Zerzaust und verletzt: Das Storchenmännchen nach seinem Absturz. Foto: Eberwein

Das Männchen der bekannten Weißstorch-Familie aus Weilheim ist am Samstagabend verstorben. Es war während des Sturms am vergangenen Donnerstag vom Dach der St. Marienkirche gestürzt und gegen die Kirchenwand geprallt.

Erhaben thronen die Weilheimer Störche für gewöhnlich in ihrem Nest auf dem Kirchturm über Weilheim. Doch seit Donnerstagnacht ist nur noch eine Seite des Storchennestes belegt. Während des starken Sturmes, der in der Nacht von Donnerstag auf Freitag im Zollernalbkreis gewütet hat, ist das Männchen der bekannten Weilheimer Weißstorch-Familie vom Dach der St. Marienkirche gestürzt und gegen die Kirchenwand geprallt.

 

„Wir fanden das Storchenmännchen nach dem Sturm verletzt auf dem Boden vor der Kirche“, sagte Gerd Eberwein, der Ortsvorsteher von Weilheim und ehrenamtlicher Storchenbeauftragter, unserer Redaktion. „Ich habe ihn erst einmal mit nach Hause genommen“, so Eberwein. Freitagmorgen habe er den Storch dann direkt in das NABU-Vogelschutzzentrum in Mössingen gebracht.

Das Storchenweibchen ist nun völlig einsam in ihrem Nest auf dem Kirchenturm

„Das Storchenmännchen ist mit inneren Blutungen im Brustbereich und einer ausgekugelten rechten Schulter bei uns eingeliefert worden“, berichtete Jürgen Wuhrer vom Vogelschutzzentrum. „Die Tierpfleger wollten den Storch erst einmal ruhig stellen über das Wochenende. Geplant war, dass sich dann direkt am Montag ein Tierarzt den Storch anschaut“, erzählt Eberwein. Es gebe, so der Storchenbeauftragte, nicht viele Tierarzte, die darauf spezialisiert sind, doch das Vogelschutzzentrum verfüge über entsprechende Kontakte.

„Wir haben ausgemacht, dass ich am Montag wieder vorbeikomme beim Vogelschutzzentrum“, sagte Eberwein. Doch dann kam alles anders. Noch am Samstagabend sei der Storch seinen Verletzungen erlegen. Todesursache waren wohl die inneren Blutungen.

In dem NABU-Vogelschutzzentrum in Mössingen hat man noch versucht, das Leben des Storches zu retten. /Eberwein

Und das Storchenweibchen? „Das Nest auf dem Kirchturm hat sich durch den Sturm etwas verschoben, doch sobald sich der Sturm wieder beruhigt hatte, saß das Storchenweibchen schon wieder oben“, wusste Eberwein zu berichten. In den vergangenen Tagen sei es etwas unruhig gewesen, flog rastlos hin und her. „Wahrscheinlich eine Art Trauerbewältigung“, mutmaßte Eberwein.

Er hoffe, dass sich vielleicht im Frühjahr ein neues Männchen zu dem – nun wieder einsamen – Storchenweibchen in das Nest auf dem Turm der St. Marienkirche gesellt. „Storchenweibchen sind da nicht sehr wählerisch. Wenn ein Männchen in das Nest fliegt, darf es auch dort bleiben“, sagt Eberwein. Die Jungvögel der Weißstorch-Familie sind bereits Anfang August ausgeflogen.