Die Reben haben den Winter gut überstanden. Foto: Saskia Scherer

Die Reben haben ausgetrieben, jetzt heißt es erst einmal abwarten.

Die Voraussetzungen für einen potenziell guten Ertrag seien gegeben, sagt Dieter Rösch vom kleinen Weingut Vinessli in Ötlingen im Gespräch mit unserer Zeitung. „Die Augen sind aufgebrochen.“ Jetzt heiße es aber noch „vier Wochen bibbern“ und das kommende Wetter abzuwarten.

 

Winter sind milder

Laut Bundesgesundheitsministerium trinken die Deutschen weniger Alkohol als früher. Dieser Trend ist beim Weingut Vinessli bis jetzt aber noch nicht spürbar. Weiterhin können sich Sabine und Dieter Rösch über einen festen Kundenstamm freuen.

Vor 20 Jahren hat Rösch die ersten Piwi-Weine angesetzt. Piwi steht für pilzwiderstandsfähige Rebsorten. Es handele sich um eine „nachhaltige und innovative Neuzucht“, durch die sich 80 bis 90 Prozent „Chemie“ einsparen ließen. „Wer unsere Piwi-Weine kennengelernt hat, ist begeistert“, freut sich Rösch.

Gefahr von Spätfrost besteht

Auch das Weingut Röschard in Weil am Rhein setzt auf umweltschonenden Weinanbau. Da der Austrieb wieder früher erfolgt ist, wird mit einem Lesebeginn in der ersten Septemberwoche gerechnet. „Die Winter sind nicht mehr so schlimm wie früher“, meint Werner Röschard. Die Reben hätten den vergangenen Winter gut überstanden. Trotzdem bestehe noch immer die Gefahr von Spätfrost. Nach einer alten Bauernregel könne man nach den Eisheiligen aufatmen, die dieses Jahr zwischen dem 11. und 15. Mai sein sollen. „So war es auch die vergangenen Jahre“, erinnert sich Röschard. Viele weitere Faktoren seien für einen guten Ertrag wichtig: Die Blüte etwa benötige schönes Wetter, und auch eine durchgehende Wasserversorgung sei wichtig.

Entalkoholisierter Wein

Die Röschards wollen weiterhin „Weinliebhaber ansprechen“, die Wein auch mit Lebensqualität verbinden. Events mit Weinbegleitung sollen intensiviert werden.

Geschäftsführer Michael Heintz von den Haltinger Winzern beobachtet ein ruhiges Kaufverhalten – „ob in der Gastro, im Handel, bei uns in der Vinothek oder online“. Mit Blick aufs kommende Jahr sieht er immer größere Herausforderungen.

Noch nicht lange hat die Genossenschaft ein neues Produkt im Sortiment: ein „schäumendes Getränk aus entalkoholisiertem Wein“. „Klingt nicht unbedingt nach Trinkvergnügen“, meint Heintz und lacht. Den Trend zu alkoholfreien Getränken „mache man halt mit“, sagt er. Wie dies bei den Käufern ankomme, sei abzuwarten.