Unter anderem mit neuen Bannern wird im Lofo-Park um Interessenten geworben. Foto: Beatrice Ehrlich

Für drei Gewerbe-Grundstücke direkt an der Autobahn werden noch Nutzer gesucht.

Gewerbliche Grundstücke in direkter Autobahnnähe sind in Weil am Rhein noch zu haben. Von vier Grundstücken auf dem ehemaligen Gelände der Firma Lofo – ehemals Lonza – seien drei noch nicht verkauft, berichtete Oberbürgermeisterin Diana Stöcker. Einstimmig hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstag der Verlängerung eines städtebaulichen Vertrags zu deren Erschließung und Vermarktung zugestimmt.

 

Dass die Grundstücke nicht längst verkauft sind, sei der schwierigen wirtschaftlichen Situation der vergangenen Jahre geschuldet, führte Stöcker aus. Nun unternehme man einen neuen Anlauf, was unter anderem auch an neuen Bannern zu sehen sei, die direkt am Gelände von der Weiler Wirtschaftsförderungsgesellschaft WWT angebracht worden sind.

Drei Gewerbeflächen warten noch auf Käufer

Ein Teil der Gesamtfläche konnte 2021 einschließlich der drei dort verbliebenen Gebäude an ein heimisches Investoren-Trio veräußert werden. Im sogenannten „Zollpark“ von Azollo Immobilien wurden Büroräume für Zolldienstleister geschaffen, für die im geplanten Neubauprojekt des Zolls kein Platz mehr vorgesehen ist.

Für drei weitere, kleinere Flächen habe sich indessen trotz aller Bemühungen bisher kein passender Käufer gefunden.

Produktion und Handwerk will die Stadt Weil am Rhein auf dem Lofo-Areal vorzugsweise ansiedeln. Foto: Beatrice Ehrlich

Die Stadt Weil wünsche sich auf diesem, ihrem letzten freien Gebiet, ausdrücklich produzierendes Gewerbe, nicht Logistik- oder Dienstleistungsunternehmen, unterstrich die Oberbürgermeisterin.

Interessenten gab es wohl, aber keine Verkäufe

Zwar hätten sich in den vergangenen Jahren immer wieder einmal Interessenten gemeldet, es sei aber zu keinen weiteren Verkaufsabschlüssen gekommen, sagte Stöcker. Dies sei der schwierigen wirtschaftlichen Lage geschuldet.

Freie Flächen, die darauf warten, genutzt zu werden. Foto: Beatrice Ehrlich

Teilweise hätten sich bei interessierten Unternehmen Auftragsverschiebungen ergeben, durch die sich deren Flächenbedarf geändert habe.

Nach der Lofo-Insolvenz sicherte sich die Stadt die Flächen

Zum Hintergrund: Die Stadt Weil am Rhein hatte im Insolvenzverfahren über das Vermögen der Firma Lofo die Firmengrundstücke erworben, um die Flächen wieder für gewerbliche Nutzung anbieten zu können. Mit der Baulandentwicklung und -erschließung wurde im November 2017 im Rahmen eines städtebaulichen Vertrags die LBBW Immobilien Kommunalentwicklung als privater Träger beauftragt.

Vertrag wird einmalig um drei Jahre verlängert

Diese hat alle Investitionen finanziert und ist auch mit der Vermarktung der Flächen betraut. Mit der einmaligen Vertragsverlängerung um drei Jahre soll das erst einmal so bleiben. Falls die Flächen dann noch nicht verkauft sein sollten, würden sie an die Stadt Weil zurückfallen, erklärt Stadtkämmerin Diana Bara im Nachgang auf Nachfrage.

Herzstück der industriellen Entwicklung Weils

Das Lofo-Areal spielt nicht erst seit 1927, als sich hier unter dem Namen „Elektrochemische Fabriken G.m.b.H. Werk Weil am Rhein“ eine Tochter der Waldshuter Lonza-Werke als Versuchsbetrieb für die Anwendung von Acetat ansiedelte, eine wichtige Rolle in der Wirtschaftsentwicklung Weils.

In den verbleibenden historischen Gebäuden schafft Azollo Immobilien Raum für Zolldienstleister. Foto: Beatrice Ehrlich

Auch davor schon wurde das Gelände industriell genutzt. In den 30er-Jahren wurden hier Folien produziert, wie aus der ausführlichen Firmenhistorie hervorgeht, die auf der Internetseite der Weiler Wirtschaftsförderungsgesellschaft WWT nachzulesen ist. 2016 hatte das Unternehmen, das sich zwischenzeitlich Lonza Folien und seit 1999 Lofo High Tech Film nannte und 2006 an eine taiwanesische Unternehmensgruppe verkauft wurde, Insolvenz anmelden müssen.