Einen langen Shopping-Abend in der Innenstadt und eine Fachkräfte-Initiative für Erzieherinnen kündigte die Oberbürgermeisterin beim Weiler Wirtschaftstreffen an.
Vor genau einem Jahr – am 4. Juni 2024 – wurde Diana Stöcker im Rathaus Weil am Rhein als Oberbürgermeisterin vereidigt. Ihre Rede beim Weiler Wirtschaftstreffen nutzte sie nun dazu, Bilanz zu ziehen über ihr bisheriges Wirken und Ausblicke auf die kommenden Monate zu geben.
Zwei Vorhaben ragen dabei besonders heraus: Mit dem geplanten „Abendshopping“ unter dem Titel „Hallowiil“ am Donnerstag, 30. Oktober 2025, sollen neue Impulse im Einzelhandel gesetzt werden. Der lange Shopping-Abend, an dem die Weiler Geschäfte bis 22 Uhr ihre Türen öffnen, ist eines der Ergebnisse der Runden Tische, an denen sich Stöcker einerseits mit den Managern der Einkaufs-Center der 3-Länder-Stadt und andererseits mit allen weiteren Händlern zusammengesetzt hat.
Einkaufs- und Erlebnismeile in der Innenstadt
Begleitet von Aktionen, Musik und einer Schaufenster-Ausstellung der Kindergärten soll die Weiler Innenstadt zu einer lebendigen Einkaufs- und Erlebnismeile werden, kündigte Stöcker an.
Ein zweites großes Vorhaben soll der Stärkung als attraktiver Standort für Arbeitskräfte ebenso zugute kommen wie Abhilfe für die akute Not an Kindergartenplätzen schaffen: die Anwerbung von Erzieherinnen und Erziehern aus Indien. Analog zur Fachkräfte-Initiative des Metzgermeisters Jogi Lederer sollen einschlägig erfahrene Interessenten angeworben und nach einem Deutschkurs in Indien nach Weil geholt werden, um dort dann im Rahmen der berufsintegrierten „Pia-Ausbildung“ zu Erziehern und Erzieherinnen ausgebildet zu werden (siehe gesonderter Bericht).
Gedämpftes Geschäftsklima
Sorgen bereitet Stöcker der doch reicht verhaltene Optimismus unter Gewerbetreibenden. Laut einer aktuellen Konjunkturumfrage blicken nur 18 Prozent der befragten Betriebe optimistisch in die Zukunft. Insbesondere im Bereich Handel und Dienstleistungen wird mit einer Verschlechterung gerechnet.
Stöckers Hoffnung auch für die Stadtpolitik liegt nun auf den angekündigten Maßnahmen auf Bundesebene für schnellere Planungsverfahren und weniger Bürokratie. Anders sehe es mit dem geplanten Sondervermögen Infrastruktur des Bundes aus. Noch sei überhaupt nicht klar, wie dieses verteilt werden soll, berichtete die ehemalige Bundestagsabgeordnete. Wie viel letztlich davon bei den Kommunen ankomme, sei völlig ungewiss.
„Mit einem Geldregen kann die Stadt nicht rechnen“
Sicher sei nur so viel: Mit einem Geldregen könne die Stadt mit Sicherheit nicht rechnen, betonte Stöcker.
Gleichzeitig übernehme die Stadt mit 32 000 Einwohnern in vielen Bereichen Verantwortung eher in der Größenordnung einer Stadt mit 100 000 Einwohnern. Stöcker nannte als Beispiele die Sicherheitsstruktur, Postaufkommen und Einzelhandel, aber auch Veranstaltungen. In den meisten Fällen liege das an der Grenzlage zu Frankreich und der Schweiz, die aber eben auch den besonderen Reiz und das Herz der selbst ernannten 3-Länder-Stadt ausmache.
Die Weiler Unternehmerinnen und Unternehmer seien das Rückgrat der Stadtgesellschaft, betonte sie, an die geladenen Gäste aus der Weiler Unternehmerschaft gerichtet. „Ihre Innovationskraft, Ihre Investitionen und ihr Engagement machen den Unterschied.“