Seit mehr als 20 Jahren erfreut Brigitta Rücker Kinder und Passanten in der Schulstraße in Weil am Rhein mit ihrem winterlich-festlich geschmückten Vorgarten.
Typisch amerikanisches Weihnachtsflair trifft Winterwunderland im Schnee: Wer im Dezember durch die Schulstraße in der Weiler Gartenstadt spaziert, bleibt unweigerlich am Gartentor der Familie Rückert mit der Nummer 21 stehen.
Denn immer, wenn es auf Weihnachten zugeht, verwandelt sich der Vorgarten der Familie in eine weiße Winterlandschaft. Eine Weihnachtskrippe gehört dazu. Im vorderen Bereich, dem Gehweg zu, spielende Kinder im Schnee und Schneemänner, fest verankert in Fußplatten aus Gussbeton.
Der Weihnachtsmann in Rot und Weiß und der Hund Scooby-Doo, welche auf Knopfdruck freudig ihre Hüften in Schwung setzen, gehören zum klassischen US-amerikanischen Weihnachtsrepertoire. Dieses haben die Rückerts viele Jahre lang bei USA-Besuchen in der Weihnachtszeit kennenlernen dürfen. Dorthin unterhielten sie durch Michael Rückers Berufstätigkeit enge Beziehungen. Auch ihre zwei Kinder waren stets dabei.
Aus Tampa in Florida kamen die ersten zwei Weihnachtsmänner mit nach Deutschland, von denen einer nach Jahren des Tanzens mit einem „Hüftschaden“ bereits den wohlverdienten Ruhestand angetreten hat, wie Rücker berichtet. Ansonsten brauche das Arrangement wenig Wartung, sagt sie. Allein das Schneefleece müsse alle paar Jahre ausgewechselt werden.
Deko war schon immer ihr Ding
Alles rund um Weihnachtsdekoration hat Brigitta Rücker schon immer interessiert, wie auch beim Eintreten in ihre Wohnung deutlich wird. Mit grünen Zweigen und roten Bändern ist der Innenraum geschmückt, im kleinen Wintergarten steht ein festlich geschmückter Tannenbaum mit Christbaumkugeln.
In der Gartenstadt hat Rücker, die im Stadtteil Friedlingen geboren und aufgewachsen ist und aus einer Weiler Eisenbahnerfamilie stammt, bereits eine gewisse Berühmtheit erlangt. Schul- und Kindergartenkinder kommen regelmäßig zu ihr zu Besuch, um die weihnachtliche Installation zu bestaunen.
Playlists von Zuckowski bis Swing
Denn während der Adventszeit setzen sich die Figuren mehrmals täglich zu bestimmten Zeiten in Bewegung. Wechselweise erklingen verschiedene weihnachtliche Playlists: die bekannten Kinderweihnachtslieder von Rolf Zuckowski, von „Winterkinder“ bis „Schlittenfahrt“, oder amerikanische Weihnachtsmusik im Stil von Jazz und Swing. Diese laufe meistens abends, berichtet Rücker, wenn sich Erwachsene und ältere Menschen am Gartenzaun einfinden.
Auch die Altstadträte hätten vor Jahren hier schon Station gemacht, erinnert sich die 71-Jährige, mit Glühwein in der Thermosflasche im Gepäck. Erwin Lang und Erich Hintze unterstützten sie bei der Elektrik, als die Musikbegleitung anfangs noch mit CD-Player und Zeitschaltuhr funktionierte. Heute kommt die Musik vom Computer.
Als ihr Mann für einige Jahre nach Dubai versetzt worden war, wollte Brigitta Rücker den Advent in der Heimat nicht missen, und trat jeweils pünktlich Anfang Dezember den Rückflug an, um alles wieder zu schmücken und zu gestalten wie gewohnt.
„Plötzlich bleiben wieder Leute stehen“
Seit Corona wurden die Besucher weniger – bis zu diesem Jahr: Plötzlich würden wieder Leute vor ihrem Garten stehen bleiben und sie auf ihre Weihnachtsinstallation ansprechen, freut sie sich. Darunter neu Zugezogene in der Gartenstadt, welche die tanzenden und leuchtenden Figuren erst jetzt so richtig entdeckt haben. Die große Resonanz habe sie überrascht.
Um der großen Nachfrage gerecht zu werden und jedem, der das will, ein animiertes Winterwunderland zu bieten, lässt sie ihre Figuren an Heiligabend noch öfter laufen als ursprünglich geplant: um 14.30, 15, 16, 17 und 18 Uhr. Auch am Dienstag, 23. Dezember läuft Musik, um 16.30, 17 und 17.30 Uhr.