Blicken positiv auf die kommende Tourismussaison: Weintourismus-Expertin Anna Maria Freitag (von links), Winzer Günter Linser und Naturgarten-Geschäftsführerin Ulrike Weiß. Foto: Ralf Deckert

Der Konsum von Wein ist rückläufig. Die Winzer im Raum Freiburg wollen in Zukunft stärker mit Gastronomen aus der Region zusammenarbeiten.

„Früher hat man ja gesagt, dass ein Glas Wein gut für die Gesundheit ist“, sagt Winzer Günter Linser, der Vorsitzende des Verein Tuniberg Wein e.V. in Freiburg. Heute sei die Sache komplizierter, der Weinkonsum sei rückläufig und die alkoholfreien Weine seien noch längst nicht so marktfähig wie die vergleichbaren Produkte der Bierbrauereien. Eine Folge davon sind am Tuniberg Rückgänge bei den Rebflächen, vor allem in weniger attraktiven Randlagen, so Linser.

 

Eine andere Folge ist, dass Werbevereinigungen wie Tuniberg Wein noch mehr auf die Tube drücken und auf sich aufmerksam machen müssen. Von der Jungweinprobe im April bis zur Präsenz auf dem Freiburger Weihnachtsmarkt sei man – neben überregionalen Messeteilnahmen – umfassend in der Region vertreten.

CMT in Stuttgart ist wichtiger Gradmesser

Auch im laufenden Jahr will der Verein auf die Kooperationen mit dem Tourismusverein Naturgarten Kaiserstuhl und der Schwarzwald Touristik GmbH setzen. Naturgarten-Geschäftsführerin Ulrike Weiß betont, dass man mit den Themenschwerpunkten Wein-, Fahrrad- und Wanderreisen schon auf der Tourismusmesse CMT im Januar in Stuttgart habe punkten können, was ein Gradmesser für die kommende Saison sein dürfte. Und dass die Akteure im Tourismus und der Weinwirtschaft an einem Strang ziehen müssten. „Zeit für Kirchturmdenken haben wir keine“, so Weiß. Gut angenommen würden neue Veranstaltungsformate wie der „Kaiser Herbst“ in Endingen (Kreis Emmendingen). Sogenannte Lagenverkostungen von Weinen bestimmter Weinlagen seien dort zuletzt sehr gefragt gewesen.

Regionale Weine stärken

Das spüre man auch in der Hotellerie, so Thomas Messerer, der Gastronomie-Direktor im Hotel Schloss Reinach in Freiburg-Munzingen: „Wer Pfälzer Wein will, kann den ja in der Pfalz trinken.“ Bei den deutschen Weinen setze sein Haus nun ausschließlich auf Produkte aus dem Breisgau, vom Kaiserstuhl, vom Tuniberg und aus dem Markgräflerland. Länder wie Frankreich würden diese Konzentration auf Lagen noch vor bestimmten Rebsorten schon lange erfolgreich vormachen.