Stuttgarts Schauspielhaus öffnet in dieser Saison nicht mehr. Auch der Start in die Saison 2013/2014 im Oktober ist in Gefahr.
Stuttgart - Das Stuttgarter Schauspielhaus, zweitgrößte Spielstätte des Staatstheaters Stuttgart, bleibt bis zum Ende der Saison in diesem Juli geschlossen. Das haben Theresia Bauer (Grüne), Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst, sowie Ingo Rust (SPD), Staatssekretär im Ministerium für Finanzen und Wirtschaft, am Mittwoch in einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz bekannt gegeben. Damit ist klar: Die Intendanz des scheidenden Intendanten Hasko Weber (wechselt nach Weimar) geht ohne Rückkehr auf die Bühne des Schauspielhauses zu Ende.
Die eigentliche Hiobsbotschaft hatte sich Ingo Rust jedoch für Nachfragen aufgehoben. Offenkundig nämlich ist aber auch eine Wiedereröffnung des Schauspielhauses zum Start des neuen Intendanten Armin Petras im Oktober nicht gesichert. „Im Moment lässt sich nichts ausschließen“, sagte Rust den Stuttgarter Nachrichten. Klaus Dörr, Geschäftsführender Direktor des Maxim Gorki Theaters Berlin und stellvertretender Intendant der jetzigen Bühne von Armin Petras, betonte dagegen: „Es gibt keine weiteren Interimspläne. Wir eröffnen ab dem 25. Oktober mit fünf Premieren“.
Stadt sieht Verantwortung bei Landesbauverwaltung
Seit vier Jahren wird das Stuttgarter Schauspielhaus saniert. „Das Debakel ‚Fehler in allen Teilen‘ wird immer noch größer“, kritisiert Susanne Eisenmann (CDU). „Damit“, sagte Stuttgarts Kulturbürgermeisterin am Mittwoch den Stuttgarter Nachrichten, „wird Hasko Weber der Abschied verwehrt, den er verdient hat.“ Und: „Die Verantwortung für die Situation liegt eindeutig bei der Landesbauverwaltung.“
Eisenmann bleibt dabei, dass sich die Stadt Stuttgart an den aufgelaufenen „und auch weiteren Kostensteigerungen“ (Eisenmann) nicht beteiligt. „Es kann nicht sein“, so Eisenmann, „dass man der Stadt eine Rechnung zuschickt, die sie nicht bestellt hat.“