden Mittel die Finanzverbindlichkeiten übersteigen.
Zuversichtlicher Ausblick auf 2026 Für das laufende Jahr 2026 zeigt sich die Porr AG zuversichtlich. Als wesentliche Impulsgeber nennt das Unternehmen weiterhin Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur sowie in den Energiesektor, insbesondere im Zusammenhang mit dem Ausbau erneuerbarer Energien. Auch im Hochbau erwartet der Konzern zusätzliche Nachfrageimpulse.
Die Grundlage für diese Einschätzung sieht die Porr in ihrem hohen Auftragsbestand sowie der stabilen Position in den Heimmärkten. Gleichzeitig verweist das Unternehmen auf seine strategische Ausrichtung, die auf Effizienz, selektives Wachstum und eine konsequente Projektwahl setzt. Damit sollen auch im Jahr 2026 eine solide Auslastung und eine weiterhin positive Geschäftsentwicklung erreicht werden.
Risiken durch geopolitische Lage Auch die politische Situation im Nahen Osten beschäftigt das Unternehmen. „Der fortdauernde Konflikt im Nahen Osten und im Iran birgt zudem das Risiko einer weiteren Destabilisierung der Region“, so Porr. „Einschränkungen der Öl- und Gasproduktion können sich negativ auf die globalen Energie- und Rohstoffpreise auswirken und damit zusätzliche wirtschaftliche Unsicherheiten verursachen.“
Die Porr habe ihre operative Tätigkeit in Katar in den vergangenen zwei Jahren weitgehend reduziert und konzentriere sich im Wesentlichen auf administrative Restabwicklungen. Es werde davon ausgegangen, dass der aktuelle Konflikt im Nahen Osten darauf keinen signifikanten Einfluss hat.
Energiebedarf ist größtenteils preislich abgesichert
Große Teile des Energiebedarfs der Porr Gruppe, insbesondere Strom und Gas, seien preislich abgesichert. Sollten die Spannungen länger andauern, könnten sich Auswirkungen auf die Materialpreise ergeben. „Für den Auftragsbestand bestehen jedoch Preisfixierungen beziehungsweise Preisgleitklauseln. Zusätzlich erfolgt eine Absicherung der Kosten durch frühzeitige Beschaffung im Rahmen des Early Procurement. Bereits während des Ukraine Konflikts hat die Porr gezeigt, dass mögliche Preissteigerungen erfolgreich gemanagt werden können.“
Hier ist Porr auch noch tätig
Großprojekte
Die Porr AG hat 2025 eine Reihe bedeutender Infrastruktur- und Hochbauprojekte gewonnen. Im Fokus stehen vor allem Großvorhaben im Verkehrsbereich. Dazu zählt die Generalsanierung der Tunnelkette Pack auf der A2 in Österreich sowie ein Hochgeschwindigkeitstunnel im polnischen Łódź, der laut Unternehmen der längste des Landes werden soll.
Bahn
Weitere Aufträge betreffen Bahn- und Streckenmodernisierungen in Rumänien, Polen und Tschechien. In Deutschland ist die Porr unter anderem an der Wiederbelebung der Siemensbahn in Berlin sowie an der Sanierung der Donauschleuse Kachlet beteiligt.
Hochbau
Auch im Hochbau konnte der Konzern Projekte sichern, darunter eine Pharma-Produktionsanlage in Deutschland, das Energiezentrum Włocławek in Polen sowie mehrere Gesundheitsbauten. Hinzu kommen Wohnbauprojekte in Wien, Deutschland und Tschechien sowie das Universitätsprojekt „Graz Center of Physics“ in Österreich.