Auf diesem Grundstück in Hugsweier soll das „Dorv“-Zentrum gebaut werden. Das bestehende Haus wird dann abgerissen. Foto: Boller

Der Lahrer Ortsteil Hugsweier wartet noch immer auf sein „Dorv“-Zentrum. Seit Jahren wird geplant, die Pläne liegen auf dem Tisch. Bevor aber die Bagger rollen, ist noch einiges zu tun.

Auf dem Grundstück in der Hugsweierer Hauptstraße 37 steht noch immer das Gebäude des früheren Café Edelweiß. Es wird im kommenden Jahr abgerissen – wenn alles nach Plan läuft. Ein Neubau soll dort entstehen, das „Dorv“-Zentrum. Schon seit Jahren laufen die Planungen, im zweiten Quartal 2025 könnten die Bauarbeiten beginnen.

 

„Wir hätten uns gewünscht, dass es viel früher umgesetzt wird“, stellt Peter Winkels im Gespräch klar. Der Hugsweierer war von Beginn an Teil des „Dorv-Teams“, einer 13-köpfigen Gruppe von Ehrenamtlichen, die die Idee des „Dorv“-Zentrums vorangetrieben haben. Die Gruppe will mit dem Zentrum Probleme wie Landflucht, einem Mangel an altersgerechtem Wohnraum und dem Wegfall wichtiger Dienstleistungen begegnen. Im April nahm das Projekt dann eine weitere wichtige Hürde. Das städtebauliche Konzept steht und die 17 Wohneinheiten werden seither vermarktet.

Eine Nachfrage bei der verantwortlichen Baugesellschaft Eichner-Bau aus Lahr zeigt jedoch: Die Interessenten stehen nicht gerade Schlange. „Es gibt eine Nachfrage nach den Wohnungen von Kaufinteressenten, die allerdings noch verhalten ist“, erklärt Klaus Koch von der Geschäftsleitung. Er fügt jedoch an: „Das erleben wir immer wieder, gerade im ländlichen Bereich, dass die Kaufinteressenten sich dann erst melden, wenn mit dem Projekt begonnen wird.“

Der Investor sieht das Projekt nicht gefährdet

Steht und fällt „Dorv“ also mit der Nachfrage für die Eigentumswohnungen? Daran soll es nicht scheitern, stellt Eichner-Bau klar. „Wir haben der Stadt signalisiert, dass wir das ,Dorv’-Zentrum bauen wollen. Diese Aussage steht unabhängig davon, ob die Wohnungen verkauft oder vermietet werden können. Aus unserer Sicht ist die Umsetzung nicht gefährdet“, stellt Koch auf die Frage, ob es grundsätzliche Zweifel an dem Projekt gibt, klar. Mit einem Baustart rechnet Eichner-Bau frühestens ab dem zweiten Quartal 2025.

Koch bringt noch eine weitere Möglichkeit ins Spiel: Das KFW-Förderprogramm „Jung kauft alt“. So könnten junge Familien Wohneigentum erwerben und die Verkäufer vom Erlös eine der barrierefreien „Dorv“-Wohnungen erwerben.

Bevor mit den Bauarbeiten gestartet werden kann, gibt es noch einiges umzusetzen. „Zu den nächsten Schritten in den kommenden Monaten zählen insbesondere der Grundstücksverkauf an Eichner-Bau, die Offenlage zum Bebauungsplan und der Abschluss eines Städtebaulichen Vertrags“, erklärt Nicolas Scherger, Pressesprecher der Stadt Lahr. Die Verwaltung rechne damit, dass im ersten Quartal 2025 der Bauantrag gestellt wird und im zweiten Quartal mit dem Bau begonnen werden kann.

Die Stadt plant, Flächen im Erdgeschoss des Neubaus zu mieten. Herzstück soll ein Dorfladen werden , mit Lebensmitteln und regionalen Produkten. Bei einer Informationsveranstaltung im Sommer 2023 war noch die Rede von einer sehr günstigen Miete. Wie teuer die Flächen der Stadt künftig wirklich zu stehen kommen, ist noch unklar. „Da die Details noch verhandelt werden, sind die Kosten für die Stadt Lahr aktuell noch nicht zu beziffern“, so Scherger. Ungeachtet dessen steige die Stadtverwaltung schon jetzt in die Prüfung ein, wie mögliche Mietkosten durch Erlöse oder Einsparungen an anderer Stelle kompensiert werden können, blickt die Verwaltung voraus.

Winkels ist trotz der langwierigen Umsetzung erleichtert. „Das „Dorv“-Zentrum stand ein bisschen auf der Kippe – wie viele Bauprojekte“, erinnert er sich. „Jetzt scheint es auf dem Weg zu sein“. Für den geplanten Dorfladen hat das „Dorv“-Team Anteilsscheine zu je 100 Euro herausgegeben. Mehr als 86 000 Euro wurden eingesammelt, von 250 Anteilseignern. Die werden regelmäßig auf dem Laufenden gehalten, so Winkels. Schon bald stehe der nächste Gesellschaftertreff an.

Die Wohnungen

Insgesamt 17 Wohnungen mit zwei bis drei Zimmern sind in dem dreigeschossigen Gebäudekomplex geplant. Auf dem Immobilienportal Immo-Welt wird eine Kaufpreisspanne von 279 000 bis 489 020 Euro angegeben.