Die Ortskernsanierung in Neuweiler gestaltet sich als regelrechtes Mega-Projekt. Jetzt hat das Land Baden-Württemberg weitere Fördermittel freigegeben.
Die Sanierung des Ortskerns ist seit 2015 ein großes Thema in Neuweiler. Möglich machte sie vor allem die Aufnahme in das Städtebauförderprogramm des Landes Baden-Württemberg. Bis Anfang 2024 stand eine Fördersumme in Höhe von etwa 1,3 Millionen Euro zur Verfügung – 60 Prozent von Land und Bund, 40 Prozent erbringt die Gemeinde.
Jetzt hat das Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen weitere 800 000 Euro für die Ortskernsanierung in Neuweiler freigegeben. Gute Nachrichten für Bürgermeister Martin Buchwald. Die Aufstockung sei in Anbetracht des Mehrvolumens mehr als notwendig.
Konkret nennt Buchwald hier ein Gebäude in der Nagolder Straße, bei dem das komplette Dach ausgetauscht werden müsste. „Das hatten wir damals nicht auf dem Schirm, dass hier das Dach kaputt ist“, erläutert er.
Schäden am Fachwerk verzögern Sanierung
Auch bei der Sanierung des Heimatmuseums seien weitere Hürden hinzugekommen, führt Buchwald aus. Das ehemalige Rathaus Neuweilers hätte ebenfalls ausgebessert werden sollen, Feuchteschäden und Schädlingsbefall am Holz erschwerten zunächst aber die Arbeiten. Die Schäden am denkmalgeschützten Gebäude, wegen der Verkleidung an den Holzbalken bei den ersten Untersuchungen unentdeckt geblieben, beklagte Buchwald damals. Die wichtigen Untersuchungen seien mittlerweile jedoch abgeschlossen, so der Bürgermeister heute. Jetzt müsse das Gebäude noch ausgeräumt werden, danach folge eine Prüfung durch das Denkmalamt. Diese soll bis zum Jahresende abgeschlossen sein, hofft Buchwald.
Bürokratie erschwert Fortschritt
Dass sich die Sanierung des Ortskerns so aufwendig darstellt, damit habe Buchwald 2015 nicht unbedingt gerechnet. Alle Maßnahmen zunächst genehmigungsrechtlich abklären zu müssen, das fresse die meiste Zeit, moniert er. Dann beginne erst die lange Suche nach geeigneten Handwerkern. „Teilweise braucht es länger, als ich es mir in meinen schlimmsten Träumen erhofft hatte.“
Auch die energetische Sanierung des Rathauses ist in der Ortskernsanierung fest eingeplant. Etwa ein Drittel des Gebäudes aus den 1960er-Jahren soll abgerissen werden – aktuell befindet sich dort im Obergeschoss der Sitzungssaal.
Fünf Millionen Euro für das Rathaus?
Der neue Saal könnte dann im Erdgeschoss angesiedelt werden und somit barrierefrei zugänglich sein. Kosten soll die Maßnahme zwischen vier und fünf Millionen Euro. 50 bis 60 Prozent der Kosten könnten gefördert werden, so Buchwalds Einschätzung.
Gehwege und Grünfläche fallen ebenso in das Sanierungsgebiet, wie viele Privathäuser. Welche Arbeiten in diesem Bereich geplant sind, könne Buchwald aus datenschutzrechtlichen Gründen gar nicht mitteilen.
Gebäude ohne Denkmalschutz werden mit bis zu 25 Prozent der Gesamtbaukosten gefördert, maximal mit 25 000 Euro. Bei denkmalgeschützten Gebäuden sind es 40 Prozent beziehungsweise 40 000 Euro. Die Förderobergrenze für Abbrüche liegt bei 100 Prozent, maximal 20 000 Euro.